Der Geschmack von Zitronen

Achtung Kino! Der Filmnächtetipp

Hochzeiten kann man nicht planen. Erst recht, wenn bei dem Fest zwei Familien aufeinandertreffen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Dabei wird das eigentliche Brautpaar in der bittersüßen Liebeskomödie „Love is all you need“ (Originaltitel: Den Skaldede Frisør) mitunter – wie eben im richtigen Leben – schnell mal zum Nebendarsteller. Da verliert sich die Tante in selbstgefälligen Reden, während der Brautvater mit seiner neuen, 25 Jahre jüngeren Flamme auftaucht, obwohl ihre Mutter gerade erst ihre Krebskrankheit überstanden hatte. Am Ende wird in dieser spannungsvollen Konstellation aus zwei Familiengeschichten, die mitten an der malerischen Amalfi-Küste aufeinanderprallen aber dennoch gefeiert – Überraschungen nicht ausgeschlossen.

Der dänischen Regisseurin Susanne Bier gelingt es in dieser europäischen Koproduktionsarbeit trotz einiger klischeehafter Figuren die ebenso turbulente wie nachdenkliche Geschichte gefühlvoll und ohne große Übertreibungen zu erzählen. Allein mit Pierce Brosnan (als Philip, Vater des Bräutigams) und Trine Dyrholm (als Ida, Brautmutter) in den Hauptrollen kann da schon fast nichts mehr schiefgehen. Die beiden lassen ihre Figuren auf so einfühlsame Weise in einen Neuanfang hineinschlittern, dass man ihnen stundenlang zusehen möchte. Und Ex-Geheimagent Brosnan überzeugt dabei durchaus auch als grummeliger Charmeur.

In der Verbindung von grandiosen Darstellern mit der traumhaften Kulisse Italiens entwickelt der Film einen Zauber, der sofort in seinen Bann zieht – und dem allein die deutsche Synchronisation (die Komödie ist im Original mehrsprachig) ein Stück des Charmes kosten könnte. Das verdächtig an „Mamma Mia“ erinnernde Ende verzeiht man dagegen gern.

Nicole Czerwinka

„Love is all you need“ wird am 06.08.13 um 21 Uhr in den Filmnächten am Dresdner Elbufer gespielt

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Sommeranfang hinterm Palais

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Palaissommer startet mit Klavierabend

Dresden ist eine verträumte Stadt. Da kann es an einem lauen Sommerabend schon mal passieren, dass jemand inmitten von Bildenden Künstlern plötzlich von einem offenen Flügel auf der Wiese hinter dem Japanischen Palais träumt. Dieser Traum wird mit dem Palaissommer in diesem Jahr nun schon zum vierten Mal Wirklichkeit. Die Kunst ist dabei vom 1. bis zum 25. August wieder zu Gast unter den illuminierten Bäumen an der Elbpromenade, ebenso wie Musik, Literatur; Film, Yoga und Hörspiele. Und auch an Besuchern mangelte es am Eröffnungsabend (1.8.) nicht. Die Wiesen hinter dem Palais waren bei strahlendem Sommerwetter dicht gefüllt, in der Mitte spielte Anna Kurasawa am Flügel mit Werken von Schumann und Skrjabin zur ersten von insgesamt acht Klaviernächten auf.

Unter dem Motto „Entspannung und Genuss“ gibt es hier nun jeden Abend ein kulturelles Programm unterschiedlicher Coleur, und das dank vieler privater Förderer und Sponsoren ganz eintrittsfrei. So lockte beispielsweise das Lesefest Palaispoesie im vergangenen Jahr allein rund 600 Besucher an. Dieses Jahr werden dabei am 22. August tschechische Literaten ihre Gedichte vortragen. Mehr zum Palaisprogramm gibt’s hier.

Fotos & Text: Nicole Czerwinka

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Drei Tage Licht „on“ für OFF-Dresden

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Theaterfestival im Kraftwerk Mitte

Theater, Staatsoperette oder doch lieber Diskothek? Mit dem Kraftwerk Mitte (Foto: PR) lässt sich vieles anstellen. Kurz vor der Sanierung soll das Backsteingebäude am Bahnhof Mitte jedoch noch einmal seine Tore für eine ganz andere Veranstaltung öffnen. Insgesamt 25 Compagnies und Solisten der freien Off-Szene aus der Stadt wollen dort vom 13. bis zum 25. September zum ersten und einzigen Mal eine geballte Ladung von freiem Theater, Tanz und Performance präsentieren.

Die drei spannenden Tage laden unter dem Motto „Kraftwerk off/on“ dazu ein, die wahnsinnig heterogene Szene professioneller freier Künstler in Dresden einmal ins Rampenlicht zu rücken. Langfristig wollen die Organisatoren unter der Schirmherrschaft von Reiner Zieschank, dem Geschäftsführer der DREWAG, der Technischen Werke Dresden und Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe, mit dem Festival auch die künstlerische Weiterentwicklung für die lebendige Dresdner OFF-Theaterlandschaft anstoßen.

Die Gäste dürfen sich dabei in mindestens zehn Vorstellungen am Tag an sechs magischen Orten verzaubern lassen und drei Tage lang in die Vielfalt der Dresdner OFF-Szene – die sonst eher an der Peripherie hiesiger Kulturleuchttürme vor sich hin flackert – eintauchen. Am Sonntag steht zudem ein Familiennachmittag mit Puppentheater, Musik- und Sprechtheater, zeitgenössischem Tanz sowie Lichtinstallationen auf dem Programm. Die meisten dort gespielten Stücke werden extra für diesen Ort produziert und in der Form nie wieder zu sehen sein.

Über 40 künstlerische Konzepte sind schon für das Festivalprogramm eingereicht worden. Seit dem 25. Juli steht nun auch das komplette Programm, nachzulesen auf der Webseite von „Kraftwerk of/on“. Unter anderem werden Christina Kraft, die Companie Freaks und Fremde, das Panische NOT-Theater sowie das Ensemble la vie (und viele, viele mehr) dort auf der Bühne stehen und ein buntes Feuerwerk der OFF-Theaterszene präsentieren, während andernorts 100. Geburtstag gefeiert wird.

Das kulturinteressierte Publikum kann dieses einmalige Festival dabei schon im Vorfeld via Startnext-Überweisung tatkräftig unterstützen. Dort werden noch genau 31 Tage lang Spenden für das Spektakel gesammelt. Bislang sind 656 Euro erst reichlich zehn Prozent der angestrebten Summe von 5000 Euro im Startnexttopf angekommen. Das kann und sollte aber noch getoppt werden – der (freien) kreativen Dresdner Peripheriekunst und der kulturellen Vielfältigkeit unserer Stadt zu Liebe …

Nicole Czerwinka

Linktipp: www.off-dresden.de

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Kostenfreie Kulturnächte

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Sommer im Japanischen Palais

Das Kulturfestival „Palais Sommer“ geht in eine neue Runde und kehrt vom 1. August bis 25. August in den Garten des japanischen Palais zurück.

Bereits seit 2009 findet das kostenfreie Festival statt und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Und so überrascht es auch nicht, dass auch dieses Jahr das Programm wieder voll gepackt ist. Neben der Hörspielnacht, den Klavierabenden über Filmveranstaltungen bis hin zum traditionellen Pleinair ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Besonders erfreut sind die Veranstalter darüber, dass sie wieder erstklassige internationale Beteiligung für ihr Festival gewinnen konnten. Neben Dresdner Pianisten werden auch Anna Kurasawa und Emi Suzuki aus Japan, Hana Vlasáková aus Tschechien, der Koreanerin Ho Jeong Lee, der Russin Anna Ryaguzova oder dem Duo Kratschkowski aus der Ukraine ihre Künste während der zwölf stattfindenen Klavierabende präsentieren.

Dieses Jahr wird das Festival erstmalig komplett aus privater Hand organisiert und nur durch Spenden finanziert. So wird das Festival auch 2013 eintrittsfrei bleiben. Natürlich hoffen die Veranstalter wieder auf zahlreiche Besucher. 2012 sollen es 15 000 gewesen sein.

Janine Kallenbach

Linktipp: www.palaissommer.de

 

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Molière als Sommertheater-Rezept

ARZT WIDER WILLEN

„Der Arzt wider Willen“ an der St. Pauli Ruine

„Ich bin der Mann im Haus, was ich sage, ist Befehl“, deklamiert Sganarelle, ein uncharmanter Trunkenbold und Spieler, bevor er seiner Frau Martine eine heftige Tracht Prügel versetzt. Doch die weiß sich zu rächen, indem sie ihren Gatten wenig später als Wunderheiler hinstellt, man müsse es nur gehörig aus ihm herausprügeln – und das Schauspiel nimmt seinen Lauf.

Mit dem „Arzt wider Willen“ holt Regisseur Jörg Berger eines der meistgespielten Stücke Molières auf die Sommerbühne in der St. Pauli Ruine. Christoph Wagner schlüpft hier in die Hauptrolle mit Clownsgesicht (Foto: PR) und gibt einen gerissen-lebensfrohen Trunkenbold Sganarelle, dem der Schalk ob seiner Verwechselung mit einem echten Doktor sprichwörtlich aus den Augen lacht. Mit der Rolle des Doktors freundet er sich nicht zuletzt der guten Bezahlung wegen sehr bald an und doktert fortan – mehr unwissend, denn verantwortungsbewusst – fröhlich an seinen Patienten herum.

Dass die stumme Lucinde dabei tatsächlich ihre Sprache wiederfindet, ist eher einer gütigen Fügung, denn seinem Können zu verdanken, hält jedoch die ganze bunte Gesellschaft – Lucindes Vater Geronte, Amme Jaqueline, die Bediensteten Valere und Lucas sowie Lucindes Verlobten Leandre – gehörig auf Trab. Ingrid Schütze überzeugt in diesem eingespielten Ensemble gleichfalls als energische, gepeinigte Ehefrau Martine und stumme jugendliche Lucinde ganz in Lila, während Veit Schumann und Frank Bendas als Valere und Lucas zwei herrlich ulkige, unbeholfene Helfer mimen. Olaf Nilsson gibt gekonnt den streng besorgten Vater Geronte in oranger Kluft mit Hut und geflochtenem Bärtchen, stets umgarnt von der leicht naiv scheinenden Amme Jaqueline (Ilka Knigge).

So kullern die Witze dieser Komödie wohl dosiert, und immer wieder untermalt vom Gitarrenspiel Eric Törsels (der gleichzeitig Lucindes Geliebten Leandre spielt), quer durch den Ruinenraum. Der wird, wie bei den sommerlichen Theaterproduktionen hier üblich, komplett ausgenutzt und auch das Publikum bleibt in einigen Szenen nicht verschont. Dabei dienen bemalte Pappkartons als einfach-funktionales, gleichzeitig aber wandelbares Bühnenbild (Ausstattung: Anja Martin). Vor allem in zweiten Halbzeit, wenn sich die Nacht über der Ruine niedersenkt, entsteht eine angenehme Theateratmosphäre.

Aus dem ehelichen Denkzettel wird so ein wunderbar unterhaltsamer Abend, an dem anfangs einige Witze zwar ein bisschen zu beliebig geraten, aber immer noch genug hintersinnige Stellen zum Schmunzeln anregen. Grandios gezeichnet sind durchweg die Charaktere der Haupt- und Nebenfiguren, wofür dem Ensemble ein großes Lob gebührt. Vor allem Frank Bendas bleibt hier in dreifacher Rolle sächselnd komisch in Erinnerung. Diagnose: Sehenswert!

Nicole Czerwinka

St. Pauli Ruine Molieres „Der Arzt wider Willen“, wieder am 30.7., 31.7., 1.8., 7.8. und 8.8., je 19.30 Uhr; 9.8., 10.8., 20 Uhr; 11.9., 12.9., 18.9. und 19.9., je 19.30 Uhr

Linktipp: www.theaterruine.de

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Globalisierte Königin auf Abwegen

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„Eine für alle“ im Bärenzwinger

Alle Jahre wieder obliegt es dem Dresdner Stückeschreiber und Regisseur Peter Förster mit seiner Sommertheater Company die kleine Bühne im Bärenzwinger (Foto: PR/Sommertheater Dresden) zu bespielen. Im zehnten Jahrgang mixt er in dem Stück „Eine für alle“ nun Romane von Alexandre Dumas zu einer seiner typischen witzig-unterhaltsamen Theaterfassungen. Dabei spielen dieses Mal eine spanisch-österreichische Glosbalisierungs-Königin in Frankreich, vier Musketiere, der Herzog von Buckingham, ein vom Zölibat leidgeprobter Kardinal und die Diamanten der Königin die gleichberechtigten Hauptrollen im Stück.

Klug verwoben mit einer gehörigen Prise Gegenwartsbezug präsentiert die Sommertheater Company hier eine charmant hintersinnige Geschichte, die zwar in längst vergangener Zeit, hinter den hohen Mauern von Burgen und Schlössern, spielt (Kostüme: Martina Strahl, Licht und Bühne: Roger Kunze), aber genauso gut in der Gegenwart handeln könnte. Da hält die gelangweilte Königin keck nach einem Liebhaber Ausschau, findet ihn in Buckingham und wird bei ihren Ausschweifungen streng vom Kardinal Richelieu beobachtet, der – von der Kette des Zölibats gefesselt – doch eigentlich selbst nur das Eine will: intrigieren natürlich.

Richtig tapfer gekämpft wird hier jedoch nicht – zumindest nicht mit scharfen Waffen –, denn die Musketiere der Jetztzeit verwehren sich gegen jegliche „degenfuchtelnde“ Gewalt, die Weiber sind schließlich Teufelszeug genug. Sinnfällig heißt das Stück deshalb ja auch „EinE für alle“ und eine solche Losung, so erklärt sich später im Lauf des turbulenten Geschehens (und in Anspielung auf das Wahljahr 2013), muss man schließlich nur so oft wiederholen, bis alle daran glauben –, zumindest bis fremde Staatsmänner überwacht und die Geheimnisse der Bürger verstaatlicht worden sind. Doch mehr wird hier nun wirklich nicht verraten!

So nimmt Förster mit sorgsam gespitzter Feder auch in seinem zehnten Bärenzwingerstück humorvoll und scheinbar lockerleicht die großen und kleinen Unmöglichkeiten der Menschheit aufs Korn, vermeidet es aber tunlichst, dabei lehrreich den Zeigefinger zu erheben. Die Darsteller Felicitas Schreier, Katrin Ingendoh, Robert Martin, Florian Kaufmann und Tobias Wollschläger schlüpfen in diesem verworrenen Treiben mit spürbarer Spielfreude abwechselnd in die Rollen von Musketieren, Köngin, Kardinal, König und Buckingham. Und während diese Figuren sich auf der kleinen Bühne im Bärenzwinger eine schelmische Schlacht der Befindlichkeiten liefern, bescheren sie den Zuschauern scheinbar nebenbei einen wunderbar unbeschwerten Theaterabend.

Nicole Czerwinka

Sommertheater im Bärenzwinger, bis 15.8. und vom 20.8. bis 1.9., jeweils Dienstag bis Sonntag, 20 Uhr

Linktipp: www.sommertheater-dresden.de

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Lustwandeln wie im Märchen

Impressionen zur 5. Schlössernacht

Ein großer, goldener Vogel breitet seine Schwingen aus, Gestalten aus längst vergangenen Zeiten reihen sich neben ihm zu einem Fotomotiv auf, aus allen Ecken ertönt Musik. Der Elbhang rund um die drei Schlösser Albrechtsberg, Lingnerschloss und Eckberg hat sich zur 5. Dresdner Schlössernacht am 13. Juli wieder in ein buntes Märchenland verwandelt. Hier sind die schönsten Impressionen:

Fotos: Nicole Czerwinka

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Mit Lichtshow und Liedmalereien

Magnus Mond singt zur 5. Schlössernacht

Die 5. Dresdner Schlössernacht lädt am Sonnabend (13.7.) zum Lustwandeln rund um die drei Elbschlösser Albrechtsberg, Lingnerschloss und Eckberg ein. Das Kulturprogramm der fünften Auflage ist mit 382 Künstlern und 60 Konzerten auf 15 Bühnen so bunt gefächert wie nie zuvor. Fabelwesen, frühere Schlossherren sowie deren Zeitgenossen tummeln sich dabei auch dieses Jahr an den Elbhängen. Mittendrin hat der Dresdner Musiker Magnus Mond (Foto: PR) seinen ersten großen Auftritt bei der Veranstaltung. Im Interview mit elbmargarita.de erzählt er, was die Zuhörer dabei erwartet.

Sie bezeichnen Ihre Musik auch als „Liedermalerei“, was kann man sich darunter vorstellen?

Liedermalerei bedeutet für mich, Klänge zu malen, die zum Träumen und Entspannen anregen, geschmückt mit Geschichten, die manchmal zum Lachen, manchmal zum Nachdenken anregen. Die Leute, die mich hören, sollen eine kleine Pause vom Stress des Alltags machen, die Augen schließen und sehen, wie wunderbar ein paar einfache Noten Bilder zeichnen können.

Seit wann machen Sie Musik?

Ich trete erst seit Anfang 2012 auf, spiele bei Judy und das Krokodil Bass. Mit Musik angefangen habe ich 2005, ich habe mir alles selbst beigebracht mit Büchern aus der Stadtbibliothek und Internet. Angefangen hat das mit einer alten Konzertgitarre, dann habe ich mich dem Bassspiel gewidmet, meiner großen Leidenschaft. 2011 habe ich meinen ersten Akustiksong geschrieben und in der offenen Bühne Blaue Fabrik vorgestellt. Seitdem geht es ganz gut voran, die Schlössernacht ist der Höhepunkt meiner Musikerkarriere.

Wo und wann werden Sie bei der Schlössernacht auftreten?

Ich spiele auf der Bühne „Musik zum Träumen“ beim Winzer Müller, in der Nähe von Schloß Albrechtsberg, um 18 Uhr, 20 Uhr und 22 Uhr im Wechsel mit Salon Pernot und Ludek Lerst.

Wo kann man Sie, unabhängig von der Schlössernacht, als Solokünstler in der Stadt erleben?

Aktuelle Termine findet man immer auf meiner Webseite, im Anschluss an die Schlössernacht gibt es eine kleine Sommerpause, danach werde ich wieder auf Festen, offenen Bühnen, Klubs und allerlei Gelegenheiten aufspielen, zum Beispiel bei den Interkulturellen Tagen.

Wie kam es, dass Sie bei der Schlössernacht mitwirken?

Ich bin dieses Jahr zum ersten Mal dabei und freue mich riesig darauf. Ich habe mich zweimal auf gut Glück beworben und als ein Artikel über Künstlersuche in der Zeitung erschien, habe ich mein Glück ein drittes Mal versucht – und es hat geklappt. Ich habe es lange nicht geglaubt, selbst nicht, als mein Foto auf der Webseite erschien. Jetzt sind es noch zwei Tage, ich freue mich riesig.

Wie hat sich die Schlössernacht aus Ihrer Sicht in den letzten Jahren entwickelt?

Ich habe bereits mit Musikern, auch Profimusikern, gesprochen, die bei der Schlössernacht dabei waren. Viele schwärmten von der guten Organisation. Dass jede Bühne einen Stagemanager hat und man sich ganz und gar nicht verloren vorkommt. Wenn man sich als Musiker auf die Musik konzentrieren soll, kommt es sehr auf das ganze Drumherum an, das soll bei der Schlössernacht spitzenmäßig sein.

Gibt es etwas, auf das Sie sich zur Schlössernacht besonders freuen?

Ich freue mich besonders auf die Lichtshow, ich mag es, wenn es blitzt und blinkt. Wenn ich Zeit habe, werde ich mir einige andere Musiker anhören, mich unterhalten und Gedanken austauschen, ansonsten bin ich ziemlich offen und lasse mich überraschen. Wenn noch ein paar klasse Fotos rauskommen, bin ich natürlich auch nicht traurig.

Interview: Nicole Czerwinka

Tickets für die Schlössernacht gibt es am Sonnabend an der Abendkasse. Die Veranstalter bitten vor allem das Dresdner Publikum darum, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Zudem verkehren von 16.30 Uhr bis 21 Uhr sowie von 23 Uhr bis 02 Uhr zwei Shuttle-Busse vom Parkplatz am Regierungspräsidium über die Haltestelle am Waldschlößchen zum Veranstaltungsgelände.

Linktipps: www.magnusmond.de & www.dresdner-schloessernacht.de

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Für drei Stunden in einer anderen Welt

Schaubudensommerspaziergänge …

Hereinspaziert, verzaubern und überraschen lassen. Der Scheune Schaubudensommer lockt noch bis zum 14. Juli mit allerlei Kuriosem, kruden Künstlern und bunt leuchtenden Phantasieartefakten. Hinter jedem Zelteingang versteckt sich eine eigene kleine Welt und draußen erstrahlt der Scheunehof des Abends in farbigen Lichtern – ein wahrer Zirkus der Ideen mitten in der Dresdner Neustadt:

Fotos: Nicole Czerwinka

 

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Zauberhaftes Märchenmusical

„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ in Rathen

Als Wintermärchen begeisterte „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gleich mehrere Generationen. Die Landesbühnen Sachsen holen den Kultfilm von Vaclav Vorlicek und Frantisek Pavlicek aus dem Jahr 1974 nun als Musical auf die Felsenbühne in Rathen. Der ganze Ort ist aus diesem Anlass mit goldenen Schuhen geschmückt –, wenn Aschenbrödel tanzt, sind sie an Laternen, Gastwirtschaften, ja sogar auf der Elb-Fähre zu entdecken.

Den ganzen Sommer stehen Schauspiel- und Musiktheaterensemble der Landesbühnen Sachsen im Wechsel für die Inszenierung des Intendanten Manuel Schöbel auf der Freilichtbühne. Die Textfassung des Musicals stammt von Katrin Lange. Thomas Zaufke hat die Musik von Karel Svoboda dafür extra neu arrangiert, einige pfiffige Songs hinzugefügt, lässt die berühmtesten Motive der Filmmusik jedoch immer wieder gezielt anklingen. Die romantische Wintergeschichte funktioniert so auch im sommerlichen Rathen, ohne dass die Filmvorlage dabei Schaden nimmt.

Glücklicherweise servieren die Landesbühnen aber keinen lauen Abklatsch des Erfolgsfilms, sondern transportieren das Märchen ein Stück weit ins Heute. Hier dürfen die Diener des Königs auch mal mit dem Handy telefonieren, der Prinz redet eindeutig im Jugendjargon des 21. Jahrhunderts mit seinem Vater und bei der Jagd wird längst nicht mehr auf lebende Tiere, sondern auf Federn, Taschentücher und Gürtelschnallen geschossen. Was bleibt, sind drei magische Zauber-Haselnüsse, ein glucksend gurrendes Käuzchen, viele hilfsbereite Täubchen, riesig rosige Ballkleider, mehrere orangefarbene Jagdschlosstürme (Ausstattung: Klaus Noack, Barbara Noack) und genau jene Portion Romantik, die ein Märchen eben braucht, um die Herzen der großen und kleinen Zuschauer zu erwärmen.

Und das glückt: Wenn Sandra Maria Huimann als Aschenbrödel (Foto: PR/Marco Foerster) auf ihrem Pferd Nikolaus über die Bühne zum Hofball reitet, raunen verzückte „Ahs“ und „Ohs“ durch die Zuschauerreihen. Ihr Aschenbrödel ist ein wildromantisches Mädchen, das genau weiß, was es will und seiner bösen Stiefmutter mutig die Stirn bietet. Andreas Petzoldt erscheint dagegen als jungenhafter Prinz im Glitzergewand, der den Pflichten des Königreiches am liebsten entfliehen würde und ungestüm um Aschenbrödels Hand anhält. Silke Richter und Nina Mercedes Rühl setzen als freche Stiefmutter und Tochter Dorchen mit langen Lügennasen gelungen komische Kontrapunkte. Und auch sonst ist allerlei Witz in das Märchen verwoben, was durchaus nicht nur die kleinen Zuschauer zum Lachen bringt.

So vergehen die knapp zweieinhalb Musical-Stunden auf der Naturbühne nahezu wie im Märchen. Auch wer schon lange nicht mehr an Märchenwälder und magische Zaubernüsse glaubt, wird sich dieser magischen Welt im Wehlgrund kaum entziehen können, wenn „Aschenbrödel“ wieder ihre fleißigen Täubchen ruft und schwungvoll mit Nikolaus zum Hofball des Königs reitet.

Nicole Czerwinka

„Der Haselnüsse für Aschenbrödel“ auf der Felsenbühne Rathen, wieder am  26.-28.7., 30.7.-4.8., 7.8., 8.8., 11.8., 14.-16.8., 20.8., 25.8., 7.9. und 8.9.

Linktipp: www.felsenbuehne-rathen.de

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