Erste Impressionen vom neuen Kulturpalast

Die Vorfreude in Dresden ist enorm: In weniger als vier Tagen eröffnet der umgebaute Kulturpalast. Damit bekommt die Stadt ihren beliebten Musentempel zurück – und im Zentrum erwacht ein kulturelles Begegnungszentrum für alle zu neuem Leben.

Viel ist über den Kulturpalast in den vergangenen Monaten geschrieben worden, erste Bilder kündeten in Zeitungen von einem neuen Klang für Dresden. Und dann steht man plötzlich selbst drin in diesem Saal, der mit rund 1800 Plätzen zwar bedeutend kleiner als zuvor ist, dafür aber unheimlich licht, hell und freundlich in einem warmen Rot erstrahlt.

Wo beim ersten Pressegespräch am Montag (24.4.) noch Bohrgeräusche und Hammerschläge dröhnen, soll zur Eröffnung am Wochenende eine Akustik auf Weltniveau verzaubern. Das Geheimnis des Klangs wird gut gehütet. Bis auf die Dresdner Philarhmonie hat hier bislang noch niemand geprobt. Eine Augenweide ist das Herzstück im „Kulti“ auf jeden Fall. Man ist fasziniert von dem neuen Glanz im Palast und erkennt die alten Muster dennoch wieder. Alt und Neu gehen hier jetzt ganz behutsam Hand in Hand.

Die Architekten wollten eine Heimat für den warmen Dresdner Klang konzipieren. Entstanden ist, ein edler Saal, der zu Dresden passt, nicht zu groß und nicht zu protzig, aber anspruchsvoll und ästhetisch, modern, ohne die Historie zu negieren. Die Foyers sind denkmalgerecht restauriert. Die alten Gipsdecken mit modernen, hellen Leuchten versehen, das hölzerne Treppengeländer von früher führt noch immer elegant hinauf, wurde allerdings mit Glasplatten an heutige Sicherheitsstandarts angepasst.

Und dann kommt man plötzlich in den zweiten Stock: Wo früher das große Foyer hinter der Glasfassade bei Konzerten den Blick auf den abendlichen Altmarkt freigab, hat jetzt die Bibliothek ein lichtes Entrée gefunden. Hinten stehen Bücher fein säuberlich aufgereiht in den Regalen. Hier ist seit März schon alles bereit für den Betrieb. Die alte Probebühne hat sich in eine lauschige Leselounge verwandelt.

Beim Besuch im neuen Domizil des Kabaretts Herkuleskeule wird zudem schnell klar, dass der „Kulti“ mit dem Umbau nicht kleiner, sondern eher größer geworden ist. Früher war an der Treppe zum Keller für die Besucher nämlich Schluss. Heute führt hier eine nagelneue Stiege hinab ins Reich des schwarzen Humors. Der kommt ganz ohne warmes Korallenrot aus, obwohl auch hier noch eine Leiter auf der Bühne lungert, hinter der ab zu Hammer pochen. Eröffnung ist ja auch erst am Freitag. Ganz Dresden kann auf dem Altmarkt übrigens dabei sein.

Am 28. April, 17 Uhr geht es vor dem Kulti los – auf dem Altmarkt mit Frank Schöbel und Olaf Berger, ab 19 Uhr dann mit der Übertragung des offiziellen Festakts und des Konzerts der Philharmonie via Videoprojektion. Der Festakt wird übrigens auch von ARTE aufgezeichnet und im Livestream übertragen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.