Das unterschätzte Herzstück

Warum sich Dresden auf die Eröffnung des Kulturpalasts freut – eine Kolumne

Der Countdown läuft: Genau 40 Tage sind es noch bis zur Wiedereröffnung des Dresdner Kulturpalastes am 28. April. Wer zum ersten Mal nach Dresden kommt, wird jedoch kaum verstehen, warum gerade dieses Gebäude für uns Dresdner so besonders ist. Die Architektur ist funktional, erinnert an die Moderne der 1950er Jahre in der DDR und den sozialistischen Wiederaufbau der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg. Das hat rein gar nichts mit der barocken Pracht von Frauenkirche, Zwinger und Semperoper gemein, mit denen Dresden sonst so gern wirbt. Und dennoch gehört der Kulturpalast zu den heimlichen Sehnsuchtsorten dieser Stadt.

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Philharmonische Märchenstunde

Marita Erxleben inszeniert eine arabische Märchenoper mit der Dresdner Philharmonie

Mit Tanz hat alles angefangen. Marita Erxleben ist ausgebildete Tänzerin und Choreografin, betreibt in Potsdam ihre eigene Tanzakademie. Doch eines Tages entdeckte Tobias Wellemeyer, damals Intendant am Potsdamer Theater, noch eine andere Seite in ihr. „Theater und Regie haben mich immer schon gereizt, er hat diese Leidenschaft in mir wachgerüttelt“, erzählt sie. Das war 2009 – und seitdem hat Marita Erxleben (Foto: PR/Johanna Gerritsen) viele Stücke für Kinder- und Jugendtheater inszeniert, darunter eine Oper an der Kammerakademie Potsdam. Dort lernte sie auch Frauke Roth, die Intendantin der Dresdner Philharmonie, kennen, die sie nun für ein besonderes Projekt nach Dresden einlud.

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Kunst ohne Grenzen

Wie drei Busse vor der Frauenkirche die Welt auf den Kopf stellen …

Manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr. Es war nach einem meiner Workshops an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, als ich im November 2016 zum ersten Mal von Manaf Halbounis neuem Projekt hörte. Eine Freundin und Kollegin erzählte mir damals, was der Absolvent der Hochschule mit „Monument“ in Dresden vorhat: drei Busse hochkant vor der Frauenkirche, die an den Krieg in Syrien erinnern. Denn so wie die Menschen 1945 hier unter der dicken Kuppel der Frauenkirche Schutz suchten, versteckten sich die Einwohner von Aleppo vor Scharfschützen hinter großen, senkrecht aufgestellten Bussen.

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Zwölf Mal Kultur für 2017

Eine (subjektive) Vorschau auf die wichtigsten Veranstaltungen in diesem Jahr

Vorfreude ist bekanntlich die schönste – und aus diesem Grund wagen wir erstmals einen kulturellen Ausblick auf das Jahr 2017 in Dresden. Welche Termine sollte man sich merken? Was darf man nicht verpassten? Das sind unsere Höhepunkte im Kulturkalender für dieses Jahr:

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Musik als Mittel gegen das alphanumerische Chaos

Maximilian Schnaus lebt als Komponist in Residence jetzt drei Monate lang in Dresden

Maximilian Schnaus arbeitet als Organist in Berlin und zog im November als Stipendiat der Stiftung Kunst und Musik für Dresden an die Elbe. Im Rahmen seines Stipendiums soll der 30-Jährige (Foto: privat) sich drei Monate lang mit Musikern und Ensembles in Dresden vernetzen und neue Kompositionen schreiben. Wir haben ihn gefragt, was er hier genau vorhat.

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Verkleidungsspiel unter Kafkas Deckmantel

„Verwandlung/en/“ als Jubiläumsstück an der bühne der TU Dresden

Die bühne – das Theater der TU Dresden feiert in dieser Saison ihre 60. Spielzeit. Sie blickt zurück und in die Zukunft. Zum Jubiläumswochenende versammelten sich die „bühnis“ von damals und heute bereits im Oktober zu einem großen Fest im Weberbau. Teil dieses wilden Auftakts in eine ganz besondere Spielzeit waren auch zwei Premieren (Fotos: PR/Mathias Kammerer), in denen die Geschichte des Studententheaters an Dresdens Universität feierlich mit eingewoben ist.

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Die Dialekte der Musik

arabische und deutsche Musiker proben in Dresden Integration mit Musik

Es klingt wie das Normalste auf der Welt: Sechs Musiker treffen zusammen, um gemeinsam Musik zu machen. Doch wenn sie aus verschiedenen Kulturkreisen stammen, kann daraus leicht ein Abenteuer werden. „Transit Place“ heißt ein Projekt, bei dem sich zwei Dozenten der Dresdner Musikhochschule mit Mitgliedern der Banda Internationale zusammengefunden haben, um voneinander zu lernen und miteinander ein Konzert zu geben. Ein Gitarrist aus Kolumbien, ein Oudspieler und ein Rapper aus Syrien, eine deutsche Opernsängerin, ein Cellist aus Deutschland und einer aus dem Irak (Fotos: privat) werden nun im Rahmen des Interkulturellen Musikforums Sachsen am Samstag (22.10.) unter dem Titel „Transit Room – eine musikalische Begegnung“ in der Dresdner Musikhochschule den Begriff „Integration“ sprichwörtlich mit Klang füllen.

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Das Theater links vorne, neben dem Schuhkarton

Vom Theater im Hörsaal des Weberbaus wurde die TU-bühne in 60 Jahren zur Institution

Die bühne – das Theater der TU Dresden wird 60 Jahre alt und feiert das vom 21. bis 23. Oktober mit einem großen theatralen Wochenende (Fotos: PR/Maximilian Helm) im Weberbau. Zum Auftakt der Jubiläumsspielzeit erklären der künstlerische Leiter Matthias Spaniel und der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Felix Tritschler, wie das jüngste Ensemble Dresdens dabei auf 60 Jahre zurück- und in die Zukunft blickt.

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Musikalischer Reisebericht

Das Landesjugendorchester Sachsen lässt die Sonne Perus im Konzertsaal scheinen

Musik ist die einzige Sprache, die überall auf der Welt verstanden wird. Wie keine andere eignet sie sich daher, den lebhaften Austausch der Kulturen anzustoßen. So geschehen auch im 50. Projekt des Landesjugendorchesters Sachsen (LJO), das die jungen Musiker als Kulturbotschafter des Freistaats zehn Tage lang nach Peru führte. Gemeinsam mit peruanischen Schülern erarbeiteten sie in Lateinamerika ein äußerst facettenreiches Programm, führten es dort viermal auf (Foto: PR/Stephan Flad) und brachten es mit einem Rucksack voller Eindrücke schließlich mit zurück nach Dresden. Im Konzertsaal der Hochschule für Musik verknüpfte das LJO am Sonnabend (15.10.) dabei Werke beider Kontinente zu einem einzigartigen Konzerterlebnis.

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