Zu Besuch bei Erich Kästner

eine Spurensuche in der Neustadt zum 119. Geburtstag des Autors

Er sei immer ein Kind der Königsbrücker Straße geblieben, schrieb Erich Kästner in seinem Roman „Als ich ein kleiner Junge war“ (1957). Der Dresdner Schriftsteller zählt zu den genialsten Autoren des vergangenen Jahrhunderts. Bei einem Spaziergang durch das Viertel seiner Kindheit wird seine Welt wieder lebendig.

Gedenktafel an Erich Kästner, Königsbrücker Straße 66
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Ein guter Anfang

Peter Theiler ist der neue Intendant der Semperoper und stellt die Saison 2018/19 vor

Es ist ein Bild, das sofort Wirkung zeigt: Die Dynamo-Ultras in der Semperoper. Ein Meer aus gelben Trikots und Schals im Parkett und auf den Rängen im großen Saal. Wenn das mal keine Ansage ist! Der neue Intendant Peter Theiler hat heute (22.2.) mit seinem Team das Programm der kommenden Spielzeit vorgestellt – und serviert neben starken Bildern noch so manches, das aufhorchen lässt.

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Mit handgemachter Gitarrenmusik auf Tour

Frank Schlüter hat gerade sein Studium der Akustikgitarre an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden abgeschlossen und startet nun mit seinem Kollegen Peter Groesdonk seine erste Tournee durch Deutschland. Im Interview erzählt er, warum die Expo 2015 für ihn zur musikalischen Initialzündung wurde und wie der Dresdner Jazzszene gern eine neue Facette verleihen würde …

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Ein Fest auf dem Mond

Die Staatsoperette Dresden feiert mit „Frau Luna“ Wiedereröffnung nach der Havarie

Ein Flug zum Mond, das wäre doch was: Urlaub weit entfernt von Mutter Erde, in einer Welt, die alle irdischen Sorgen vergessen lässt. Der Komponist Paul Lincke zauberte aus diesem uralten Traum der Menschen zusammen mit dem Librettisten Heinz Bolten-Baeckers 1899 eine Operette, noch lange bevor Weltraumtourismus in realen Nachrichtenspalten ein Thema war. „Frau Luna“ hat nun die Ehre, die Bühne der Staatsoperette nach der Wasserhavarie im Oktober wiederzueröffnen und lässt den ganzen Zauber des Genres im Kraftwerk Mitte aufsteigen wie Phönix aus der Asche.

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Musikalische Sternstunden im Januargrau

elbmargarita Monatsrückblick im Januar

Ein bisschen hat er sich schon gesträubt, uns im neuen Jahr willkommen zu heißen. Der Januar empfing uns mit Trägheit und grauem Herbstwetter. Auch kulturell war – zumindest in der ersten Hälfte des Monats – noch nicht sehr viel los. Dennoch folgt hier mein Monatsrückblick:

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Karger Klassiker

Thomas Dannemann inszeniert Schillers „Maria Stuart“ am Staatsschauspiel Dresden

Am Ende resigniert Friedrich Schillers „Maria Stuart“. Die Königin von Schottland wird 19 Jahre lang von ihrer Cousine, Königin Elisabeth von England, gefangen gehalten. Die wiederum muss Blutbande gegen Weltpolitik abwägen – und schickt Maria schlussendlich nach langem Zagen doch in den Tod. Regisseur Thomas Dannemann zeigt den Klassiker am Staatsschauspiel Dresden in einer äußerst kargen Inszenierung (Fotos: Sebastian Hoppe). Zischen zwei schrägen Ebenen entwickelt er das prickelnde Psychogramm einer Machtfrau, ohne zeitliche Bezüge ins Heute zu suchen.

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Cinderellas Nacht

Impressionen vom 13. Semperopernball Dresden

Auf der Liste der Veranstaltungen, die jeder Dresdner wenigstens einmal mitgemacht haben sollte, befindet sich der Semperopernball als gesellschaftliches Großereignis wohl ziemlich weit oben. Tatsächlich ist es ein bisschen wie bei Cinderella, wenn man an diesem Abend dann plötzlich selbst in der Oper steht: Rosengestecke und bunte Lichter im Saal, weiß gedeckte Tische, an denen Menschen in edlen Ballroben und Smokings Platz nehmen. Mag die Semperoper auch vielleicht nicht der größte Ballsaal Deutschlands sein, wie von den Veranstaltern keck behauptet, ist sie doch zweifelsohne einer der prächtigsten und schönsten auf der Welt.

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Einfach „Tschick“!

Die Landesbühnen Sachsen bringen den Erfolgsroman als punkige Oper auf die Bühne

Wolfgang Herrndorfs Jugendroman „Tschick“ (2010) ist wohl eine der rasantesten Road Novels der letzten Jahre. Das Buch erlangte in kürzester Zeit Kultstatus, wurde 2016 verfilmt und eroberte in der Schauspielfassung von Robert Koall (2011) von Dresden aus die Bühnen im Land. Vor einem Jahr hat Ludger Vollmer die Story für das Theater Hagen in eine modern-schrille Opernpartitur gegossen, Tiina Hartmann schrieb das Libretto – und Sebastian Ritschel findet mit seiner Inszenierung der Road Oper (Fotos: Matthias Rietschel) an den Landesbühnen Sachsen jetzt graffitibunte Bilder für eine Jugend auf der Überholspur.

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Mehr wert, als alles Geld der Welt!

Natürlich fragt man sich manchmal, warum man das tut – ein Plädoyer fürs Bloggen #darumbloggen

Nein, elbmargarita gehört auch nach fast acht Jahren längst nicht zu den ältesten Blogs in Dresden. Und tatsächlich sind die Bildungsbürger der Kulturstadt mit den Feuilletons zweier Tageszeitungen bis heute im Vergleich noch gut bedient. Die Stadt ist reich an Kultur und trotz widriger Bedingungen gibt und gab es immer genug Menschen, die darüber schreiben wollten. Was dabei meist fehlt, ist allerdings der Fokus auf die kleinen, oft lohnenden Projekte der Studenten und Laiengruppen in der OFF-Szene, auch mangelt es seit Jahren bei den Etablierten an Neugier auf frische Formate und dem Willen zum Ausprobieren, ja schlichtweg an Leidenschaft zur Sache überhaupt.

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Biss zur Montagsdemonstration

Herbstauslese: „Wolfsblues“ von Vanessa Carduie

Tamara liebt David, das wird schnell klar. Nur: Der Afrikaner nennt sich „Vollstrecker“ und ist über zweihundert Jahre alt. Tamara hingegen, als Werwolfwelpe von 26 Lenzen, schafft es nicht, sich von ihrer Familie zu lösen. Rassisten und Dämonenbeschwörer verkomplizieren ihren Alltag, dabei wünscht sie sich sehnlichst eine erotische Begegnung. Nach „WG mit Biss“ und „Neustadtzauber“ (2016) veröffentlichte Selfpublisherin Vanessa Carduie jüngst das Ende der Schattenseiten-Trilogie: „Wolfsblues“ (2017), holt Vampire und Werwölfe nach Dresden zurück – und wieder in ein Bett.

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