„Die Zukunft ist farbenprächtig!“

Interview mit dem Dresdner Künstler Benjamin Hummitzsch

Seine Bilder zeigen oft menschliche Körper in bunten Farben und Schattierungen. Blutgefäße, Zellen und Nervenbahnen vereinen sich in seiner Malerei zu phantasievollen Mustern. Der Künstler Benjamin Hummitzsch ist 1986 in Berlin-Pankow geboren und hat gerade sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste abgeschlossen. Im elbmargarita-Interview erzählt er, was ihn derzeit umtreibt.

Die wichtigste Frage gleich vorab: Wann können wir in Dresden wieder eine Ausstellung von Dir sehen?
Ich habe die letzte Ausstellung gerade Ende September abgebaut und arbeite jetzt an neuen Werken.
Momentan ist noch nichts geplant, aber ich bin gern für alles offen.

Du bist vor Kurzem erst von einem längeren Aufenthalt als Artist in Residence in den USA nach Dresden zurückgekommen. Welche neuen Erkenntnisse und Erfahrungen hattest Du auf der Rückreise mit im Gepäck?
Gut war wirklich, sich einen Monat lang nur auf das Kunstmachen konzentrieren zu können. Viele spannende und interessante Bekanntschaften und Gespräche zu führen und andere Sichtweisen, Mentalitäten und Eindrücke zu sammeln und zu erfahren. Also jede Menge Inspiration für neue Arbeiten.

Warum zurück nach Dresden?
Dresden ist, trotz der in letzter Zeit negativen Schlagzeilen, eine großartige Stadt und ich bin froh, an der HfBK studiert zu haben. Das Studium prägt, denke ich, jeden mehr oder weniger. Für mich war es eine wunderbare Zeit mit viel Freiraum zur eigenen Entwicklung und mit klasse Kommilitonen, Dozenten/Mitarbeitern und Professoren.

Wie kommt man darauf, nach einem Studium der Informatik noch eines in Kunst dranzuhängen?
Informatik war sozusagen nur ein Schnupperkurs. Ich habe schon früh gemerkt, dass es dann doch nicht das richtige Studium für mich ist. Künstler und Mathe. Ich habe mich dann schon während des Informatik-Studiums bei Kunsthochschulen beworben und war dann sehr glücklich, dass es so wunderbar mit Dresden funktioniert hat.

Deine Bilder sind markant und von einem hohen Wiedererkennungswert geprägt. Wir lange hat es gedauert, bis Du Deinen Stil als Maler gefunden hattest?
Ich denke, das es mindestens drei Jahre gedauert hat zu dem konzeptuellen Ansatz zu kommen, jedoch abgeschlossen bzw. einen fertigen Stil zu haben, ist nicht Ziel eines Künstlers. Wichtig ist, dass man sich immer weiterentwickelt und mit der heutigen Zeit auseinandersetzt.

Siehst Du die Zukunft eher bunt, wie auf Deinen Bildern, oder manchmal auch grau?
Definitiv farbenprächtig! Mit hinweisender Kritik an zukünftigem Grau.

Das Thema Deiner Malerei ist „Transhumanismus durch Mutation in menschlicher Evolution.“ Es geht um Mikrobiologie, Genetik und Mutation. Kannst Du Dir vorstellen, auch noch andere Themen in Deiner Malerei zu verarbeiten?
Ja, durchaus. Ich habe schon mehr als die genannten Themen integriert und hoffe, immer neue Gebiete und Entwicklungen einbringen zu können.

Was war das Interessanteste, das ein Betrachter Deiner Bilder je darüber gesagt hat?
Am interessantesten ist es, wenn man mit jemandem spricht, der bildspezifisch erkennt, was die Aussage im Bild ist und dann aufgrund seines Hintergrundes den Gedanken noch weiterdenkt und dadurch Anstoß findet, neue Dinge zu erfinden. Ich bin immer wieder überrascht, wie sehr und wie vielen meine Werke gefallen und das berührt natürlich am meisten.

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