Musik mit Herz und Temperament

Alexandra Kayser und die BAnd enVivo rocken die Schlössernacht

Geboren auf den Philippinen, aufgewachsen in Spanien und seit neun Jahren in Dresden zu Hause, ist Alexandra Kayser (Foto: PR) so etwas wie ein kulturelles Multitalent. Wer mit der zierlichen jungen Frau ins Gespräch kommt, merkt schnell, dass sie nicht nur das Herz am rechten Fleck, sondern auch eine ganz große Leidenschaft hat: die Musik.

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(Un-)Treueprobe mit Happy-End

Mozarts „Così fan tutte“ an der Semperoper

Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Così fan tutte“ (1790) ist tausendfach gespielt – und noch immer aktuell. Regisseur Andreas Kriegenburg lässt das beliebte Repertoirestück in seiner Inszenierung an der Semperoper Dresden nun als sinnlichen Maskenball der Gefühle (Foto: PR/Matthias Creutziger) abermals wiederauferstehen.

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Manufaktur als Musikinstrument

Sounddesigner macht Dresden zum Orchester

Es rattert, piept, tickt, brummt, blinkt, spricht und hämmert – das alles vereint in einem rasanten, technoartigen Rhythmus. So klingt die Gläserne Manufaktur in Dresden für den Sounddesigner Jarii van Gohl. Für seinen Soundkalender 2013 sammelt er die typischen Geräusche aus zwölf Dresdner Gebäuden und verpackt diese in ein jeweils charakteristisches Klangbild. Die gläserne Phaeton-Fabrik am Straßburger Platz bildet das akustische Kalenderblatt für den November.

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Verführerischer Zigeunertanz

Bizets „Carmen“ erobert die Semperoper

„Die Liebe ist ein wilder Vogel“, singt „Carmen“ in der gleichnamigen Oper (1875) von Georges Bizet und meint damit wohl vor allem sich selbst. Wild und freiheitsliebend ist diese Carmen, die zwei Männer liebt, dabei aber auch ein Inbegriff des Weiblichen ist – verführerisch, leidenschaftlich, emotional, sexy  und durchtrieben. Bizets Werk, das heute zu den am häufigsten aufgeführten Opern des internationalen Repertoires gehört und dessen Melodien jedem irgendwie bekannt sind, erobert nun in einer Inszenierung von Axel Köhler als Neuproduktion (Premiere am 28.9.) die Bühne der Dresdner Semperoper.

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Kammermusik gegen die Sommerflaute

Moritzburg Festival wird 20 Jahre alt

Mitten im August spielt das Moritzburg Festival seit 20 Jahren in idyllischer Teichlandschaft gegen die kulturelle Sommerflaute an. Von Jan Vogler, Kai Vogler und Peter Bruns 1993 nach mehreren Aufenthalten beim Marlboro-Festival (USA) ins Leben gerufen, ist das Kammermusikfestival rund um Augusts Jagdschloss (Foto: PR/Rene Gaens) seither längst zu einer Institution in Dresden und Umgebung geworden.

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Richard Wagner als „Rahmenprogramm“

Wagners Spuren (4): Das Geburtstagsfest

Einen prominenten Geburtstag feiert man am besten mit prominenten Gästen. So jedenfalls hätte es Dresdens ehemaligem Hofkapellmeister Richard Wagner (1813-1883) wohl gefallen – und so hat er es von seiner zweiten Heimatstadt zum 200. auch bekommen. Seit langem schon waren die beiden Geburtstagskonzerte der Sächsischen Staatskapelle Dresden zu Ehren des Komponisten ausverkauft. Sowohl am 18. Mai in der Frauenkirche als auch am 21. Mai in der Semperoper erklangen dabei vor allem die Werke mit Dresden-Bezug unter der Leitung des viel gerühmten Wagner-Dirigenten und –Nachfolgers Christian Thielemann.

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Buhrufe für die Freiheit

„Manon Lescaut“ an der Semperoper

Es ist ein zeitloser Kampf zwischen Liebe und Geld, eine Kreisbewegung von Gefühl und Verstand, die in Giacomo Puccinis Oper „Manon Lescaut“ zweieinhalb Stunden lang immer wieder neu aufflammt. In Stefan Herheims Inszenierung an der Semperoper Dresden (Premiere am 2.3.13) jedoch wird diese Kreisbewegung kein bisschen langweilig. Der gebürtige Norweger begeisterte in Dresden schon 2010 mit seiner bildgewaltigen Inszenierung von Dvoraks „Rusalka“ sowie mit seiner Interpretation von Bergs „Lulu“ im vergangenen Jahr. Nun verpackt er auch Puccini in einen betörenden Bilderreigen mit überraschenden Sichtweisen.

Der amerikanische Traum von Freiheit und Puccinis Ringen um das beste Libretto – an dem nicht weniger als acht Librettisten beteiligt waren – sind die beiden Ausgangspunkte, von denen aus Herheim seine Inszenierung in ein neues Licht taucht. Gleich zu Beginn baut Renato des Grieux (Thiago Arancam) in seinem Pariser Atelier an einer lebensgroßen Freiheitsstatue, als ihm schließlich die schöne Manon Lescaut über den Weg läuft, in die er sich sofort verliebt. Auch Manon (Norma Fantini) hegt Gefühle für den mittellosen Künstler, entscheidet sich jedoch für den reichen Geronte (Maurizio Muraro). Fortan beginnt des Grieux’ Kampf um seine Geliebte, der sich hier, unter dem überirdischen Kopf der amerikanischen Freiheitsstatue (Bühne: Heike Scheele), nicht nur als Sehnsucht nach Liebe, sondern auch als Sehnsucht nach Unabhängigkeit zeigt. Herheim lässt auch in dieser Oper symbolbeladene Bilder sprechen. So etwa eine große Tafel mit drei Zahlen: Der 4. Juli 1776, man ahnt es, ist der Tag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung.

Beobachtet von den Erbauern der Freiheitsstatue bandeln die beiden Verliebten also miteinander an (Foto: PR/Matthias Creutziger), um später zu erfahren, dass selbst in Amerika keine uneingeschränkte Freiheit herrscht. Denn ausgerechnet das Land der unbegrenzten Möglichkeiten wird für Manon zum Ort der Verbannung. Und auch dafür findet Herheim starke Bilder: Die Heldin erscheint hier zwölffach gefesselt im Baugerüst der Freiheitsstatue, wird später inmitten anderer Frauen vors Gericht geführt und gesteht des Grieux am Ende schließlich doch noch ihre Liebe. Von Anfang an präsent ist dabei zudem die Figur des Schriftstellers mit dem schwarzen Hut (Mathias Kopetzki), der wohl ein bisschen Puccini selbst, ein bisschen auch des Grieux in späteren Jahren darstellt, als dieser – noch immer berührt – seine Geschichte zu Papier bringt.

Bei aller Bildhaftigkeit lässt Herheim stets genug Raum für die Musik. Puccini hat darin das ganze große Pathos der italienischen Oper, aber auch den Aufruhr und die Leidenschaft des Aufbruchs verpackt, die das Bühnenbild gleichsam hörbar widerspiegeln. Chefdirigent Christian Thielemann führt die Sächsische Staatskapelle Dresden erhaben durch diese Oper. Drama, Spannung und Melancholie, aber auch kitschige Süße wechseln in der Partitur – und das Orchester beherrscht in der Premiere alle diese Facetten brillant. Die Töne fügen sich zu einem Klang wie Samt und Satin, weich fließend, dann wieder aufgeregt wie ein Herzschlag. Gänsehaut im Publikum.

Gesanglich begeistert allen voran Norma Fantini als Manon Lescaut, in deren glockenklarer Stimme viel Dramatik mitklingt, egal ob sie kraftvoll anschwellt oder gefühlvoll die leisen Stellen ihrer Partie auskostet. Maurizio Muraro gibt einen rauen, kantigen, brillant darauf abgestimmten Ehemann Geronte. Dagegen scheint der international renommierte Tenor Thiago Arancam als des Grieux von Anfang an ein wenig schwach auf der Brust, kommt auch im Laufe des Stückes nicht so richtig in Fahrt und erntet dafür am Premierenabend – dennoch zu Unrecht – unverschämt hämische Buhrufe. Ebenso wie die Inszenierung selbst, die an dieser Stelle trotzdem als eine der besten in dieser Spielzeit gelobt werden muss.

„Manon Lescaut“ an der Semperoper Dresden, wieder am 06.03. (19 Uhr), 10.03. (18 Uhr) sowie am 28.04., 01.05., 04.05., 18.06., 23.06., 27.06.

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Wissenschaft trifft Wagner

Wagners Spuren (2) – Forschung im Fokus

Kaum hatte Clara Sanmartí ihre Masterarbeit im Fach Musikwissenschaft an der Technischen Universität Dresden fertig geschrieben, steckte die frischgebackene Absolventin auch schon mittendrin in der Vorbereitung einer wissenschaftlichen Tagung. „Mein Professor Hans-Günter Ottenberg schlug mir vor, ihn bei dem Richard-Wagner-Symposium in Dresden zu unterstützen“, sagt Sanmartí. Seit Oktober ist die junge Frau als Prof. Ottenbergs rechte Hand nun neben vielen Dozenten und Wissenschaftlern Mitglied im sogenannten „Wagner-Team“, das für die Vorbereitung des Symposiums verantwortlich zeichnet.

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Willkommen im Wagner-Jahr

Dresdens berühmter Sohn feiert 200.

Herzlichen Glückwunsch! Der Erfinder des Gesamt-Kunstwerks (Dichtung, Musik & Tanz) feiert anno 2013 seinen 200. Geburtstag. Richard Wagner wurde am 22. Mai 1813 zwar in Leipzig geboren, zählt bis heute aber zu den größten musikalischen Künstlerpersönlichkeiten, die Dresdens Stadtgeschichte aufzubieten hat. Gerade ein Jahr ist er alt, als seine Mutter 1814 nach dem Tod des leiblichen Vaters nach Dresden in die Moritzstraße übersiedelt. Und auch nach der Kindheit in der Elbestadt – aus der unter anderem die kindliche Nachahmung hiesiger „Freischütz“- Aufführungen sowie der Besuch der Kreuzschule verbirgt ist – führt Wagners Weg immer wieder nach Dresden zurück.

So kommt der Komponist im April 1842 aus Paris wieder in die Heimat, weil hier seine Oper „Rienzi“ (Oktober 1842) und wenig später auch der „Fliegende Holländer“ (Januar 1943) mit großem Erfolg am Großen Königlichen Hoftheater Uraufführung feiert. Der chronisch verschuldete Künstler bekommt anschließend die Stelle als Zweiter Hofkapellmeister neben Carl Gottlieb Reißiger und wirkt als einer der ersten am neuerbauten Opernhaus, dem ersten Semper-Gebäude am heutigen Theaterplatz. Die Intendanz versprach sich von dem gebürtigen Leipziger wohl neue Impulse. Ganz nebenbei erlebt sie, wie Wagner 1844 die Asche des verstorbenen Komponisten Carl Maria von Weber aus London nach Dresden überführen lässt und so eines seiner großen Vorbilder quasi posthum heimholt. Auch Reformschriften zur Reorganisation der Hofmusik und ein Auftrag zum Bau eines Konzertsaales für Dresden (das alte Dresdner Problem) zeugen von seinem Engagement.

Doch der Komponist ist nicht nur Erneuerer, sondern auch an der Repertoirepflege interessiert. Zeitweise übernimmt er die Leitung der Dresdner Liedertafel, die ihn auch zusammen mit der Raumwirkung der Dresdner Frauenkirche zur Komposition des halbstündigen Männerchorwerks „Liebesmahl der Apostel“ (1843) inspiriert. Weit bedeutendere Werke, die in Wagners Dresden-Zeit entstehen, sind jedoch zwei große romantische Opern: „Der Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg“ (1845 in Dresden uraufgeführt) und „Lohengrin“ (1850 in Weimar uraufgeführt).

Dass in Dresden gewisse Neuerungen Kritik und Kämpfe nach sich ziehen, ist kein alter Hut. Doch Wagner verscherzte es sich bei Hofe vor allem mit seinen politischen Ansichten. Er beteiligt sich aktiv am Dresdner Maiaufstand 1849. Der Komponist publiziert seine Meinung in verschiedenen Medien und verteilt Aufrufe an die Soldaten, sich auf Seite der Revolution zu stellen, lässt Handzettel drucken und verfolgt vom Kreuzturm aus den Zustrom Aufständischer. Nur durch einen Zufall kann er später der Verhaftung entgehen und zunächst nach Weimar flüchten. Im Juni 1849 wird Wagner dann wegen unerlaubter Abwesenheit aus seinem Amt entlassen. Insgesamt 19 Jahre seines Lebens hat er da schon in Dresden verbracht. Eine der nächsten großen Stationen ist Zürich und Bayreuth.

Genau 200 Jahre nach Wagners Geburt bleibt für Dresden nun die Frage: Was wäre gewesen, wenn Wagners Mutter nicht mit ihren Kindern in die Residenzstadt gezogen wäre? Wie hätte sich das Dresdner Musikleben wohl entwickelt, hätte Wagners Ehe nicht nach einem Seitensprung seiner Frau Minna im Jahr 1837 ausgerechnet im ehemaligen Blasewitzer Gasthof am Schillerplatz eine Wiederbelebung erfahren – wo Wagner sich auch erstmals mit dem Rienzi-Stoff befasst? Eine Gedenktafel der Sächsischen Staatskapelle erinnert heute noch daran. Eine weitere befindet sich am Marcolini-Palais, Wagners letzter Wohnstätte in Dresden. Erinnert wird anno 2013 natürlich aber vor allem musikalisch und – weil der Verfasser von Schriften wie „Das Judentum in der Musik“ ebenso streitbar ist – mittels wissenschaftlichem Diskurs. Wo man auch hinsieht, steht Dresdens großer Komponistensohn dieses Jahr im Fokus, obschon er ja eigentlich ein Ziehkind aus Leipzig ist.

Noch 2012 erschien das Dresdner Heft Nummer 112 unter dem Titel „Richard Wagner in Dresden“. An der Dresdner Musikhochschule Carl Maria von Weber startet im Januar eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto Wagner und Folgen (7.1., 9.30 Uhr). Unter selbigem Titel findet zudem vom 24. bis 27. Januar ein Symposium der TU-Musikwissenschaftler in Kooperation mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden, der Sächsischen Staatsoper Dresden, der HfM und der Sächsischen Akademie der Künste im Blockhaus statt. In der Semperoper – Wagners früherer Wirkungsstätte – steht ab 13. Januar wieder der „Lohengrin“ in der Inszenierung von 1983 auf dem Spielplan. Am 23. März feiert „Parsifal“, eine Koproduktion mit den Orchesterfestspielen Salzburg, und am 15. Juni der „Fliegende Holländer“ in Dresden Premiere. Zudem ist am 18. und am 21. Mai jeweils ein Geburtstagskonzert mit Wagners „Wunderharfe“, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, geplant. Und das ist noch längst nicht alles. – Wagner lebt. Zumindest musikalisch.

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Meisterliche Musik im Kronensaal

Meisterkonzerte starten in neue Saison

Die „Meisterkonzerte“ auf Schloss Albrechtsberg laden seit 1993 zu einem anspruchsvollen Kammermusikgenuss im prachtvollen Kronsaal (Foto: PR) ein. Seit 2007 gehören sie zudem als fünfteilige winterliche Konzerreihe vor beziehungsweise nach dem Moritzburgfestival zum Dresdner Musikleben.

Unter der künstlerischen Leitung von Jan Vogler werden sie am 19. Oktober (20 Uhr)  mit einem Kammermusikkonzert auf Schloss Albrechtsberg nun in die Saison 2012/2013 starten. Musikalisch wird in dieser Jubiläumsspielzeit nicht nur die 20. Saison der „Meisterkonzerte“, sondern auch das bevorstehende 20-jährige Jubiläum des Moritzburg Festivals gefeiert. Im Gegensatz zu den vorherigen Konzertjahren, hat Jan Vogler die künstlerische Konzeption für die Jubiläumskonzerte am 19.10.12 und am 7.12.12. dieses Mal zurück an die Gründungsmitglieder des Moritzburg Festivals, Kai Vogler und Peter Bruns, übergeben.

So sind mit den Jubiläumskonzerten auch drei typische Moritzburg-Programme entstanden in denen auch langjährige Kollegen und Festival Künstler mitwirken.In drei farbigen Konzerten werden dabei typische Moritzburg-Programme präsentiert, die von jeweils einem Mitbegründer des Festivals  konzipiert wurden. Den Anfang macht Kai Vogler (Violine), der mit den Festivalkollegen Ulrich Eichenauer (Viola), Henri Demarquette (Violoncello) und Alfredo Perl (Klavier) am 19. Oktober 2012 Klavierquartette von Wolfgang Amadeus Mozart, Johannes Brahms und das Streitrio op. 45 von Arnold Schönberg interpretiert.

Neben den drei Jubiläumskonzerten werden weiterhin die junge Saxophonistin Asya Fateyeva sowie die renommierte Pianistin Mari Kodama im Rahmen der „Meisterkonzerte“-Saison 2012/2013 in Dresden zu Gast sein. (NC)

 

 

 

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