Gedanken zur Striezelmarktzeit in Dresden …

Ein Spaziergang durch die Straßen der Dresdner Innenstadt: Ein Windstoß pfeift kalt in den Gassen. Regen tropft von den Dächern. Der Winter hat seine langen Finger ausgestreckt. Auf dem Altmarkt reckt die Tanne ihren Wipfel in den grauen Himmel. Fahles Licht erfüllt den Platz, im flackernden Straßenlampenschein weht Nebel herauf. Doch abends, wenn das Tageslicht verglimmt, breiten schon die ersten Kerzen warme Schauer über die kühle Jahreszeit aus.

Am Currywurstkiosk in der Schlossstraße wird der erste Glühwein ausgeschenkt. Schon tummeln sich die altbekannten Holzbuden auf dem Altmarkt. Ihre liebevoll geschmückten Giebel künden von der schönsten Zeit im Jahr: Striezelmarktzeit. Sie ist umwebt von glühender Vorfreude, getränkt mit verführerischen Düften und spiegelt sich in leuchtenden Kinderaugen, wenn das erste Türchen am Adventskalender geöffnet wird. Die Hände sind kalt, doch die Herzen von einer Wärme erfüllt wie niemals sonst im Jahr.

Noch ist das Gedränge in den schmalen Gassen Zukunftsmusik. Die Zeit scheint stillzustehen. Süße Erinnerungen verwandeln sich bald in warme Vorfreude. Striezelmarktzeit. Erst wenn die Lichter alle brennen, wenn es brutzelt in den Buden und der süße Duft von Kräppelchen durch die Straßen zieht, breitet sich jener Zauber in der Stadt aus, der das Jahresende sanft einläutet und uns sorglos hinüber gleiten lässt ins Neue. Erfüllt von all den Eindrücken, vom Glitzern der Lichter, dem Lachen der Kinder, welches als Echo noch nachhallt.

In den Melodien der Chöre verklingt das Knarren des alten Karussells fast ungehört. Eine sanfte Brise im eisigen Winterwind. Striezelmarktzeit ist, wenn wir durch die Stadt schreiten wie durch die Seiten eines vergilbten Märchenbuches, wenn der Zauber der Weihnacht in den Gassen hängt, wo der Nebel plötzlich geheimnisvoll schöne Bilder malt. Das ist ein Raunen, ein tiefes Sehnen. Die Hände sind kalt, doch die Herzen sind von einer Wärme erfüllt, die alles Grau um uns herum vergessen lässt.

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