Die Dialekte der Musik

arabische und deutsche Musiker proben in Dresden Integration mit Musik

Es klingt wie das Normalste auf der Welt: Sechs Musiker treffen zusammen, um gemeinsam Musik zu machen. Doch wenn sie aus verschiedenen Kulturkreisen stammen, kann daraus leicht ein Abenteuer werden. „Transit Place“ heißt ein Projekt, bei dem sich zwei Dozenten der Dresdner Musikhochschule mit Mitgliedern der Banda Internationale zusammengefunden haben, um voneinander zu lernen und miteinander ein Konzert zu geben. Ein Gitarrist aus Kolumbien, ein Oudspieler und ein Rapper aus Syrien, eine deutsche Opernsängerin, ein Cellist aus Deutschland und einer aus dem Irak (Fotos: privat) werden nun im Rahmen des Interkulturellen Musikforums Sachsen am Samstag (22.10.) unter dem Titel „Transit Room – eine musikalische Begegnung“ in der Dresdner Musikhochschule den Begriff „Integration“ sprichwörtlich mit Klang füllen.

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Das Theater links vorne, neben dem Schuhkarton

Vom Theater im Hörsaal des Weberbaus wurde die TU-bühne in 60 Jahren zur Institution

Die bühne – das Theater der TU Dresden wird 60 Jahre alt und feiert das vom 21. bis 23. Oktober mit einem großen theatralen Wochenende (Fotos: PR/Maximilian Helm) im Weberbau. Zum Auftakt der Jubiläumsspielzeit erklären der künstlerische Leiter Matthias Spaniel und der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Felix Tritschler, wie das jüngste Ensemble Dresdens dabei auf 60 Jahre zurück- und in die Zukunft blickt.

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Musikalischer Reisebericht

Das Landesjugendorchester Sachsen lässt die Sonne Perus im Konzertsaal scheinen

Musik ist die einzige Sprache, die überall auf der Welt verstanden wird. Wie keine andere eignet sie sich daher, den lebhaften Austausch der Kulturen anzustoßen. So geschehen auch im 50. Projekt des Landesjugendorchesters Sachsen (LJO), das die jungen Musiker als Kulturbotschafter des Freistaats zehn Tage lang nach Peru führte. Gemeinsam mit peruanischen Schülern erarbeiteten sie in Lateinamerika ein äußerst facettenreiches Programm, führten es dort viermal auf (Foto: PR/Stephan Flad) und brachten es mit einem Rucksack voller Eindrücke schließlich mit zurück nach Dresden. Im Konzertsaal der Hochschule für Musik verknüpfte das LJO am Sonnabend (15.10.) dabei Werke beider Kontinente zu einem einzigartigen Konzerterlebnis.

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Gefangen in der Illusion

André Previns Oper „A Streetcar Named Desire“ an den Landesbühnen Sachsen

Pelze und Perlenketten zeugen von prächtigen Jahren. Doch sie können nicht verhüllen, dass die elegante Lady Blanche DeBois am existenziellen Abgrund steht. Verzweifelt kriecht sie in der schäbigen Zweizimmerwohnung ihrer Schwester Stella unter, argwöhnisch beobachtet von deren Mann Stanley Kowalski, der bald die Ordnung seiner kleinen Welt gestört sieht. Tennessee Williams düstere Milieustudie „Endstation Sehnsucht“ ist ursprünglich als amerikanischer Nord-Südstaatenkonflikt angelegt und gehört längst zum Repertoirestoff deutscher Theater. Weniger bekannt ist dagegen die Oper „A Streetcar Named Desire – Endstation Sehnsucht“ (1998) des deutsch-amerikanischen Komponisten André Previn. Sebastian Ritschel hat das Stück an den Landesbühnen Sachsen (Fotos: PR/Hagen König) neu inszeniert und bringt damit vor den Toren von Dresden eine kleine Rarität auf die Opernbühne.

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Rebellion für die Liebe

Die Bürgerbühne zeigt Shakespeares „Romeo und Julia“ als mitreißendes Dokumentarstück

Zwei Kinder, die sich lieben. Zwei Familien im Streit. William Shakespeares „Romeo und Julia“ erzählt mehr als nur die universelle Geschichte von unglücklich Liebenden. Es ist zugleich die Geschichte vom Hass zweier verfeindeter Familien, von sinnlosem Neid, Missgunst und Hilflosigkeit. Die Bürgerbühne Dresden bringt dazu ein mitreißendes zweisprachiges Theaterprojekt (Fotos: PR/Krafft Angerer) auf die Bühne, das die Beziehungen deutsch-arabischer Paare ins Rampenlicht rückt und somit offen den Bezug zur Gegenwart sucht.

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Psychothriller im Kinderzimmer

Michael Schulz inszeniert Richard Strauss „Salome“ als modernes Seelendrama an der Semperoper

Es ist immer etwas Besonderes, wenn an der Semperoper eine neue Inszenierung von Richard Strauss „Salome“ (Fotos: PR/Kilian Forster) Premiere feiert. Im Dezember 1905 in Dresden uraufgeführt und dem Opernhaus seither auf besondere Weise verbunden, ist das Werk schnell als Skandal in die Theatergeschichte eingegangen. Und dennoch hat sich die perverse Psycho-Oper mit dem kryptischen, auf einem Drama von Oscar Wilde fußenden Libretto bis heute hartnäckig in den Spielplänen gehalten. Auch in der Neuinszenierung von Michael Schulz kann man sich dem Sog des Stückes nicht entziehen – und geht am Ende doch seltsam fasziniert von diesem Strauss nach Hause.

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Gänsehaut im Zentralwerk

Szene12 spielt eine Kammeroper nach Puccinis „La Bohème“ – und rührt fast zu Tränen …

Der alte Ballsaal im Zentralwerk Pieschen ist kaum wieder zu erkennen: Das OFF-Opernensemble von szene12 (Foto: PR/Kjeld Stein) hat den Raum in lauschiges Licht getaucht, eine riesige, hölzerne Zuschauertribüne steht in der Mitte, dahinter eine kleine Bar mit Sitzecken. Die Bühne (Leonore Pilz) verströmt die heimelige Atmosphäre einer jungen Wohngemeinschaft, mit einer wüsten Zettelwand, alkoholischen Getränken in den Regalen, Esstisch und einer Matratze als Schlafgelegenheit. Inmitten dieser Kulisse führen die jungen Musiker nun in ihrem vierten gemeinsamen Projekt eine Kammeroper nach Puccinis „La Bohème“ auf und machen dem Publikum einmal mehr Lust auf Oper.

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Abschied einer Diva aus dem Märchenwald

„Die Hexe Baba Jaga“ startet „Das große Finale“ am Boulevardtheater

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Selbst für eine Hexe von Format wie Baba Jaga fällt einmal der letzte Vorhang. Der Mime Rainer König ließ die schrullig gruselige Märchengestalt aus Russland seit 2005 zur Dresdner Kultbühnenfigur mit frechem Eigenleben gedeihen – und machte die Hexe zum Dauerbrenner hiesiger Komödienbühnen. Auf den großen Erfolg des ersten Teils folgte ein zweiter, auf den Zweiten ein dritter …, schließlich eröffnete die olle Klamauknudel aus Sibirien mit dem fünften Teil 2014 die erste Saison am Boulevardtheater. Hier soll der Spuk mit dem sechsten nun auch bald vorbei sein – und so feiert Baba Jaga (Fotos: PR/Robert Jentzsch) in der Regie von Olaf Becker „Das große Finale“ als furiosen Abgesang auf unzählige humorvolle Märchenstunden.

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Mit frischen Ideen auf den Musikmarkt

Zwei Dresdner gründen eine Agentur – und helfen jungen Musikern ins Business

Konzerte in wechselnden Städten, begeisterte Fans, das Hobby zum Beruf gemacht – so verführerisch das Musikerdasein vielleicht erscheinen mag, der Markt ist hart umkämpft und der Karrierestart oft steinig. Allein die Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber (HfM) entlässt jedes Jahr rund 150 Absolventen auf den freien Markt, von denen nur die wenigsten eine Anstellung am Theater oder im Orchester finden. Zwei studierte Musiker haben sich nun das Ziel gesetzt, dieses Haifischbecken zu entern. Mit ihrer Künstlervermittlung Viviendo wollen Philipp Schoof und Marcel Schrenk (Foto: PR) junge Musiker unterstützten und vieles besser machen, was woanders schief läuft.

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