Weltreise in 6000 Schritten

So viele Nationen stecken im Schlosspark Pillnitz

Dresdner müssen nicht zwingend ins Flugzug steigen, um einmal um die Welt zu reisen. Bei einem Spaziergang durch den Schlosspark Pillnitz lässt sich herrlich in die Ferne schweifen. Wir haben einmal gezählt, wie viele Länder man auf einem durchschnittlichen Spaziergang von ca. 6000 Schritten in Pillnitz streift.

1 China

Bekanntlich sind sowohl das Berg- als auch das Wasserpalais von fernöstlich inspirierten Dekorationen geprägt. Die Chinoiserie ist ein Ausdruck der Chinamode im 18. Jahrhundert und in Pillnitz so ausgeprägt wie sonst nirgendwo in Dresden. Ganz besonders deutlich wird das zudem am Chinesischen Pavillon, der mit seinem Pagodendach sowie mit gemalten Drachen- und Blütenmotiven an die Bauwerke im alten China erinnert. Die höfische Gesellschaft hat sich an diesem idyllischen Fleckchen Erde unter anderem zum Teetrinken, Musizieren oder für stille Betrachtungen zurückgezogen.

2 England

Nur wenige Schritte weiter befindet sich der Englische Garten im Schlosspark Pillnitz. Mit seinen geschwungenen Wegen und weichen Sichtachsen, die an die Betrachtung eines romantischen Gemäldes erinnern, bildet er einen wirkungsvollen Kontrast zum streng barocken Schlossgarten. Poetisch fügt sich hier auch der Englische Pavillon ein, der der Hofgesellschaft als Rückzugsort und Aussichtspunkt auf das Elbtal diente.

3 Frankreich

August der Starke ließ sich bei der Konzeption von Schloss und Park Pillnitz auch vom Französischen Barock, vor allem von Schloss Versailles bei Paris, inspirieren. Berg- und Wasserpalais sowie das neue Palais umrahmen einen exakt komponierten Gartenhof, der sich an dem barocken Ideal von Ordnung, Übersicht und Symmetrie orientiert. Der Lustgarten zwischen Berg- und Wasserpalais ist im strengen französischen Stil angelegt. Die Labyrinthe und Heckenräume entstammen ebenfalls der französischen Barocktradition.

4 Italien

Die Gondel Augusts des Starken ist eindeutig von den Gondeln in Venedig inspiriert. Sie diente dem Kurfürsten zum Transport zwischen Dresden und Pillnitz und wurde für festliche Fahrten genutzt. Obwohl sie viel größer ist, erinnert sie in ihrer zarten, schlanken Form an venezianische Gondeln. Auch die hier verwendeten Prunkverzierungen, der Baldachin und geschnitzte Elemente sind typisch für die Gondeln auf dem Canal Grande.

5 Botanik

Nicht zu vergessen all die Gewächse, Bäume und Pflanzen, die August der Starke aus aller Welt nach Pillnitz bringen ließ. Hier lohnt es sich, noch einmal genauer hinzusehen: Neben Zitronen- und Orangenbäumen, Oleander, Lorbeer, Agaven und Palmen (Mittelmeer und Subtropen) beherbergt der Schlossgarten u.a. Tulpenbäume, Roteichen (Nordamerika), Ginko, Japanische Ahornarten, Magnolien und Bambus (Ostasien) und natürlich heimische Gewächse wie Linden, Buchen und Eichen. Die berühmte Pillnitzer Kamelie wurde aus Japan eingeführt.


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