Perspektivwechsel

Rund um die Schwebebahn gibt’s Kultur auch in Corona-Zeiten

Spaziergänge sind nicht allein für Naturliebhaber gemacht. Denn in Dresden liegt die Kultur buchstäblich auf der Straße. Wir brauchen nur die Augen offenhalten und schwupp stolpern wir über berühmte Namen und atmen den Geist großer Werke, der hier bis heute durch Gassen und über Plätze weht.

Was also tun? Heraus aus dem Tal und die Perspektive wechseln! Die Schwebebahn ist an diesem Sonntag fast menschenleer. Im gemächlichen Tempo schwebt sie von der Pillnitzer Landstraße nach Oberloschwitz, wo sich eine der schönsten Aussichten auf die Stadt und das Blaue Wunder auftut.

Blick von der Schönen Aussicht an der Bergbahnstation

Obgleich der Nieselregen das Elbtal in nebliges Licht hüllt, künden blühende Sträucher am Wegesrand bereits vom Frühlingserwachen. Bei einem Spaziergang über den Elbhang weitet sich der Blick – und Kunst und Musik sind selbst fern von Museen oder Oper allgegenwärtig.

Frühling in Oberloschwitz

Tatsächlich kann (Ober-)Loschwitz als Vorort des berühmten Malerwegs gelten, der auf den Fährten von Caspar David Friedrich, Richard Wagner und Co. durch die Sächsische Schweiz führt. Entlang des Dichter-Musiker-Malerwegs stößt man hier auf die einstigen Wohn- und Arbeitsstätten berühmter Dresdner wie des Malers Ludwig Richter (1803–1884), des Komponisten und Kreuzkantors Rudolf Mauersberger (1889–1971) oder des Komponisten und Dirigenten Heinz Bogartz (1894–1978), von 1947 bis 1964 Generalmusikdirektor der Dresdner Philharmonie.

Verschlungene Wege in Oberloschwitz

Kein Wunder, dass diese Künstler hoch über dem Fluss Ruhe und Inspiration fanden: Oberhalb der Stadt, doch fernab des Trubels im Tal lernen die Gedanken fliegen, während der Blick zu neuen Horizonten schwebt. Verschlungene Wege führen zu schönen Aussichten oder durch waldiges Hinterland, vorbei an alten Villen und Weinberghäusern, hinter deren Steinmauern idyllische Gärten verborgen liegen.

Bergstation der Dresdner Schwebebahn

Nach einem großen Spaziergang durch das Viertel geht es mit einer Sammlung neuer Eindrücke zurück zur Schwebebahn – übrigens die älteste Bergschwebebahn der Welt und ebenso wie das Blaue Wunder ein wahres Paradewerk der Ingenieursbaukunst.

Sanft ruckelnd gleitet sie hinab, während das Auge sich zum Blauen Wunder senkt. Zurück am Körnerplatz könnte der kulturelle Spaziergang dann freilich noch weitergehen. Für heute aber sind wir mit einem letzten Stopp im Café Toscana zufrieden, um den Ausflug zu Hause mit Dresdner Eierschecke wahrhaft königlich ausklingen zu lassen.

Talstation der Dresdner Schwebebahn

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