Die Lange Nacht der Kammermusik beschert intensiven Musikgenuss zum Abschluss der Akademie beim Moritzburg Festival

Musik, Natur und Freundschaft sind die drei Kräfte, aus denen das Moritzburg Festival seit 25 Sommern seine besondere Energie schöpft. In familiärer Atmosphäre und idyllischer Umgebung wurde am Donnerstag (10.8.) auch die „Lange Nacht der Kammermusik“ zu einem kurzweiligen und doch intensiven Erlebnis: Sie bildet traditionell den Abschluss der Moritzburg Festival Akademie, bei der seit 2006 junge Talente aus aller Welt zusammentreffen.

In diesem Jahr waren es knapp 50 Teilnehmer aus 19 Nationen, die im Rahmen des Festivals fast zwei Wochen lang zusammen wohnen, proben und konzertierten durften. Aus dieser intensiven Arbeit entsteht auf der Bühne jenes Gemeinschaftsgefühl, das die Konzerte des Kammermusikfestivals für Publikum wie Künstler so einmalig macht. Schon zum Auftakt in den Elbe-Flugzeugwerken hatten die Akademisten gezeigt, dass sie nicht nur auf höchstem Niveau spielen, sondern auch sehr gut miteinander harmonieren. Zur Langen Nacht in der evang. Kirche Moritzburg präsentierten sie sich nun in 17 Kammerensembles und bescherten im besten Sinne eine Sommernacht des lebendigen Musikgenusses!

Keine Sekunde Langeweile bei einem über dreistündigen Abend aufkommen zu lassen, ist selbst für gestandene Interpreten eine Herausforderung. Den jungen Talenten glückte dies mit Bravour: Häppchenweise reihten sich die einzelnen Vorträge aneinander – jeder eine kleine Offenbarung, in der die Liebe zur Musik, spielerische Präzision, Enthusiasmus und Frische in der Interpretation aufleuchteten wie der Mond überm Moritzburger Jagdgrund. Mit Ausschnitten aus Werken wie Mozarts Bläserserenade Es-Dur, Dvoraks Klaviertrio e-Moll oder Faurés Streichquartett e-Moll ließen die Musiker die facettenreiche Kammermusikliteratur in den schönsten Farben schillern und fesselten die Zuhörer immer wieder von Neuem.

Ganz leicht machten es die Ensembles dem Publikum jedoch nicht, waren die Besucher doch aufgerufen, am Ende via Stimmzettel den Akademiepreis zu vergeben. Die Entscheidung in den drei Kategorien fiel entsprechend schwer; und knapp aus. Verdient hätten ihn eigentlich alle. Doch was ist eine Urkunde auf Papier schon gegen die Erlebnisse zweier intensiver Sommerwochen im Austausch mit jungen Kollegen und erfahrenen Weltstars? Und so kam am Ende der Langen Nacht neben dem Glücksgefühl eines erfüllenden Konzerts auch etwas Wehmut auf. Schließlich wird man die jungen Musiker in dieser Zusammenstellung an einem Abend nie mehr erleben, obgleich man sicher von allen noch viel hören wird.

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