Tschaikowsky, die Schakale und Schostakowitsch

David garrett zeigt in der Frauenkirche, dass er auch Klassisch kann

Das hat Dresden noch nicht oft gesehen: Die Bänke der Frauenkirche sind bis in die höchste Empore voll besetzt –  knisternde Stimmung erfüllt das Gotteshaus. Jan Vogler hat für den Einstand des Israel Philharmonic Orchestra als Residenzorchester bei den Dresdner Musikfestspielen für diesen Abend (18.5.) ein exquisites Programm geschnürt. Am Pult steht Omer Meir Wellber, der Mozarts Da-Ponte-Zyklus an der Semperoper bereits mit frischen Ideen neu erweckte. Solist des Abends ist der in der konservativen Klassikwelt umstrittene Stargeiger David Garrett (Foto: PR/Oliver Killig).

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Berauschender Weltenbummel

Dorothee oberlinger verführt auf Der Blockflöte exotisch zum TräUmen

So ein verträumt exotisches Konzertprogramm hat man in der Dresdner Annenkirche wohl noch nie gehört: Dorothee Oberlinger (Foto: PR) bewies bei den Dresdner Musikfestspielen einmal mehr, was auf der Blockflöte alles möglich ist – und entführte das Publikum zusammen mit ihren „Freunden“ aus den Ensembles 1700 und Sarband auf eine musikalische Weltreise durch Raum und Zeit.

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Poetische Performance von Liebe und Leiden

Die Bohéme 2020 der Dresdner Musikfestspiele zeigt sich so stimmig und sinnlich wie nie

Ein Projekt wie die „Bohème 2020“ habe er sich als junger Cellist auch gewünscht, gesteht Jan Vogler, der Intendant der Dresdner Musikfestspiele, vorab: Ganz frei zu sein, eine Performance kreieren zu dürfen, die unabhängig vom oft erbarmungslos mahlenden Räderwerk des Kulturbetriebs wachsen kann, ist wohl der Traum eines jeden Künstlers. Im Rahmen seines Klassikfestivals (Foto: PR/Oliver Killig) eröffnet Jan Vogler mit „Bohème 2020“ daher seit 2014 jedes Jahr einer anderen Gruppe von ausgewählten Jungstars aus Kunst, Musik und Tanz einen solchen kreativen Freiraum.

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Im Takt der Zeit

Ein Essay zu den Dresdner Musikfestspielen

Wenn Jan Vogler (Foto: PR/Jim Rakete) am Cello sitzt, dann nimmt er sich gern Zeit – Zeit, um seinem Instrument neue Klangfarben zu entlocken, die richtige Interpretation, den perfekten Ton für ein Stück zu finden. Diese intensiven Übungsstunden sind zudem oft auch jene Zeit, in der er zum Nachdenken kommt, über die Musik und über die Programme für seine Festivals, denen er als Intendant mit immer neuen Ideen Lebendigkeit verleiht. Die Dresdner Musikfestspiele hat Jan Vogler dieses Mal mit dem Motto „Zeit“ überschrieben.

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Dresdenpoesie trifft Orchesterportraits

Buchmesse Leipzig 2016 – Ein Livebericht

Die Leipziger Buchmesse ist seit 2011 mein kleines Frühlingshighlight. Immer Donnerstag und Freitag stöbere, höre, lese, diskutiere und bummel ich in den Messehallen. Geschrieben habe ich darüber aber bislang wenig, was wohl vor allem daran liegt, dass Leipzig eben bekanntermaßen nicht Dresden ist. Da aber nichts so sehr vom Blick über den Tellerand lebt, wie die Kultur, will ich dieses Mal einen Versuch wagen – und werde in diesem Beitrag Buchmessesplitter im Liveverfahren posten.

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Schumann, Dresden und ein europäisches Orchester

Dresdner Festspielorchester sucht Unterstützer für erstes CD-Projekt

Meeresrauschen, Felsen und eine CD mit Werken von Robert Schumann. Wie das zusammen passt, kann man derzeit auf der Facebook-Seite der Dresdner Musikfestspiele sehen. Dort wirbt Michael Neuhaus, Bassist und Vorstandsvorstand des Dresdner Festspielorchesters (Foto: PR/Oliver Killig), mit einem witzigen Handyvideo für eine besondere Aktion: Das Dresdner Festspielorchester möchte anlässlich seines fünfjährigen Bestehens in diesem Jahr seine erste CD aufnehmen. Damit das umfangreiche Projekt realisiert werden kann, sammeln die Musiker nun Geld über die Crowdfundingplattform „99 Funken“.

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Die Sache mit der Kreativität …

„Sound & Science“ liefert musikalische Denkanstöße

Unter dem Motto „Sound & Science“ kooperieren die Dresdner Musikfestspiele seit 2014 in einem noch recht jungen Projekt mit der TU Dresden. Die Idee dazu sei Musikfestspielintendant Jan Vogler und TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen bei einem Glas Wein gekommen, erzählen die beiden immer wieder gern. „Wir wollen damit Türen aufstoßen, für beide Seiten – die Musikfestspiele und die Universität“, erklärt Jan Vogler das Anliegen. Es sei keine Forschungsarbeit, sondern eher ein Experiment, vielmehr ein Angebot, ergänzt Hans Müller-Steinhagen.

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Bier und Pub-Stimmung im Barock-Palais

Barokksolistene ernten Beifallsstürme

Musik aus Tavernen und Pubs in England und Skandinavien verortet man auf den ersten Blick sicher nicht im Programm der Dresdner Musikfestspiele. Was hierzulande auch kaum einer weiß: Im späten 17. Jahrhundert, als die Theater in England aus religiösen Gründen geschlossen waren, wandelten sich viele Pubs, auch „alehouses“ genannt, in Music-Houses, in denen Musiker intime Konzerte vor bierdurstigem Publikum spielten. Die Barokksolistene um den begnadeten Geiger Bjarte Eike (Foto: PR/Eivind Kasin) haben genau diese Musik aus der Mottenkiste befreit

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Moderne trifft Mittelalter

Trio Mediæval und Arve Henriksen im Schlosshof

Musik war nicht zu allen Zeiten für den Konzertsaal gemacht. In Skandinavien etwa erfüllten Volksgesänge einst wichtige Funktionen im täglichen Leben. Sie dienten der Kommunikation über weite Distanzen in wilder Landschaft oder dem Lockruf für entferntes Vieh. Das norwegische Trio Mediæval (Foto: PR/Oddleiv Apneseth) ließ solche Klänge bei den Dresdner Musikfestspielen am Sonnabend (23.5.) durch den Kleinen Schlosshof hallen und erweckte alte Musik mit Jazz- und Gesangsimprovisationen dabei zu neuem Leben.

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Temperamentvoll loderndes Eis

Danish String Quartet gießt nordische Landschaft in Klang

Nein, als Geheimtipp kann man das Danish String Quartet (Foto: PR/Caroline Bittencourt) wahrlich nicht mehr bezeichnen. Das junge Ensemble aus drei Dänen und einem norwegischen Cellisten musiziert seit 2002 zusammen, gewann zahlreiche Preise und tourt in der aktuellen Saison durch Israel, Südamerika und ganz Europa. Mit einem Repertoire, das klassische Werke von Morzart und Beethoven bis hin zu dem dänischen Komponisten Carl Nielsen (1865–1931) sowie dänische Volksmusik einschließt, haben die vier Blondschöpfe ihre eigene Nische gefunden.

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