Dresdner Schneefassaden

Neustadtspaziergänge …

Häuserfassaden in grün, gelb, rot und blau bringen Farbe in triste städtische Winterlandschaften. Wir haben sie gestern (22.2.) bei einem Spaziergang auf der Prießnitzstraße in der äußeren Neustadt aufgesammelt. Warum wir dort waren, lest ihr nächste Woche …

Fotos (6): Nicole Czerwinka

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Schloss Bellevue und Villa Augustin

Schon Erich Kästner war „Bürger Europas“

Es ist sicher ein Zufall, dass Bundespräsident Joachim Gauck die „gemeinsame Identität“ Europas in seiner Rede am Freitag einen Tag vor dem Geburtstag Erich Kästners heraufbeschwor. Ein trefflicher Zufall allerdings, denn just an diesem Wochenende (22.-24.2.) feiert das Erich-Kästner-Museum in Dresden sein jährliches Festival, in dessen Mittelpunkt neben Kästner dieses Mal ebenfalls das Thema Europa steht. Während Gauck im Schloss Bellevue also noch die „Perspektiven der europäischen Idee“ auslotete, gingen in der Villa Augustin am Albertplatz die Vorbereitungen für eine Ausstellung, die sich Erich Kästner als Bürger Europas vorstellt, in die letzte Runde.

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Die Renaissance des Riesensaals

Das neue Domizil der Rüstkammer

Er ist wieder da. Nach 280 Jahren hat das Dresdner Schloss mit dem Riesensaal (Foto: PR/David Brandt) seinen ehemals wichtigsten Festraum zurückbekommen. In dem 57 Meter langen und 13 Meter breiten Saal fanden früher höfische Feierlichkeiten wie venezianische Maskenbälle oder Hochzeiten statt. Zu Zeiten Augusts des Starken war dies auch der erste Raum, den die Geladenen bei Hofe nach dem Aufstieg über die Englische Treppe im Schloss betraten, bevor sie ins Audienzgemach gelassen wurden. Seit heute (19.2.) können die Gäste hier nun wieder in die Vergangenheit eintauchen.

Wo früher herrliche Feste gefeiert wurden, empfangen heute allerdings Standbilder von Ritterkämpfen den Besucher. Hier hat die Rüstkammer, welche sich bislang in der Osthalle der Sempergalerie am Dresdner Zwinger befand, seit dieser Woche ihre neue Heimat gefunden. Gleich in der Modellszene am Eingang stehen sich zwei prachtvoll ausgestattete Ritter auf ebenso prunkvoll geschmückten Pferden gegenüber. Ihre Rüstungen, korrekter als Harnische bezeichnet, sind kunstvoll verziert, die daraus hervorquellenden Röcke penibel in gleichmäßige Falten gelegt. Federbüsche schmücken die Helme, deren Farben sorgsam mit denen der Kleidung und der Sattel abgestimmt sind. In der Hand halten die Ritter meterlange und armdicke Lanzen. Hier scheinen ferne Rittersagen aus dem Mittelalter plötzlich historische Realität zu werden – und unwillkürlich fragt man sich, mit welcher Wucht die Lanze den Gegner nur wenige Schritte weiter wohl treffen würde.

Das Ritterturnier war, so erfährt der Besucher allerdings kurz darauf, kein Duell, sondern vielmehr ein Kampfspiel unter Freunden – und die kurfürstliche Residenz Dresden gehörte einst zu den großen europäischen Schauplätzen für derlei Ritterspiele. So ist es auch zu erklären, dass die Dresdner Rüstkammer eine der weltweit kostbarsten Prunkwaffen-, Harnisch- und Kostümsammlungen beherbergt. Im Riesensaal sind insgesamt rund 380 Exponate daraus zu sehen. Drei verschiedene Turnierformen aus dem 15. bis 17. Jahrhundert werden hier anhand von Modellszenen wieder lebendig. Zahlreiche Harnische, Lanzen und Schwerter zeigen zudem, dass diese Turniere damals ebenso der Repräsentation wie der Unterhaltung dienten.

Rings um die alten Harnische der sächsischen Kurfürsten schließt sich das zeitgenössische Gewand des neuen Riesensaals mit seinen klaren, aber dennoch sichtbar an das historische Vorbild angelehnten Strukturen zu einer gelungenen Symbiose. Der Dresdner Architekt Peter Kulka hat die Wiederauferstehung des ursprünglich zwischen 1548 und 1553 entstandenen, nachher mehrfach umgebauten, Festsaales seit 2006 betreut und die Konzeption des Residenzschlosses als Museum damit einen großen Schritt vorangebracht. Die riesigen Kriegergestalten, einst die Pfeiler zwischen den Fenstern zierten und dem Saal seinen Namen gaben, kommen in dieser Konzeption freilich nur noch auf Schrifttafeln vor. Und trotzdem zeigt Kulkas neuer Riesensaal aus dem Jahr 2013 einmal mehr, dass alt und modern in Dresden auch ganz elegant Hand in Hand gehen können.

Nicole Czerwinka

Linktipp: www.skd.museum/de/

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Die Balladen des Monsieur T.

Wie ein Barpianist das Wechselbad erobert

Ein Interview am Montagmorgen im Dresdner Café Central. Hier, genau hier, habe er auch schon Klavier gespielt, erinnert sich Torsten Voigtmann sofort – und schon sind wir mittendrin im Gespräch. Der Musiker, der sonst unter dem Namen Monsieur T. als Pianoentertainer unterwegs ist, wuchs auf der Hauptstraße am Goldenen Reiter auf. Hier hat er sich als Kind mehr oder weniger autodidaktisch das Klavierspiel beigebracht und bald schon für ein Eis oder eine Cola in den umliegenden Cafés und Gaststätten gespielt. Stücke von Richard Clayderman waren das, und alles, was die Gäste in Cafés wie dem Donnersberg beim Kuchen schlemmen und Kaffee schlürfen eben so hören mögen.

Trotz einer Ausbildung zum Werbekaufmann und dem Studium der Kommunikationswissenschaften an der TU Dresden ließ ihn das Klavierspiel ein Leben lang nicht mehr los. So spielte sich Voigtmann schließlich auch durch die edlen Hotels der Stadt – von der Bülow Residenz über das Hilton bis hin zu Kempinski und Bellevue. Sein Repertoire als Barpianist wuchs, dazu arbeitete er nebenbei immer mal an anderen Projekten wie einer Performance oder der Leitung der Schülerband im Gymnasium Gorbitz. Zum Klavier kam irgendwann der Gesang. „Auch komponiert habe ich schon immer selbst“, sagt der 37-Jährige, der keine Noten lesen kann, sondern lieber nach Gehör übt.

Doch die Arbeit als Barpianist, auch als Pianoentertainer bei Hochzeiten und Firmenfeiern, wird gemeinhin mehr als Dienstleistung denn als Kunst betrachtet. Das war vor einem Jahr Grund genug für Voigtmann, wiederum ein eigenes Projekt mit eigenen Liedern und einer eigenen Band anzugehen. „Ich wollte, dass die Leute kommen, um zuzuhören“, sagt er. Voigtmann komponierte dafür überwiegend zarte Popballaden, die Texte schrieb Rainer Thielemann, den er im Business-Netzwerk XING im Internet ausfindig machte. Die Bandkollegen, einen Schlagzeuger, einen Bassisten und einen Gitarristen, stöberte Voigtmann in der Nachbarschaft, via Facebook oder durch alte Kontakte auf. Und so entstand die Combo Voigtmann mit Band (Foto: PR), die mit ihrem Balladenprogramm „Es ist wie es ist“ zum ersten Mal im November 2012 im Dresdner Wechselbad auftrat.

Ihre ungeschminkten Texte treffen auf eingängige Pianoarrangements, unterstützt von Bass, Schlagzeug und Gitarre. Die gefühlvollen Balladen sind rockig bis jazzig angehaucht, Voigtmann selbst beschreibt seinen Stil gern als „deutschen Pop-Rock“, irgendetwas zwischen Hermann van Veen und Annett Louisan. Zum ersten Konzert im November kamen rund 150 Leute. Das sei für ihn zwar immer noch ein Minusgeschäft, als Künstler aber dennoch ein Erfolg. Und der ist ausbaufähig. Derzeit sucht Voigtmann nach einem passenden Label für sein Projekt. Das braucht Geduld, aber die hat er. „Es muss passen“, sagt er und gibt sich mit Halbheiten nicht zufrieden. Das nächste Konzert von Voigtmann und Band steht nun am 15. März im Wechselbad bevor. Im August werden Voigtmann und Band bei den Classic Open in Leipzig aufspielen.

Parallel dazu spielt Voigtmann weiter unter dem Namen Monsieur T. als Pianoentertainer, ist unter anderem jeden Donnerstag im Ontario am Neumarkt zu hören. Der Künstlername, das verrät er noch ganz zum Schluss, als die Rechnung im Central längst auf dem Weg ist, sei übrigens im Frankreich-Urlaub entstanden. Beim Croissant-Kaufen. „Torsten am Piano“, das klang eben schlicht zu einfach …

Nicole Czerwinka

Linktipp: http://www.voigtmann-und-band.de/ und  www.Monsieur-T.de

 

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„An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.“ Erich Kästner
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Dem Musikgenie auf den Fersen

Wagners Spuren (3) –  Themenführung

Richard Wagner ist aus heutiger Sicht wohl der bekannteste Hofkapellmeister in Dresden gewesen. Dennoch wissen die meisten Gäste der Stadt nicht, dass Wagner hier überhaupt wirkte. „Viele verbinden den Komponisten eher mit Bayreuth und sind dann sehr überrascht, dass Wagner an der Semperoper gearbeitet und auch die Kreuzschule besucht hat“, sagt Gabor Köhler, Gästeführer und Teamleiter in der Semperoper Dresden. Überhaupt sollte Wagner nicht nur 2013 mehr in den Fokus des städtischen Kulturlebens rücken, findet Köhler. Dresden sei schließlich eine ebenso bedeutende Musik- wie Kunststadt und sollte als solche auch noch mehr wahrgenommen werden.

Das Wagner-Jahr könnte dafür der ideale Anlass sein. So bietet die Oper anlässlich des 200. Geburtstages des berühmten Komponisten ab 10. Februar erstmals drei Themenführungen über Wagner an. Gabor Köhler hat diese Führungen zusammen mit seinen Kollegen ausgearbeitet und hofft, damit nicht nur Touristen, sondern auch mal wieder Dresdner in die Oper locken zu können. „Wer sich für die Semperoper interessiert, der kommt an Wagner nicht vorbei“, sagt er. Köhler ist sich aber sicher, dass nicht nur Dresden von Wagner profitierte, sondern auch umgekehrt. „Er hat drei seiner Opern in Dresden uraufgeführt, das war auch der Beginn seiner großen Karriere“, sagt der Opernkenner. Wie Wagner Dresden wiederum zur Musikstadt machte, das ist das Thema der ersten Sonderführung, die am Sonntag um 14.45 Uhr (sowie am 13.4., 14.45 Uhr) in der Oper startet.

„Wagner wurde 1843 Kapellmeister in Dresden und besetzte damit eine damals schon renommierte Stelle. Ich denke, er ist gern nach Dresden gekommen“, sagt Gabor Köhler. Richard Wagner habe die Hofkapelle hier sehr geprägt, dürfe allerdings neben Weber und Strauß auch nicht überbewertet werden, findet er. Schließlich gleicht die Geschichte der Dresdner Hofkapellmeister einer Aneinanderreihung bekannter Musiker-Namen, die bis zum heutigen Chefdirigenten Christian Thielemann reicht. Die zweite Themenführung widmet sich daher unter dem Motto „Von Wagner bis Thielemann – ein Stück Dresdner Musikgeschichte“ (erstmals am 2.3., sowie am 27.4., 14.45 Uhr) somit neben Wagner auch der Entwicklung der Sächsischen Staatskappelle Dresden, die zu den ältesten Orchestern der Welt zählt.

Und weil all diese renommierten Hofkapellmeister ohne eine ebenso renommierte Spielstätte kaum denkbar sind, geht es in der dritten Themenführung um „Wagner und Semper – zwei Genies in Dresden“. Diese wird mit zwei Stunden etwa doppelt so lang dauern wie die anderen beiden, weil sie nicht nur durch das Opernhaus, sondern auch in die Gemäldegalerie führt. „Es soll dabei neben der Musik auch um Architektur und Gottfried Semper gehen, den eine tiefe Freundschaft mit Wagner verband“, sagt Gabor Köhler. Er selbst wird in diesen Themenführungen ab Mai 2013 in der Galerie an ausgewählten Bildnissen sowohl Dresdner Architektur- als auch Musikgeschichte erklären und so wiederum den Bogen von der Kunst- zur Musikstadt schließen.

Die Themenführungen werden etwa zweimal im Monat angeboten. Karten sind auf Vorbestellung (Tel.: 0351/3207360) in der Schinkelwache erhältlich.

Linktipp: www.semperoper-erleben.de

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Biologische Klangexperimente

Nico Steckhan aus Dresden ist Audiophil

Musik von Audiophil ist wie ein akustischer Blick ins Kaleidoskop. Bunt und immer anders. Und selbst die Wissenschaftlichkeit des Bandnamens ist hier Programm. Dahinter verbirgt sich der gebürtige Dresdner Nico Steckhan (Foto: PR). Seit seiner Kindheit beschäftigt er sich mit der Klangforschung am Laptop. Sein beruflicher Weg führte den 28-Jährigen jedoch nicht an die hiesige Musikhochschule, sondern an die Fakultät für Biologie der Technischen Universität Dresden. Inzwischen schreibt er in Berlin an seiner Doktorarbeit und hat auch musikalisch zu einer eigenen Ausdrucksweise gefunden.

Dieser vermischt zarten Gesang mit konventionellen Gitarrenakkorden und experimentellem Sounddesign – und bewegt sich dabei irgendwo zwischen Elektro, Indie und weitläufigem Jazz. „Ich versuche der populären Musik zwar treu zu bleiben, experimentiere dabei aber viel mit ungewöhnlichen Klängen“, sagt Steckhan. Genau diese vielfältigen Klangexperimente bilden das Herz seiner Musik. Die Geräusche, die er dabei am Rechner verarbeitet, verformt, moduliert und so aus ihren ursprünglichen Kontexten zieht, gehen überwiegend auf reale Instrumente sowie auf alltägliche Geräusche zurück.

Auf Klangsuche begibt er sich – wie es sich für einen Biologen gehört – am liebsten in der Natur. Steckhan bezeichnet es als eine Art „Klangüberführung“, wenn er etwa das Zerknacken eines Holzstückes am Laptop zu durchaus tanzbaren Songelementen modelliert. Nicht zuletzt hilft ihm auch der jahrelange Gitarrenunterricht, aus diesen experimentellen Sounds nachher rhythmische Songs zu komponieren. Die Texte dazu schreibt er selbst. 2011 ist daraus sein erstes Album erwachsen. Es heißt „call myself“ und ist beim Dresdner Netlabel Phonocake erschienen. Die Titel darauf spielen in erfrischender Weise mit den Erwartungen des Hörers. Sie sind mal rockig und ruhig, dann wieder experimentell entartet, bei aller Verfremdung wirken die Klangexperimente in der Kombination mit Gesang und Gitarre am Ende aber doch immer wie reale, stimmige Musik.

Als Audiophil ist Nico Steckhan inzwischen musikalisch nicht nur im Internet, sondern auch regelmäßig auf kleinen Bühnen in Dresden, Leipzig und Berlin unterwegs. Zusammen mit der Berliner Sängerin Helene Jahn will er in diesem Jahr erstmals auf Tour gehen und wird dabei natürlich zu allererst in seiner Heimatstadt haltmachen. „Eine Tour war eigentlich gar nicht geplant, aber wir haben jetzt schon so viele Termine, dass sich das einfach ergeben hat“, sagt er und scheint selbst ein wenig überrascht über die positiven Resonanzen, die er auf seine Konzertanfragen erhält. Die Dresdner können sich dabei am 17. Februar (17 Uhr) live in Nico Steckhans Klangkaleidoskop entführen lassen. Dann gibt der Biologe zur Wohnzimmersession im Neustädter „Wohnzimmer“ (Alaunstraße) das erste Konzert des Jahres in seiner Heimatstadt.

Nicole Czerwinka

Linktipp zu Audiophil: www.biotube.de

Phonocake: www.phonocake.org

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Noch vier Wochen für „drei Haselnüsse …“

Endspurt für Moritzburger Märchenträume

Immer, wenn der Schnee rieselt und puderzuckrig die Landschaft dekoriert, wird Moritzburg zum Märchenland. Und das nicht nur, weil es so schön aussieht, sondern auch weil das Moritzburger Schloss einst zur romantischen Filmkulisse wurde. Im Jahr 1973 war das und noch heute strömen junge und alte Märchenfans alljährlich – am liebsten um die Weihnachtstage – an diesen Ort, wo damals Václav Vorlí?eks Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ entstand.

Dem tschechischen Märchen und seinen Machern huldigt an diesem markanten Drehort seit 2009 regelmäßig auch die „Winterausstellung zum Kultfilm“. Deren dritte Auflage lockte seit der Eröfnung am 10. November vergangenen Jahres schon sage und schreibe über 80.000 Besucher ins Jagdschloss. Neben den Originalkostümen, Requisiten, Kulissen sowie der Entstehungsgeschichte des Märchenfilms stehen hierbei dieses Mal der tschechische Regisseur und die Filmmusik im Fokus. Karel Svoboda, der die wahrhaft märchenhafte Musik zu dem Film schuf, war auch über die Grenzen Tschechiens hinaus ein renommierter Komponist und dürfte einigen zudem als Vater des „Biene Maja“-Liedes (interpretiert von Karel Gott) bekannt sein. Seine großen Erfolge als Komponist sowie sein tragisches Schicksal auf privater Seite gehen inmitten der überwiegend romantischen Filmerinnerungen wahrlich zu Herzen. Die älteren Besucher dagegen werden sich auch noch an den einen oder anderen Märchenfilm des tschechischen Regisseurs Vorlí?ek erinnern. Da gab es zum Beispiel noch „Das Mädchen auf dem Besenstiel“ (1972) oder „Wie man Dornröschen wachküsst“ (1977).

Gelegenheit zur Rückschau gibt es von heute (3.2.) an noch genau vier Wochen lang. In dieser Zeit können sich die Besucher noch – oder auch erstmals – in den Zauber der Moritzburger Märchenwelt begeben und auf den rund 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche auf Aschenbrödels Spuren wandern. Schnee freilich braucht es für das optimale Märchenfeeling in Moritzburg nicht unbedingt. Schließlich war auch der Winter zur Entstehungszeit des Films 1973 so mies, dass das Filmteam damals notgedrungen mehrere Säcke Kunstschnee verstreuseln musste. Nach dem 3. März wird die Wartezeit, bis Aschenbrödel wieder das Schloss erobert, allerdings lang. So wird die wohl schönste Märchenstory der DDR-?SSR-Filmgeschichte im Jagdschloss erst ab 16. November 2013 (dann bis zum 2. März 2014) erneut wachgeküsst.

Nicole Czerwinka

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Ausreise ohne Rückfahrtticket

Sonderschau im DDR-Museum

Ein Kinderbild, gemalt mit schwarzer Wasserfarbe, zeigt Strichmännchen mit Schlagstöcken und einen Wasserwerfer. Dieses Bild ist 1989 entstanden und sein damals zehnjähriger Maler hält hier ganz ernsthaft die Situation am Dresdner Hauptbahnhof fest. Am 3. Oktober 1989 war es, als ein Zug mit Flüchtlingen aus der DDR von Prag nach Hof fuhr und auch durch Dresden rollte. Diese Zeichnung ist wohl eines der aussagekräftigsten Dokumente, die derzeit in einer Sonderschau im Radebeuler DDR Museum „Zeitreise“ zu sehen sind.

Auf insgesamt 20 Schautafeln zeichnet die Ausstellung den Weg jener Züge historisch nach, in denen die Botschaftsflüchtlinge aus der DDR Anfang Oktober 1989 von Prag über Bad Schandau, Dresden, Karl-Marx-Stadt, Reichenbach und Plauen nach Hof gebracht wurden. Neben Originaldokumenten der Staatssicherheit zeigen die Tafeln Zeitungsausschnitte aus beiden Teilen Deutschlands sowie Briefe der Geflüchteten an ihre Familien. Von der Besetzung der Prager, Warschauer, Budapester Botschaft und der ständigen Vertretung in Berlin durch DDR-Flüchtlinge im Sommer 1989 bis zur Gründung der „Gruppe der 20“ in Dresden am 8. Oktober 1989 erzählen sie damit nicht nur die Geschichte jener Flüchtlinge, sondern auch die des untergehenden DDR-Staates.

Die Wanderausstellung ist vom Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) initiiert und noch bis zum 2. April im Radebeuler DDR-Museum zu sehen. „Wir arbeiten eng mit dem BStU zusammen und wollen hier eine Öffentlichkeit für das Thema schaffen“, sagt der Museumsleiter Hans-Joachim Stephan. Die DDR-Historie werde auch heute noch in den Lehrplänen vernachlässigt, meint er und lädt daher nicht nur Zeitzeugen, sondern vor allem auch Schulklassen ein, sich im Museum damit auseinanderzusetzen. „Wir sind ja kein trockenes Geschichtsmuseum und oft ist es so, dass ein Exponat die Jugend erst dazu bewegt, sich näher mit der DDR-Geschichte zu befassen“, sagt er.

Im Anschluss an die Sonderschau zu den Flüchtlingszügen wird ab 27. April eine Sonderausstellung über Foto- und Observationstechniken der Staatssicherheit im DDR-Museum „Zeitreise“ zu sehen sein. Überhaupt sei die Friedliche Revolution von 1989 ein Thema, dem im Haus zukünftig noch mehr Raum geboten werden soll, so Stephan. Ziel sei es, dass die DDR-Geschichte von der Kapitulation Deutschlands 1945 bis hin zur Wiedervereinigung im Museum einmal komplett abgedeckt werde. Die derzeitige Sonderschau wird zumindest bis zum 2. April einen ersten Beitrag dazu leisten.

Nicole Czerwinka

Linktipp: http://www.ddr-museum-dresden.de/cod/php/ddr-museum.php

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Elbmargarita geht auf Freundesuche

In eigener Sache …

Dresdens Onlinemagazin für Kultur www.elbmargarita.de ist ab sofort mit einer eigenen Seite bei Facebook vertreten. Unsere Leser können nun mit einem Klick unter www.facebook.com/Elbmargarita/info Elbmargaritas Facebookfreund werden und erfahren so brandaktuell, wenn es wieder einen neuen Post gibt. Insgesamt 15 User haben in den ersten beiden Stunden schon den „gefällt mir“ Buton gedrückt. Danke dafür! Dennoch sieht die Elbmargarita-Timeline derzeit noch recht leer aus. Das wird sich aber an diesem Wochenende schnell ändern. (NC)

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