Wenn ein kleiner Kater Geschichten erzählt …

Tom und Minka entführen ab sofort in die Welt der norwegischen Weihnacht

Die Vorweihnachtszeit wird nordisch in Dresden. Denn ein kleiner norwegischer Kater hat vor ein paar Jahren den Weihnachtsmann getroffen – und ich habe die Geschichte nun aufgeschrieben. „Tom und der Weihnachtsmann“ ist das zweite Abenteuer der Katzenfreunde Tom und Minka. Erschienen ist die kurze Erzählung am 13. November 2017 als eBook und Taschenbuch bei Amazon.

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Die Lichter von Hamburg

Ein Weihnachtsbesuch in Dresdens Partnerstadt

Gemächlich ruckelt der Zug durch weiße Felder unterm blauen Himmel nach Norden. Der Koffer liegt im Gepäckträger verstaut, das gesamte Abteil liest. Ganze 25 Jahre zählt die Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Dresden just in diesem Dezember – eine durchgehende ICE-Verbindung zwischen den beiden Städten gibt es allerdings bis heute nicht. Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), die zum 25. Jubiläum vom 14. bis 16. Dezember in der Hansestadt weilt, war gewiss ein wenig schneller unterwegs. Doch für Otto-Normal-Touristen gilt auf der Anfahrt unfreiwillig und dennoch wohltuend das Motto der Entschleunigung.

Knapp fünf Stunden dauert die Fahrt im Eurocity vom Dresdner bis zum Hamburger Hauptbahnhof. Und der empfängt seine Gäste wiederum hektisch mit geschäftigem Großstadttrubel. Mitten im Berufsverkehr schiebt sich die S-Bahn von dort aus durch düstere Tunnel gen Reeperbahn, wo in einer unscheinbaren Seitenstraße ohne Rotlicht (!) schon die kleine Frühstückspension mit einem schlichten, warmen Zimmerchen wartet. Doch dieses dient vorerst nur als Kofferkammer, denn der Abend ist noch jung und das Hamburger Nachtleben, besonders in diesem Stadtteil, fröhlich und unbeschwert. Zum Beispiel auf dem Hamburger Dom. Im winterlichen Schneegestöber sind die meisten Fahrgeschäfte dieses riesigen Rummelplatzes zwar leer, dafür heizen in der Kälte zumindest gesalzene Maiskolben vom heißen Grill die Jahrmarktstimmung an.

Nach dem Rummelbummel ruft schon leise der leckerste Glühwein der Stadt (so der Hotelier) vom Weihnachtsmarkt auf St. Pauli herüber. Kleine Holzhütten verbreiten dort auf den ersten Blick die typische vorfreudengeschwängerte Marktstimmung im Advent, haben es aber, was Angebot und Dekoration betrifft, tatsächlich in sich. Nicht umsonst zählt Deutschlands meistgelesenes Boulevardblatt – das den Orosz-Trip übrigens kurz zuvor als „hohen Besuch“ in Hamburg ankündigte – den Weihnachtsmarkt auf St. Pauli zu den verrücktesten in der Welt. Auf den Glühweintassen strippen hier selbst Schneemänner und statt erzgebirgischer Schwippbögen bieten die Händler gläsernes Sexspielzeug als gänzlich unchristliches Geschenk feil. Das alles trübt die Romantik unter echten Schneeflocken, die sich wirbelnd in eine dampfende Tasse voll herrlich mundendem Apfel-Zimt-Wein strudeln, allerdings nicht im Geringsten.

Doch auch bei Licht betrachtet ist Dresdens Partnerstadt eine Reise wert. Und dabei grenzt es kein bisschen an Übertreibung, wenn man die Hamburger als die freundlichsten und hilfsbereitesten Großstädter dieses Landes bezeichnet. Ihre Herzlichkeit klingt auch lange nach der Rückkehr ins heimelige Sachsen noch nach. Ebenso wie die Eindrücke auf der gut einstündigen Rundfahrt durch den Hamburger Elbhafen. Wer sich hier vom trockenen Humor eines echten Nordlichts in die Geschehnisse zwischen Schiffsdocks und Landungsbrücken einweihen lässt, wird sich als Binnenländler plötzlich peinlich der Bedeutung bewusst, die die Schifffahrt für den Welthandel nach wie vor hat. Ganz nebenbei zeigt ein Blick auf die seit Jahren verplandudelte Baustelle der Elbphilharmonie aber auch kuriose Parallelen zur Dresdner Heimat auf. „In Hamburg dauert alles etwas länger“, so der Kommentar des Fremdenführers. Na, das kommt doch irgendwie bekannt vor. Obs wohl an der Elbluft liegt?

Vom Schiff aus setzt sich der winterliche Stadtbummel über festen Boden entlang der Landungsbrücken hinunter zur Speicherstadt fort. Zwischen rotbraunen Backsteinfassaden glitzert dort schon bald die Glasfassade des SPIEGEL-Hauses hervor. Mitten in der bewegten Hafenluft wird hier auch im digitalen Zeitalter noch viel Zeitung gemacht, einzelne Redaktionen kann man dabei teils wie im Schaufenster beobachten und so nicht nur viel Hanse-, sondern auch ein wenig Medienluft schnuppern. Am Rathausplatz riecht es dagegen wieder nach Weihnachtsleckereien. Hier sind die Marktstände innen oft kunstvoll verziert, ja wie richtige Ladengeschäfte aufgebaut, außen zudem fein säuberlich geordnet und entführen so etwa in die gemütliche „Schlemmer“- oder „Handwerkergasse“. Auch Dresdner Waren werden hier verkauft (Fotos: N. Czerwinka). Nur eine echte Tanne, die fehlt.

Dafür verführen die goldschillernden Kolonaden unmittelbar gegenüber zum ausgiebigen Edel-Shopping ins Alsterviertel. Dort wird die Hamburger Freundlichkeit im hypermodernen Nescafé-Shop noch einmal spür- und schmeckbar, als eine Einheimische die faszinierten Touristen freundlich zu einem Frei-Espresso einlädt. Mit so viel Herzenswärme und Kaffee gestärkt, geht es durch lichtvoll strahlende Einkaufsgalerien und individuelle Ladengeschäfte schließlich weiter zum nächsten Weihnachtsmarkt. Vor glanzvoll verzierten Hansehausfassaden lockt dieser an der Alster mit exklusiven Waren und teuren Glühgetränken in weißbehütete Zelte. Weit romantischer noch ist es aber auf dem inzwischen wieder kräftig schneebetrubelten Gänsemarkt. Hier trifft sich Hamburg nach Arbeit oder Einkaufsbummel auf einen heißen Punsch unter dem Weihnachtsbaum – inmitten der herrlichen Häuser ist das die schönste Marktatmosphäre, die die Hafenstadt zu bieten hat.

Der zweite Abendspaziergang durch Hamburg führt am Konzerthaus vorbei, direkt in den als „Planten un Blomen“ berühmten Park, wo die Hamburger auf einer buntbeleuchteten Eisbahn noch ihre sportlichen Runden drehen. Von Weitem sind an dieser Stelle auch schon wieder die hell blinkenden Fahrgeschäfte des Doms zu sehen, die Reeperbahn ist nicht mehr weit – und der weihnachtliche Hamburg-Trip neigt sich dem Ende zu. Am nächsten Morgen gleitet dieses Mal der ICE elegant aus dem Hamburger Hauptbahnhof in Richtung Berlin. Ein letzter versonnener Blick fliegt auf die Hansestadt an der Elbe mit ihren heimeligen Backsteinfassaden – zum Glück sind es ja nur fünf Stunden …

Nicole Czerwinka

Von einem der auszog, das Kaufhaus zu besiegen

Hofgeflüster – die Stadtkolumne

Am 12. August entscheidet der Dresdner Stadtrat über einen Kompromissvorschlag zur Sonntagsruhe im Advent. – Geselliger Trubel unter Neonlicht in den Warenhäusern oder lieber besinnlicher Familieneinklang bei Kerzenschein an den Adventssonntagen? Dresden kann sich wieder einmal nicht entscheiden. Denn bereits im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat beschlossen, dass die Läden sonntags geschlossen bleiben. Nun soll diese Entscheidung erneut geprüft werden. SPD-Stadtrat Albrecht Pallas hat am Mittwoch bereits Unterschriften für den Erhalt der Sonntagsruhe  gesammelt. Angesichts solch außergewöhnlichen Engagements eines Politikers rollt sich doch sofort ein großes Fragezeichen auf: Haben wir keine anderen Sorgen? Während die Menschen in Ostsachsen mit den Folgen des großen Hochwassers kämpfen, diskutiert man an der Elbe wieder einmal über Pille-Palle. Dresden harrt gespannt der neuen Entscheidung des Stadtrates über eine alte Angelegenheit. Doch eines ist fakt: Egal in welcher Ecke der schwarze Peter hinterher liegen bleibt, am 24. Dezember ist Weihnachten. Und bis dahin kann ja zumindest der Rest der Stadt an den wirklichen Baustellen baggern.

Nicole Laube