Marita Erxleben inszeniert eine arabische Märchenoper mit der Dresdner Philharmonie

Mit Tanz hat alles angefangen. Marita Erxleben ist ausgebildete Tänzerin und Choreografin, betreibt in Potsdam ihre eigene Tanzakademie. Doch eines Tages entdeckte Tobias Wellemeyer, damals Intendant am Potsdamer Theater, noch eine andere Seite in ihr. „Theater und Regie haben mich immer schon gereizt, er hat diese Leidenschaft in mir wachgerüttelt“, erzählt sie. Das war 2009 – und seitdem hat Marita Erxleben (Foto: PR/Johanna Gerritsen) viele Stücke für Kinder- und Jugendtheater inszeniert, darunter eine Oper an der Kammerakademie Potsdam. Dort lernte sie auch Frauke Roth, die Intendantin der Dresdner Philharmonie, kennen, die sie nun für ein besonderes Projekt nach Dresden einlud.

Noch vor der Eröffnung des Dresdner Kulturpalasts wird die Dresdner Philharmonie in einem großen Kooperationsprojekt am 12. März eine Märchenoper für Kinder aufführen. „Die arabische Prinzessin oder: Das wiedergeschenkte Leben“ heißt das Stück – und dürfte den meisten hier unbekannt sein. Das Libretto hat die Sängerin und Autorin Paula Fünfeck nach einem arabischen Märchen geschrieben, die Musik stammt von dem spanischen Komponisten Juan Crisóstomo de Arriaga (1806 –1826). An der Aufführung sind neben Musikern des Orchesters auch der Philharmonische Kinderchor, zwei Schauspieler und Gesangssolisten mehrerer Musikhochschulen beteiligt. Marita Erxleben führt Regie, Studierende der Hochschule für Bildende Künste zeichnen für das Kostümbild verantwortlich. Das Bühnenbild stammt von der Berlinerin Julia Schiller.

„Das Projekt in Dresden ist ein neuer Schritt. Ich betrachte es als großes Geschenk, hier mit einem so wundervollen Team arbeiten zu können“, schwärmt Marita Erxleben schon beim ersten Treffen nach einer Probe. Die Vorbereitungen für die Aufführung laufen bereits seit Herbst. Ihr liegt es besonders am Herzen, alle Beteiligten in ihre Arbeit mit einbeziehen zu können. „Das ist ein Prozess, bei dem wir gemeinsam wachsen, uns dem Stück zusammen annähern“, sagt sie. Sie selbst habe sich zunächst intensiv mit dem Märchenstoff auseinandergesetzt, viel gelesen und recherchiert. Das arabische Märchen handelt von der Liebe der Prinzessin Amirah zu dem Fischer Jamil und erzählt vom Glück, das man erleben kann, wenn Menschen füreinander einstehen. Für Marita Erxleben geht es auch darum, was Liebe bewirken kann.

„Es stellt zwei Außenseiter an den Anfang und behandelt auch philosophische Fragen, nicht zuletzt danach, ob man sich noch Märchen erzählen sollte“, sagt sie – und ist auch schon in ihrem Element. Sehr eng habe sie von Anfang an mit dem Kinderchor zusammengearbeitet, sich mit den Kindern im Vorfeld lange über die Handlung unterhalten und erarbeitet, wie sie den Inhalt auf die Bühne bringen wollen. „Ich bin froh, dass der Chor sofort bereit, war, auch szenisch aktiv zu werden“, sagt sie. Die Eltern seien eine große Unterstützung, denn die Kinder betreten ebenfalls Neuland. „Zum Glück waren alle von Anfang an mit Leidenschaft dabei“, sagt Marita Erxleben. In ihren Regiearbeiten sucht sie eine poetische Erzählweise, die verschiedene Ebenen aufbricht, um sowohl Erwachsene als auch Kinder einzubeziehen.

Als Tänzerin spielt bei ihren Inszenierungen natürlich auch immer Bewegung eine große Rolle. „Alle meine Stücke sind bewegt, der Tanz fliegt da natürlich automatisch mit rein. Das heißt aber nicht, dass ich aus Sängern und Schauspielern Tänzer mache. Es ist eher so, dass ich versuche, Text und Bilder übereinzubringen“, sagt sie. So kurz vor der Premiere geht es in den Proben nun an den Feinschliff. Die einzelnen Puzzleteile müssen zu einem Ganzen gefügt werden. Doch alle sind hochmotiviert. Die Vorfreude ist groß. Nach der Premiere am 12. März wird das Stück elf Mal im Deutschen Hygiene-Museum Dresden zu sehen sein. Ein spannendes Debüt für Orchester und Chor – und auch für die Regisseurin, die Dresden in den vergangenen Wochen schnell lieb gewonnen hat, wie sie sagt.

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