Hüpfend vom Eierkuchen zur Weltrevolution

Hoppes Hoftheater zeigt „Die Känguru-Chroniken“ als Kammerstück mit Puppe

Hüpfend und Schnapspralinen futternd hat ein Känguru in Dresden Einzug gehalten. Wo es genau herkommt, das weiß man nicht so recht. Doch frech und vorlaut ist das Tier, mag Eierkuchen, am liebsten mit Hackfleisch, und bezeichnet sich als Kommunist. Die „Känguru-Chroniken“ des Berliner Autors und Kleinkünstlers Marc-Uwe Kling sind längst Kult. Weiterlesen

Die Welt steht Kopf im Dachgeschoss

Kafkas „Verwandlung“ am Schauspielhaus Zürich

Als Gregor Samsa eines Morgens in seinem Bett aufwacht, ist nichts mehr wie vorher. Der Sohn ist in ein „ungeheures Ungeziefer“ verwandelt und die Ordnung der ganzen Familie bricht plötzlich auseinander. Die Erzählung von Franz Kafka ist bekannt und gehört längst zum Repertoire aller großen Theater. Am Schauspielhaus in Zürich (Premiere war am 2.12.2016) beschert das Stück nun in der Bühnenadaption des isländischen Regisseurs Gisli Örn Garðarsson und mit Musik von Nick Cave und Warren Ellis einen außergewöhnlich packenden Abend.

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Ankommen

Essay über Dresden

Dresden ist eine Stadt, aus der man ab und zu fliehen muss. So schön sie auch ist, so eng und klein kann sie einem werden. Es ist dann ein bisschen, als schmorte man im Saft des Kesseltals. Als Studentin habe ich tatsächlich einmal ein Jahr lang den Fuß nicht aus meiner Heimatstadt gesetzt. Weiterlesen

Schneckenspaß mit Earl Grey und Marlborough

„Sherlock Holmes“ schnüffelt jetzt am Boulevardtheater Dresden

Es ist Nacht in Eastwick. In der gemütlichen Bibliothek eines herrschaftlichen englischen Hauses liegt der alte Earl tot auf dem Sofa, während der Regen an die Fenster des Wintergartens prasselt. Da kann eigentlich nur einer helfen: Der seit 130 Jahren bekannte Meisterdetektiv „Sherlock Holmes“ ermittelt nun auch am Boulevardtheater Dresden. Das Buch zu dem furiosen Fall mit dem Untertitel „… und die Schnecken von Eastwick“ (Fotos: PR/Robert Jentzsch) stammt aus der Feder von Michael Kuhn – in der Regie von Olaf Becker entsteht daraus eine wundervolle Theaterhommage an den großen Ermittler aus England.

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Musikalische Brücken nach Belgrad und Ljubljana

Pianistin Mirjana Rajic engagiert sich für ein trinationales Projekt am Landesgymnasium für Musik

Mirjana Rajic wusste schon als Kind, dass sie Pianistin werden will. Die zarte, aber energievolle junge Frau (Foto: PR/Matthias Creutziger) brennt für die Musik – und sie liebt es, diese Leidenschaft an junge Musiker weiterzugeben. Seit 2015 leitet die gebürtige Serbin die Klavierabteilung am Landesgymnasium für Musik Carl Maria von Weber und engagiert sich sehr, ihren Schülern mit Meisterkursen oder Konzerten auch außerhalb des Schulbetriebs wichtige Erfahrungen zu vermitteln. Weiterlesen

Kunst ohne Grenzen

Wie drei Busse vor der Frauenkirche die Welt auf den Kopf stellen …

Manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr. Es war nach einem meiner Workshops an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, als ich im November 2016 zum ersten Mal von Manaf Halbounis neuem Projekt hörte. Eine Freundin und Kollegin erzählte mir damals, was der Absolvent der Hochschule mit „Monument“ in Dresden vorhat: drei Busse hochkant vor der Frauenkirche, die an den Krieg in Syrien erinnern. Denn so wie die Menschen 1945 hier unter der dicken Kuppel der Frauenkirche Schutz suchten, versteckten sich die Einwohner von Aleppo vor Scharfschützen hinter großen, senkrecht aufgestellten Bussen.

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Was ist eigentlich noch sicher?

Wolfgang Engel inszeniert Heinrich von Kleists „Amphitryon“ am Staatsschauspiel

Heinrich von Kleists „Amphitryon“ erklärt die Gewissheit allen Seins für nichtig. Das Spiel der verwirrten Identitäten, in dem göttliche Doppelgänger alle Tatsachen, die uns klar erscheinen, ins Wanken bringen, erschien 1807 nach einer Vorlage von Molière in Dresden, uraufgeführt wurde es in Berlin. In der Inszenierung von Wolfgang Engel feiert Kleists Stück (Fotos: David Baltzer) nun Premiere (4.2.) am Staatsschauspiel Dresden. Und auch hier weiß am Ende niemand mehr so recht, wo die Grenze zwischen Lustspiel und Tragödie verläuft, denn Kleist stellt einmal mehr die bestehende Ordnung in Frage, indem er seine Figuren in einen unauflösbaren Strudel der Irritation schickt. Weiterlesen

Märchen versus Realität

Ein Tanztheaterstück an den Landesbühnen Sachsen zeigt die Welt der „Prinzessinnen“

Kaum eine Märchenfigur ist so faszinierend wie die der schönen Prinzessin. Sie ist zum Idealbild geworden, das sich in der Realität bis heute spiegelt: „Prinzessinnen“ gibt es nicht nur im Märchen und an Adelshäusern, sie erobern die Bühnen und Laufstege dieser Welt, verführen Männer, strahlen im Rampenlicht und hungern oft heimlich, um allen Erwartungen zu entsprechen. Wie wenig diese „Prinzessinnen“ mit dem romantischen Ideal oft gemein haben, zeigt Manuel Schöbel in einem fast melancholischen Tanztheaterstück (Fotos: PR/Hagen König), das am Sonntag (29.1.) an den Landesbühnen Sachsen Uraufführung feierte.

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Dresden, Du Wunderschöne …

Warum Selbstliebe keine Schande, Sondern eine Chance für Dresden ist

Ach, nö muss das sein? Brauchen wir wirklich noch einen von diesen selbstverliebten, lobhudelnden Texten über Dresden? Kennen wir die Stadt nicht schon gut genug? Dieses kleine, barocke 500.000 Seelen-Dorf an der Elbe. Drezdany im Tal der Ahnungslosen, wo die Menschen stur und konservativ, kultursüchtig und manchmal auch ein bisschen grummelig sind. Und das sind sie tatsächlich.

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Fasanengarten im Winterkleid

Märchenhafter Spaziergang In Moritzburg …

Es gibt Orte, die liegen vor der Haustür, ganz nah und sind doch so geheimnisvoll wie die Geschichten in einem guten Märchenbuch. Der kleine Leuchtturm auf der Mole am Bärnsdorfer Großteich ist so ein Ort. Schon von Weitem leuchtet er in zartem Rosa wie ein warmer Farbtupfer in der weißen Winterlandschaft.

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