Glitzernde Klischees vom Kreuzfahrtdampfer

Die Staatsoperette tritt mit „Blondinen bevorzugt“ in große Fußstapfen

Dieser Titel verpflichtet: Mit „Blondinen bevorzugt“ (Foto: Pawel Sosnowksi) bringt die Staatsoperette Dresden einmal mehr Broadway-Glamour ins Kraftwerk Mitte. Wobei das mit dem Broadway eben so eine Sache ist. Denn weit berühmter als das Musical ist der gleichnamige Hollywoodstreifen aus dem Jahr 1953, dessen Kernbotschaft mit Marilyn Monroes lasziv unbeschwertem „Diamonds are a girls best friend“ vielfach gecovert bis heute im Ohr blieb.

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Sehnsuchtsapparat mit Alpenillusionen

Bei Toni Burghard Friedrich wird das „Weisse Rössl“ an der Staatsoperette zur Überraschungskiste

Die Sehnsucht der Großstädter nach Alpenidyll und klaren Bergseen scheint ungebrochen. Zur Not verschafft jedoch auch schon eine schnoddrige Berliner U-Bahnkneipe mit jodelndem Putzmädchen die nötige Abwechslung vom Alltag. Ja, der Wolfgangsee ist in der Neuinszenierung von „Im Weissen Rössl“ (Fotos: Pawel Sosnowski) an der Staatsoperette Dresden allenfalls eine schmutzige Hauptstadtpfütze – und doch zeigt Regisseur Toni Burghard Friedrich bei seinem Debüt am Haus eine herzerfrischend humorvolle Lesart des populären Bühnenschlagers.

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Opernfest für alle im Zentralwerk

Die OFF-Operngruppe szene12 feiert in ihrem zehnten Jahr ein Minifestival um Dvořáks „Rusalka“

Im Zentralwerk Pieschen sind die Stuhlreihen schon aufgestellt, auf der Bühne werden die letzten Handgriffe erledigt. Gleich beginnt die erste Hauptprobe der freien Operngruppe szene12 für ihre aktuelle Produktion von Antonín Dvořáks „Rusalka“, die am 25. August Premiere feiert. Bei einem Kaffee in der Probenpause nimmt sich der Dirigent Matthew Lynch Zeit, ein bisschen Vorfreude zu wecken.

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Changieren zwischen Mensch und Tier

Dresden Frankfurt Dance Company präsentiert „Hollow Bones“ in Hellerau

Mit einem zweiteiligen Ballettabend kehrt nach langer Zeit nun auch die Dresden Frankfurt Dance Company nach Hellerau zurück. Die Premiere der Choreografie „Hollow Bones“ von Jacopo Godani (Foto: Dominik Mentzos) in Kombination mit William Forsythes Klassiker „Quintett“ sollte ursprünglich bereits im November auf die Bühne kommen – und wird nun zum tänzerischen Sommervergnügen.

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Die Sache mit der Liebe …

Neue Revue an der Staatsoperette widmet sich den Melodien von Franz Lehár und Oscar Straus

Ach, könnte das Leben doch immer so einfach sein: Der Vorhang öffnet sich und mit einem Fingerschnipp spielt das Orchester schmachtend auf, als hätte Johannes Pell, der Chefdirigent der Staatsoperette Dresden, nur auf das Zeichen gewartet. In der Revue „So verliebt in die Liebe“ (Foto: Pawel Sosnowski) fackeln er und seine Musiker nicht lange. Schwelgend erklingt zum Auftakt die Ouvertüre zu Oscar Straus‘ Operette „Rund um die Liebe“ und stimmt schwungvoll auf eine gut zweistündige Entdeckungsreise ein, die die schönste und herausforderndste Emotion der Welt ins Zentrum stellt.

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Alice im Pillenrausch

Die Comödie zeigt ein wunderliches Sommermärchen auf Schloss Übigau

Den ersten Theaterabend nach sieben Monaten Lockdown hatten wir uns anders vorgestellt. Sommerleicht sollte „Alice im Wunderland“ (Foto: Robert Jentzsch) durch Übigau tanzen, den Hasen, die Katze und allerlei andere lustige Gefährten zu einem humorvollen Trip in die Welt der Phantasie einladen. Stattdessen kredenzt Regisseurin Kerstin Polenske an der Comödie Dresden Tabletten im Irrenhaus und eine närrisch bunte Wunderwelt, die weder mit Zauberhaftem noch mit Witz aufwartet.

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Premierenfieber ohne Liveorchester

Peter Kube inszeniert Cole Porters „Kiss Me Kate“ an den Landesbühnen Sachsen

Kurz bevor sich der Vorhang für mindestens weitere vier Wochen schließt, geben die Landesbühnen Sachsen mit der Premiere von Cole Porters Musicalschlager „Kiss me Kate“ (Foto: Sylvio Dittrich) noch einmal richtig Gas. Freilich sind unter Einhaltung aller gebotenen Hygieneregeln weder leidenschaftliche Bühnenküsse noch Umarmungen erlaubt. Dafür hat sich Regisseur Peter Kube jedoch allerhand raffinierte Kniffe einfallen lassen, um das turbulente Stück nach dem Buch von Samuel und Bella Spewack dennoch auf die Bühne zu bringen. Seine Inszenierung setzt vor allem auf Humor – lachen ist bekanntlich gesund. Und so bezieht Kube jene Herausforderungen, die Corona für den Theaterbetrieb nun eben mit sich bringt, nahezu schonungslos ins Spiel im Spiel mit ein.

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Shakespeare, wo bist du?

„Searching for Macbeth“ am Staatsschauspiel Dresden – eine Sonntagskritik aus dem zweiten Rang

Was für ein Jahr! Haben wir im Januar noch sorglos über manche Inszenierung am Staatsschauspiel hingewettert, dürstet es einen nun nach jedem Theatervorhang, der sich tapfer auch vor weniger als einem halbvollen Saal hebt. War „Abgesagt!“ das Schlagwort im März, lernt das sonst rege Dresdner Kulturleben seit dem Spätsommer allmählich wieder laufen. Von der Absagewelle erfasst wurde auch die Premiere der schon als neues „Kultstück“ gehandelten „Macbeth“-Inszenierung von Christian Friedel, der hier nicht nur als Regisseur, sondern auch in der Hauptrolle und als Frontmann seiner Band „Woods of Birnam“ (Foto: Sebastian Hoppe) das Zepter führen sollte.

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Happy End in Hollywood

Die Staatsoperette zeigt mit Paul Abrahams „Märchen im Grand-Hotel“ ein humorvolles Spiel mit dem Spiel am Rande der Zeiten

Maskenball im Foyer, auf der Bühne das „Märchen im Grand-Hotel“: An der Staatsoperette Dresden geht es schwungvoll in die neue Saison. Als Auftaktpremiere steht mit der Lustspieloperette von Paul Abrahams (Foto: Pawel Sosnowski) nach dem Libretto von Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda ein Stück auf dem Programm, das den Sound Berlins der späten 1920er Jahre mit Hollywoodsehnsucht verbindet.

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Operette im Zeichen der Powerfrauen

Die Staatsoperette Dresden startet voller Optimismus in eine spannende Spielzeit

Fast scheint die Unbeschwertheit jener Tage, in denen sich an der Staatsoperette Dresden erstmals unter der Intendanz von Kathrin Kondaurow der Vorhang hob aus heutiger Sicht Lichtjahre entfernt. Es sei ein erfolgreicher Spielzeitauftakt mit 81 prozentiger Auslastung gewesen, sagt die Intendantin rückblickend. Ja, es hätte eine erfolgreiche erste Spielzeit für sie werden können, hätte nicht ein Virus die Welt im März jäh zum Stillstand gebracht.

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