Fulminanter Start mit Wagner und Strauss

Musikfestspiel-Auftakt mit der Staatskapelle Berlin

Die Dresdner Musikfestspiele 2014 sind eröffnet. Zum Auftakt gab die Staatskapelle Berlin (Foto: PR/Holger Kettner) am Freitagabend (23.5.) ein furioses Konzert in Semperoper. Auf dem Programm zum Start für den 37. Festspieljahrgang standen, noch fern vom diesjährigen Motto „Goldene Zwanziger“, zunächst drei wegweisende Werke der beiden just jubilierenden Stadtkinder, Richard Wagner (1813-1883) und Richard Strauss (1864-1949).

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(Un-)Treueprobe mit Happy-End

Mozarts „Così fan tutte“ an der Semperoper

Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Così fan tutte“ (1790) ist tausendfach gespielt – und noch immer aktuell. Regisseur Andreas Kriegenburg lässt das beliebte Repertoirestück in seiner Inszenierung an der Semperoper Dresden nun als sinnlichen Maskenball der Gefühle (Foto: PR/Matthias Creutziger) abermals wiederauferstehen.

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Elektrisierende „Elektra“

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Furiose Eröffnung des Strauss-Jahres an der Semperoper

Das Strauss-Jahr ist eröffnet! Mit einer Premiere, die dresdnerischer kaum sein könnte. Einer selten umjubelten Premiere. Richard Strauss’ Oper „Elektra“ auf das Libretto von Hugo von Hofmannsthal feierte anno 1909 in der Semperoper umstrittene Uraufführung und ward nun in der Regie von Barbara Frey an gleicher Stelle zu neuem Leben erweckt.

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Neun Uraufführungen, aber keine Wohnung

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Wie Richard Strauss nach Dresden kam

Dem Wagner-Jahr folgt das Strauss-Jahr. Doch wer war Richard Strauss eigentlich? Und was verbindet ihn mit Dresden? Eine Spurensuche.

Richard Strauss, eigentlich Richard Georg Strauss, wurde am 11. Juni 1864 in München geboren und gehört – nicht zu verwechseln mit dem Walzer-Johann – zu den großen deutschen Musikern der ausklingenden Spätromantik. Anders als Richard Wagner hat Richard Strauss jedoch niemals in Dresden gelebt. War die hiesige Hofkapelle für Wagner eine musikalische „Wunderharfe“, so soll Strauss die Stadt und ihre Oper als „Dorado“ für Uraufführungen bezeichnet haben.   

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Dem Musikgenie auf den Fersen

Wagners Spuren (3) –  Themenführung

Richard Wagner ist aus heutiger Sicht wohl der bekannteste Hofkapellmeister in Dresden gewesen. Dennoch wissen die meisten Gäste der Stadt nicht, dass Wagner hier überhaupt wirkte. „Viele verbinden den Komponisten eher mit Bayreuth und sind dann sehr überrascht, dass Wagner an der Semperoper gearbeitet und auch die Kreuzschule besucht hat“, sagt Gabor Köhler, Gästeführer und Teamleiter in der Semperoper Dresden. Überhaupt sollte Wagner nicht nur 2013 mehr in den Fokus des städtischen Kulturlebens rücken, findet Köhler. Dresden sei schließlich eine ebenso bedeutende Musik- wie Kunststadt und sollte als solche auch noch mehr wahrgenommen werden.

Das Wagner-Jahr könnte dafür der ideale Anlass sein. So bietet die Oper anlässlich des 200. Geburtstages des berühmten Komponisten ab 10. Februar erstmals drei Themenführungen über Wagner an. Gabor Köhler hat diese Führungen zusammen mit seinen Kollegen ausgearbeitet und hofft, damit nicht nur Touristen, sondern auch mal wieder Dresdner in die Oper locken zu können. „Wer sich für die Semperoper interessiert, der kommt an Wagner nicht vorbei“, sagt er. Köhler ist sich aber sicher, dass nicht nur Dresden von Wagner profitierte, sondern auch umgekehrt. „Er hat drei seiner Opern in Dresden uraufgeführt, das war auch der Beginn seiner großen Karriere“, sagt der Opernkenner. Wie Wagner Dresden wiederum zur Musikstadt machte, das ist das Thema der ersten Sonderführung, die am Sonntag um 14.45 Uhr (sowie am 13.4., 14.45 Uhr) in der Oper startet.

„Wagner wurde 1843 Kapellmeister in Dresden und besetzte damit eine damals schon renommierte Stelle. Ich denke, er ist gern nach Dresden gekommen“, sagt Gabor Köhler. Richard Wagner habe die Hofkapelle hier sehr geprägt, dürfe allerdings neben Weber und Strauß auch nicht überbewertet werden, findet er. Schließlich gleicht die Geschichte der Dresdner Hofkapellmeister einer Aneinanderreihung bekannter Musiker-Namen, die bis zum heutigen Chefdirigenten Christian Thielemann reicht. Die zweite Themenführung widmet sich daher unter dem Motto „Von Wagner bis Thielemann – ein Stück Dresdner Musikgeschichte“ (erstmals am 2.3., sowie am 27.4., 14.45 Uhr) somit neben Wagner auch der Entwicklung der Sächsischen Staatskappelle Dresden, die zu den ältesten Orchestern der Welt zählt.

Und weil all diese renommierten Hofkapellmeister ohne eine ebenso renommierte Spielstätte kaum denkbar sind, geht es in der dritten Themenführung um „Wagner und Semper – zwei Genies in Dresden“. Diese wird mit zwei Stunden etwa doppelt so lang dauern wie die anderen beiden, weil sie nicht nur durch das Opernhaus, sondern auch in die Gemäldegalerie führt. „Es soll dabei neben der Musik auch um Architektur und Gottfried Semper gehen, den eine tiefe Freundschaft mit Wagner verband“, sagt Gabor Köhler. Er selbst wird in diesen Themenführungen ab Mai 2013 in der Galerie an ausgewählten Bildnissen sowohl Dresdner Architektur- als auch Musikgeschichte erklären und so wiederum den Bogen von der Kunst- zur Musikstadt schließen.

Die Themenführungen werden etwa zweimal im Monat angeboten. Karten sind auf Vorbestellung (Tel.: 0351/3207360) in der Schinkelwache erhältlich.

Nicole Czerwinka

Linktipp: www.semperoper-erleben.de

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Rätselhafte Musikmärchenstunde

Semperkönig auf Sinnsuche

Zum Jahresanfang lädt die Semperoper auf der kleinen Bühne „Semper II“ noch einmal zu einer philosophischen Märchenstunde ein. In Ernst K?eneks Oper „Das geheime Königreich“ (Foto: PR/Matthias Creutziger) begibt sich der König auf die sinnfällige Suche nach der Lösung für eine Rätselaufgabe, die ihm kein geringerer als der Narr an seinem Hofe stellte. Was ist wohl rund, glänzt, ist an einem Haupte und fasst eine ganze Welt in sich? Nur soviel sei an dieser Stelle verraten, die Königskrone ist nicht gemeint.

Das fünfzigminütige Märchenstück über Macht, Gier, Liebe und die Suche nach dem Glück ist mehr in der Realität denn in der Phantasie verankert und erfreut nicht nur die Kleinen mit einem zauberhaft wandelbaren Bühnenbild und königlichen Kostümen (Okarina Peter & Timo Dentler). Die großen Zuschauer bekommen obendrein – der Narr kündigt es gleich zu Beginn an – noch allerhand Stoff zum Nachdenken und Philosophieren mit auf den Heimweg. Denn keinesfalls handelt es sich hierbei um ein Märchen nach dem simplen Grimm-Schema, das stur in Gut und Böse unterteilt.

Verpackt in K?eneks moderne Musik des 21. Jahrhunderts, hält die Inszenierung von Manfred Weiß dabei eindrucksvoll die Waage zwischen Unterhaltung und Anspruch, wobei vor allem Hans-Joachim Ketelsen als trefflich naiver Monarch überzeugt, der sich doch zum Guten wandelt. Auch Norma Nahoun gibt eine grandiose Glitzer-Lady auf der Suche nach dem Glück ab. So werden die 50 Märchenminuten am Ende tatsächlich zu dem, was der Narr zu Anfang prophezeit: Ein gelungenes kleines Spiel mit „wenig Musik, Tanz und Gesang, und so viel zum Nachdenken.“

Nicole Czerwinka

„Das geheime Königreich“, Dresden, Semper II wieder am 14. und 16. Januar, 19 Uhr und am 19. Januar 16 Uhr, 22. Januar 18 Uhr.

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Getanzte Zauberwelten

„Der Nussknacker“ an der Semperoper

Kaum ein Ballett ist wohl so eng mit Weihnachten verbunden wie der „Nussknacker“ – und ebenso wie das schönste Fest im Jahr bringt auch die aktuelle Produktion an der Semperoper die Augen von Groß und Klein zum Leuchten. Vor romantischer Dresden-Kulisse (Bühne und Kostüme: Roberta Guidi di Bagno) erwachen hier getreu der literarischen Vorlage E.T.A. Hoffmanns die Spielfiguren des Mitternachts zum Leben, tanzen die Zinnsoldaten und Zuckerpuppen im schneebedeckten Märchenwald (Foto: PR/Costin Radu). Im Wesentlichen dem ursprünglichen Ballettlibretto von Marius Petipas folgend, bleibt in dieser Kooperation von Semperoper Ballett und der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden kein Platz für Düsteres.

Ballettdirektor Aaron S. Watkin und Palucca-Rektor Jason Beechey haben dabei eine klare, klassische Choreografie erarbeitet, die sowohl den kleinen als auch den großen Tänzern viel Raum für Individualität lässt und deren Bewegungsabläufe ungezwungen und natürlich wirken. Für Spannung sorgt dabei eben jenes Wechselspiel zwischen jungen und erwachsenen Tänzern. Am deutlichsten wird dies in der Figur der Marie, die auch choreografisch eine innere Entwicklung vom kleinen Mädchen (Lydia Jahn) zur erwachsenen Frau (Anna Merkulova) durchmacht – bis sie schließlich mit ihrem Prinzen (István Simon) den Blumenwalzer tanzt.

Unter der musikalischen Leitung von Vello Pähn verschmelzen Tschaikowskys  berühmte Melodien dabei exakt mit dem bunten, zauberhaften Geschehen auf der Bühne. Sodass man wünscht, der Abend möge nie zu Ende gehen.

(erschienen am 30.11.11 in Hochschulzeitung „ad rem“)

Semperoper Dresden wieder am 3.12., 5.12. sowie am 9. und 13. Dezember, 19 Uhr

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Fader Faust im Märchenwald

Keith Warner inszeniert Gounods Goethe-Adaption an der Semperoper

Charles Gounod machte aus Goethes „Faust“ 1859 eine wirklich französische Oper mit Walerzklängen und dem Fokus auf dem einzigen amourösen Element des Dramas, der Gretchentragödie. Von den Deutschen einst als Skandal verschrien, gehört das Stück inzwischen zu den meistgespielten Werken der Opernliteratur. In der Semperoper, die mit den Franzosen bekanntlich seit jeher wenig am Hut hatte, kam das Stück zuletzt im Jahr 1936 zur Aufführung und wurde nun von Keith Warner erneut zum Leben erweckt.

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