Das Curtis Symphony Orchestra begeistert bei den Dresdner Musikfestspielen

Zwei flotte Zugaben markierten den runden Abschluss eines mitreißenden Konzerts mit dem Curtis Symphony Orchestra bei den Dresdner Musikfestspielen* am Mittwoch (24.5.). Den brausenden Schlussapplaus hatten sich die jungen Musiker redlich verdient, verzauberten sie das Publikum an diesem Abend doch unter der Leitung des finnischen Dirigenten Osmo Vänskä und mit Peter Serkin am Piano zunächst mit Johannes Brahms Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1, um anschließend mit Richard Strauss‘ Tondichtung „Ein Heldenleben“ den dynamischen Kontrapunkt zu setzen.

Bereits 2012 hatte Intendant Jan Vogler den Klangkörper des berühmten Curtis Institute of Music in Philadelphia als Orchestra in Residence zum Festival eingeladen. Das Institut gilt weltweit als Eliteschmiede für junge Talente, zu den Absolventen zählen unter anderem Stars wie Hilary Hahn oder LangLang. Bei ihrem neuerlichen Gastspiel im frisch eröffneten Kulturpalast bewiesen die jungen Musiker abermals eindrücklich, dass sie mit ihrer Spielfreude, Leidenschaft und Präzision nicht nur bezaubern, sondern es locker mit großen Namen wie dem London Philharmonic Orchestra aumnehmen können.

Mit Osmo Vänskä stand nun ein ebenso leidenschaftlicher wie erfahrener Dirigent am Pult des Orchesters, der dem Brahms zusammen mit den jungen Musikern schon vom ersten Moment an Charakter und Ausstrahlungskraft verlieh. Spannungsvoll gestaltete er das kontrastreiche Werk, in dem sich mit der engen Freundschaft von Johannes Brahms zum Ehepaar Schumann indirekt auch ein Stück Dresdner Musikgeschichte widerspiegelt. Der amerikanische Pianist Peter Serkin – übrigens ebenfalls Absolvent des Curtis Institute of Music – trat hier am Flügel in ein feinsinniges Zwiegespräch mit dem Orchester, ließ selbst im lebhaften Spiel immer noch ein Fünkchen Melancholie und Sehnsucht knistern.
Im zweiten Teil zeichnete das Curtis Symphony Orchestra mit Richard Strauss‘ „Ein Heldenleben“ ein außergewöhnlich farben- und facettenreiches Bild des Helden. Mit sprühender Dynamik nahmen die jungen Musiker das Publikum für sich ein, gestalteten die Zerrissenheit des wankenden Heroen zwischen Sehnsucht und Widerstand, Tatkraft und Innerlichkeit in all ihren Verästelungen hellwach, plastisch und voller Lebendigkeit. Das gelang so eindrücklich, dass man am Ende des Stücks gern noch ein bisschen weiter zugehört hätte – und den Saal in der Hoffnung, dass auch dies nicht das letzte Curtis-Gastspiel in Dresden war, verließ.

*Die Autorin dieses Beitrags ist Pressereferentin der Dresdner Musikfestspiele, der Artikel entstand jedoch unentgeltlich und unabhängig von dieser Aufgabe.

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