Hörtipp im Dezember: Das Quintett Julvisor entführt mit „vinternatt“ in skandinavische Klangwelten

Eine Katze schaut keck hinterm schneebedeckten Berg hervor, an dessen Fuße sanftes Licht aus den Fenstern eines roten Hauses strömt. Jene nordische Idylle, die das Quintett Julvisor auf seinem CD-Cover abbildet, beschwört auch seine Musik herauf. Auf dem Album „vinternatt“ haben die fünf Musiker eine stimmungsvolle Sammlung aus skandinavischem Liedgut zusammengetragen und entführen mit ihren Arrangements von Songs aus Schweden, Norwegen und Island in nordische Klanglandschaften.

Julvisor, das sind Christina Lutter (Gesang, Geige, Whistles), Guido Richarts (Gesang, Kontrabass, Bodhrán, Drehleier), Krishn Kypke (Gitare, Sitar), Matthias Strauch (Saxophon, Klarinette, Flöte, Klavier) und Michael Gramm (Percussion, Flügelhorn). Ihr Album ist das Ergebnis einer schönen Tradition: Seit zehn Jahren treffen sich die fünf zur Herbstzeit in Dresden, um mit viel Liebe ein besonderes Weihnachtsprogramm zu kreieren. Kurzgeschichten von skandinavischen Autoren gehören ebenso dazu wie sehnsuchtsvolle melancholische Melodien aus dem Norden. Traditionelle Klänge treffen in den einfühlsamen Songs auf Einflüsse aus Jazz und Popmusik, wobei der typische nordische Charakter der Originale stets gewahrt bleibt.

Die Arrangements leben nicht nur von traditionellen Instrumentalfarben, sondern auch von den Klangbildern der nordischen Sprache. Sie sind meist von der diffusen Melancholie einer nebligen Fjordlandschaft durchwoben und setzen auf Reduktion. Doch immer wieder brechen sich auch folkloristische und mitreißende Rhythmen lebhaft ihre Bahn. Die Musik beschwört das Flair des dichten norwegischen Waldes herauf, lässt die rauen Winde Finnlands brausen und scheint warm wie die Sonnenstrahlen auf schwedische Seenlandschaften.

Im Booklet des Albums haben Julvisor die Herkunft der Songs aufwendig dokumentiert – ein gutes Stück Recherche, das der Aufführung dieser Musik vorausgegangen sein muss. Die musikalische Winterreise gen Norden kann somit Fahrt aufnehmen. Der Hörer darf im warmen Wohnzimmer ganz ohne Mütze und Schal den nordischen Winter genießen.

Info: Das ganze Programm ist am 20., 21. und 22. Dezember im Projekttheater Dresden.

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