Oktobermorgen

Impressionen von einer Joggingtour an der Elbe

Die schönsten Tage beginnen an der Elbe. Still fließt der Fluss durchs Tal, eingehüllt von Nebelschwaden, die die Landschaft wie in Watte packen. Die Sonne kämpft sich durch den Morgendunst, schickt ihre Strahlen langsam auf den Weg. Und frühe Vögel picken geduldig am Wegesrand.

Der Tag ist noch jung, der Radweg menschenleer. Es ist, als wollte die Natur ihr schönstes Schauspiel in Einsamkeit aufführen. Das Publikum ist auserwählt. Fern die kleinen Ärgernisse des Alltags. Ein magischer Moment!

Ganz langsam greift das helle Licht sich Raum, während die Nebelfrauen auf dem Wasser tanzen. Es brodelt überm Fluss, ein letztes Aufbegehren, bevor die aufstrebende Wärme ihren Tanz beendet.

Ein Rabe kräht, grüßt aufgeregt den Tag – und springt fidel über die Wiese. Das Blaue Wunder in der Ferne, so still als träumt es noch, bevor die Hektik in der Stadt sich regt.

Wie friedlich liegt die Welt, wenn alle Menschen schlafen! Doch bald schon hat die Sonne den Dunst der Nacht durchbrochen, bald kräht der Rabe hektisch im grellen Morgenlicht, sind Tau und Tanz verflogen.

Was bleibt, ist dieser Augenblick des Neubeginns, der in den Tag uns führt mit leichtem Herzen. Ein tiefer Atemzug, erquickend und belebend. Als wäre die dunkle Nacht besiegt für alle Zeit.

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