Inszenierung im Musikalltag

Die Dresdner Meisterkurse Musik gehen unter dem Motto „Schau-Spiel-Kunst“ ins fünfte Jahr

Ein bisschen Stolz schwingt schon mit, wenn Prof. Dr. Florian Uhlig, Prorektor für Künstlerische Praxis der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber (HfM) die 5. Dresdner Meisterkurse Musik (DMM) eröffnet. Die stehen dieses Jahr unter dem Motto „Schau-Spiel-Kunst“ und wollen Grenzen zwischen Interpretation, Inszenierung und Authentizität ausloten. Dozenten und Studierende aus aller Welt treffen dabei vom 11. bis 16. September an der HfM zusammen, um Musik zu machen, spielerische Techniken zu verfeinern und im regen Austausch Diskurse anzustoßen.

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Achtung, Nackedei-Alarm!

Mit „Herr Lehrer, Fräulein Lustig schwänzt“ erklimmt das Boulevardtheater den Gipfel des frivolen Humors

Chaos im Lyzeum: Da will Schuldirektorin Ernestine Schnickenfittich eine Mädchenschule mit Niveau eröffnen und dann macht ihr ausgerechnet die freche Tochter des Landrats einen Strich durch die Rechnung. Die hält sich natürlich an keine zuchtvolle Regel – und serviert bald barbusig den idealen Stoff für die dritte frivole Komödie am Boulevardtheater Dresden. Der Rezension sei an dieser Stelle daher ganz ernsthaft folgende Warnung vorangestellt: Wer nackte Tatsachen auf der Theaterbühne ablehnt, sollte dem Stück „Herr Lehrer, Fräulein Lustig schwänzt“ (Fotos: PR/Robert Jentzsch) lieber fernbleiben.

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Ein Hoch auf Aschenputtel!

Hörtipp des Monats: Nils Mönkemeyer und die Bamberger Symphoniker unter der Leitung von Markus Poschner

Die Bratsche galt lange Zeit als das Aschenputtel der Streichinstrumente. Dabei steht sie den Stars im Konzertsaal in nichts nach: Sie kann lyrisch sein und melancholisch, singen und weinen, wild und zart sein – ist erdiger als die Geige und lebendiger als das Cello, wie der Bratschist Nils Mönkemeyer auf seinem aktuellen Album einmal mehr beweist. Zusammen mit den Bamberger Symphonikern unter der Leitung von Markus Poschner hat er darauf Werke von William Walton, Max Bruch und Arvo Pärt eingespielt, die jenen Aufbruch in die Moderne markieren, der auch die nachhaltige Emanzipation der Viola in den europäischen Konzertsälen beschreibt.

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Von oben gelenkt

Die Serkowitzer Volksoper mischt in „Orpheus in der Unterhose“ Gluck mit Offenbach

Wenn Götter sich ins irdische Glück einmischen, geht es hoch her. Denn „die da oben“ handeln aus sicherer Distanz zum Geschehen und wissen daher höchst selten, was den Menschen hier unten tief in seinem Herzen bewegt. Im besten Falle also wird aus einer derartigen Verstrickung ein ironisch launiges Sommertheater, an dem sich alle laben können. Ein solches ist Wolf Dieter Gööck und seiner Serkowitzer Volksoper auch im siebten Jahr geglückt. Erneut hat er für „Orpheus in der Unterhose“ (Fotos: Robert Jentzsch) zwei Musiktheaterstücke feinsinnig seziert und auf witzige freche Weise zu einem Neuen verwoben.

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Von der Verschwendung der Körper …

Ein Rundgang durch die Diplomausstellung der Hochschule für Bildende Künste Dresden

Hell glänzt die Zitronenpresse auf dem Dach der Hochschule für Bildende Künste in der Sonne. Der Engel auf der Spitze reckt keck seine Flügel gen Himmel. Er zieht die Blicke der Vorübergehenden auf sich – und lädt von Oben dazu ein, das Gebäude unter der markanten Kuppel zu betreten: Denn im Oktogon der Kunstakademie kann man bis zum 3. September in der diesjährigen Diplomausstellung einen Blick auf die Kunst von morgen erhaschen.

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Dresden for Kulturhauptstadt 2025!

Ein Plädoyer für die Bewerbung um den Titel, gerade hier, gerade jetzt

Es sollte eigentlich nur ein Gespräch übers Bloggen in Dresden werden – und dann stand plötzlich die Frage im Raum: „Denkst Du die Stadt kann mit ihrer aktuellen Situation überhaupt Kulturhauptstadt werden?“ Logisch, denn wer sollte diese besser beantworten können als wir Journalisten, die jeden Tag über das (Kultur-)Leben in der Stadt berichten. Ich habe mir seither viele Gedanken über Dresden als Kulturhauptstadt 2025 gemacht und bin zu dem Schluss gekommen: Ja, Dresden kann!

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Aus der Vogelperspektive

Lieblingsorte in Dresden: Die Kuppel der Frauenkirche

Dresden ist eine Stadt zum Wohlfühlen, in der man manchmal nur die richtigen Orte entdecken muss. In unserer Serie „Lieblingsorte“ stellen wir in loser Folge solche Plätze vor. Heute geht es nach oben, an einen Platz, den selbst viele Dresdner noch nie erkundet haben – hinauf auf die Kuppel der Frauenkirche.

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„Canaletto“ zwischen Boulevardtheater und Mittelalterstadt

Impressionen vom Dresdner Stadtfest 2017

Geliebt, gehasst und doch irgendwie unumgänglich. Das Dresdner Stadtfest, seit kurzem „Canaletto“ genannt, ist zumindest bei Altstädtern fest im saisonalen Veranstaltungsplan verankert. So schiebt man sich denn alle Jahre wieder zwischen Bier- und Bratwurstständen durch die Massen, packt gratis Luftballons und Kekse in die Tasche, um schließlich pappsatt von Langos oder Dresdner Handbrot vor einer der zahlreichen Bühnen niederzusinken, die Knie wippend im Takt der Radiosternchen-Schmusesongs.

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Mitreißende Mischung

Kontraste fügten sich beim Konzert des Moritzburg Festivals am Sonnabend zu einem runden Ganzen

So verschieden wie die Charaktere der Musiker, die Jan Vogler beim Moritzburg Festival vereint, so unterschiedlich waren auch die Stücke im Konzert am Samstag (12.8.) in der ev. Kirche Moritzburg: Mendelssohns emotionales Klaviertrio d-Moll traf hier auf das spritzig lebendige Gitarrenquintett e-Moll von Luigi Boccherini und auf Brahms melancholisch facettenreiches Streichquintett F-Dur.

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