Kontrastreiche Steigerungen

Opernpremiere im Doppelpack für die Studierenden der Hochschulen für Musik und Bildende Künste Dresden

Ein Toter kommt selten allein. So könnte das Motto der diesjährigen Operproduktion der Hochschulen für Musik (HfM) und Bildende Künste (HfBK) am Kleinen Haus des Staatsschauspiels lauten. Regisseurin Barbara Beyer lässt in diesem Jahr Darius Milhauds selten gegebenen Einakter „Le pauvre matelot“ („Der arme Matrose“) auf Giacomo Puccinis Repertoireschlager „Gianni Schicchi“ (Fotos: Sebastian Hoppe) treffen und schenkt dem Dresdner Publikum einem Doppelabend der Kontraste.

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Sturm und Drang im Dämmermodus

„Kabale und Liebe“ am Staatsschauspiel Dresden

Am Ende wird es richtig berührend: In dem Moment, als Ferdinand und Luise im Angesicht des Todes ganz auf ihre Liebe zurückgeworfen sind, da entstehen in Data Tavadzes Inszenierung von Friedrich Schillers „Kabale und Liebe“ am Staatsschauspiel Dresden (Fotos: Sebastian Hoppe) noch einmal wahre Gänsehaumomente. Moritz Kienemann und Luise Aschenbrenner brillieren in dieser letzten Szene, in der sie die ganze Zerbrechlichkeit und die Verzweiflung eines jungen Paares zeigen, das im Tode jener Zweisamkeit entgegensieht, die ihnen von den gängigen Konventionen der Gesellschaft verweigert ward.

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„Bauer sucht Frau“ im 1980er Look

Die Neuinszenierung von Smetanas „Die verkaufte Braut“ an der Semperoper will viel und bleibt doch unbefriedigend

Die Vorfreude war groß: Bedrich Smetanas „Die verkaufte Braut“ (Fotos: Ludwig Olah) ward an der Semperoper zuletzt 1993 inszeniert und feierte am Freitag (8.3.) in der Regie der Französin Mariame Clément seitdem erstmals wieder Premiere. Das Stück um das junge Paar Marie und Hans, das kein Paar sein darf, weil Maries Eltern die Tochter mit dem schrulligen Wenzel verkuppeln wollen, gilt in Tschechien längst als Nationalheiligtum des Musiktheaters und wurde zu Recht seit 1869 überall auf der Welt gefeiert. Denn wer die herrliche Musik einmal im Ohr hat, mit der Smetana auch den Traditionen seiner Heimat huldigte, der muss diese Oper lieben.

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Die Lady ist zurück in Dresden!

Die Staatsoperette Dresden zeigt „My Fair Lady“ im Kraftwerk Mitte

Nein, „My Fair Lady“ ist nicht bloß ein Musical. In Dresden ist die Geschichte um das Blumenmädchen Eliza Doolittle und den Phonetik-Professor Henry Higgins durchaus ein wenig legendär. Mit Marita Böhme und Peter Herden in den Hauptrollen hat das Stück 1965 an der Staatsoperette Dresden einst Theatergeschichte geschrieben und brachte es auf 446 Vorstellungen in 13 Jahren. Erst 2000 wagte man sich an eine Neuauflage, die mit Tom Pauls und Böhmes Tochter Jessica Glatte bis 2015 erneut 163 Mal gespielt wurde. Im Kraftwerk Mitte läutet der Regisseur Sebastian Ritschel nun abermals eine neue Ära für das Stück (Fotos: Stephan Floß) ein und verleiht der Story von Alan Jay Lerner und Frederick Loewe nach George Bernhard Shaws „Pygmalion“ opulent modernen Charme.

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Sturm in der Glühweinhütte

Breschke & Schuch öffnen die „Striezelmarktwirtschaft“ zur saftigen Jahresendabrechnung

Auch wenn sonst nichts beständig scheint: Die Weihnachtszeit konfrontiert uns alljährlich mit lieb gewonnenen Traditionen. Eine solche hat am Kabarett Breschke & Schuch seit vielen Jahren auch die „Striezelmarktwirtschaft“, mit der sich immer im Advent das Tor für eine satirische Jahresendabrechnung öffnet. Ähnlich wie der Feiertagsschmaus bei Muttern verspricht das Programm ein Wiedersehen mit alten Bekannten, die sich einen schonungslosen Rückblick aufs Jahr liefern. Und wie das in den besten Familien nun eben vorkommt, beginnt der Spaß dieses Mal mit einem deftigen Streit.

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Zäh wie Kaugummi

„Ariadne auf Naxos“ wird an der Semperoper Dresden zur Geduldsprobe – immerhin mit guter Musik

Dinner in der Oper? Regisseur David Hermann macht’s möglich: Er platziert eine fein gekleidete Gesellschaft am reich gedeckten Tisch im Rundfoyer. Drei Musiker spielen zur illustren Abendrunde. So beginnt das Spiel mit dem Spiel in Richard Strauss‘ „Ariadne auf Naxos“ an der Semperoper (Fotos: Ludwig Olah) schon eher als gedacht, ragt mittenrein ins echte Opernleben. Hermann lässt die feine Festgesellschaft vor der Vorstellung und während der Pause verheißungsvoll in Pantomime plaudern. Vielleicht reden sie über die Kunst? Vielleicht über die Liebe? In jedem Fall fließt guter Champagner. Am Ende begegnen sie uns auf der großen Bühne erneut, wandern durch das Bild.

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Premiere im Doppelpack

Die Staatsoperette Dresden startet mit zwei humorvollen Einaktern in die neue Saison

Kurze, amüsante Formate sind nicht bloß im TV ein beliebtes Genre. Die Staatsoperette Dresden zeigt Franz von Suppés Operette „Die schöne Galathée“ und Giacomo Puccinis bitter ironischen Opernspaß „Gianni Schicchi“ in einem unterhaltsamen Doppelabend. Das scheint gewagt. Ist doch das einzige, was diese beiden Einakter auf den ersten Blick gemeinsam haben, ein guter Plan des Protagonisten, der am Ende außer Kontrolle gerät. In der Regie von Axel Köhler und mit den Bühnenbildern von Arne Walther fügt sich dies jedoch zum runden Musiktheatererlebnis (Fotos: Kai-Uwe Schulte-Bunert).

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Sehnsucht nach Afrika

Helga Werner erzählt mit „Die letzte Safari“ in der Kulturkulisse aus dem Leben von Karen Blixen

Wer den Film „Jenseits von Afrika“ kennt, dem wird der Name der dänischen Autorin Karen Blixen oder zumindest ihr Pseudonym Tania Blixen ein Begriff sein. Die Literatin ist auch die Hauptfigur in Katrin Ammons Theatermonolog „Die letzte Safari“, der jüngst in der Kulturkulisse in Dresden-Plauen seine Uraufführung feierte.

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Oper als Kür

Lehramtsstudenten der Musikhochschule zeigen Kurt Schwaens Oper „Leonce und Lena“

Werke des Komponisten Kurt Schwaen (1909–2007) sind äußerst selten auf den Programmzetteln in Dresden zu finden. Mit Schwaens Kammeroper „Leonce und Lena“ nach dem Lustspiel von Georg Büchner bringen die Lehramtsstudenten der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber (HfM) daher diesmal eine kleine Rarität auf die Bühne (Fotos: Katharina Quandt) des Labortheaters.

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Mit der Rennpappe gen Süden

„Go Trabi Go“ weckt in der Theaterfassung an der Comödie Dresden gute Nachwende-Erinnerungen

Familie Struutz ist wieder auf Reisen. Mit dem himmelblauen Trabant „Schorsch“ geht es bei „Go Trabi Go“ (Fotos: Robert Jentzsch) an der Comödie Dresden rund. Von Bitterfeld bis nach Neapel wollen Papa Udo, Mama Rita und die freche Jaqueline mit der Rennpappe düsen, um die neu gewonnene Freiheit nach der Wende zu genießen. Der gleichnamige Film von Peter Timm und Reinhard Klooss aus dem Jahr 1991 ist lange schon Kult, nun erobert die Story in der Fassung von Christian Kühn als rasante Roadkomöde auch die Theaterbühne.

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