Kunst und Klang im Dialog

Dresdner Meisterkurse Musik sind eröffnet

Musik ist eine universelle Sprache. Sie erklingt überall auf der Welt, bringt Menschen unterschiedlicher Herkunft in Einklang. Doch was wäre die Musik ohne die Kunst – und wie könnte Kunst ohne Musik je den richtigen Ton finden? Die dritten Dresdner Meisterkurse Musik an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber (HfM) haben sich die vielfältigen Beziehungen zwischen Kunst, Musik und Sprache zum Thema erkoren: „Ton-Art-Sprache“ heißt das Motto, unter dem seit gestern (7.9.) zwei Wochen lang zehn Meisterkurse mit 98 aktiven und passiven Teilnehmern aus 19 Nationen sowie mehrere Workshops, öffentliche Konzerte, Diskussionen und Lesungen an der HfM stattfinden.

Maler beschäftigten sich mit Bach und John Cage, umgekehrt können Akkorde bestimmte Farben und Tonarten bestimmte Gefühle versinnbildlichen. „Mendelssohn soll synästhetisch begabt gewesen sein, dasselbe gilt für Sibelius, Messiaen, Rimbaud, Kandinsky, auch die Pianistin Grimaud“, sagte Ekkehard Klemm in seinem Eröffnungsvortrag am Montag, den der ehemalige Rektor der HfM als einer der wichtigsten Initiatoren der Dresdner Meisterkurse Musik hielt. Im dritten Jahrgang sind die Kurse zwar noch keine richtige Tradition – eher eine zarte Pflanze, die gepflegt werden muss, damit sie weiter wächst und gedeiht –, entwickeln aber zunehmend Ausstrahlung auf Stadt und internationale Teilnehmer.

In Vertretung der Sächsischen Staatministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva-Maria Stange (SPD), würdigte Staatssekretär Uwe Gaul daher die Initiative von Ekkehard Klemm sowie des im Juni 2015 zurückgetretenen Hochschulrats der HfM, die die aus Weimar stammende Meisterkurs-Idee vor drei Jahren erstmals auch in Dresden verwirklichten. „Das ist gerade in diesen Zeiten für Dresden wichtig. Musik ist eine Weltsprache, sie erreicht alle und kennt keine Intoleranz“, sagte Gaul.

In 14 Tagen schenken die Meisterkurse Musik an der HfM dem Dresdner Publikum sechs Konzerte, zwei Lesungen und ein Podiumsgespräch. Dozenten der Hochschule sowie aus renommierten Orchestern der Stadt vermitteln den Teilnehmern hier musikalische Inhalte von freier Improvisation bis hin zur freien Komposition. Erstmals gibt es in diesem Jahr einen Dirigierlehrgang bei Ekkehard Klemm mit dem Philharmonischen Kammerorchester und Wolfgang Hentrich. Zum 50. Bestehen des Landesgymnasiums für Musik Dresden leitet die Cellistin und Alumna des Gymnasiums Marie-Elisabeth Hecker (Foto: PR/Ronny Waleska) einen Kurs an der Schule. Darüber hinaus können die Meisterkursschüler an sieben interdisziplinären Workshops und drei intermedialen Veranstaltungen in Dresdens Museen teilnehmen.

Ebenfalls am Montag eröffnete im Konzertsaal-Foyer der HfM eine Ausstellung „Konstruktion und Emotion“ des Künstlers und Architekten Peter Albert, die hier sozusagen den Dialog von Kunst und Musik anstimmt. Die Dresdner dürfen sich nun zunächst auf den musikalisch-literarischen Leseabend „Deutschland am anderen Ende und hier – 25 Jahre danach …“ mit Wolfgang Thierse im Konzertsaal der HfM (9.9., 19.30 Uhr) freuen. Einen Tag später findet bereits das erste Meisterkurskonzert mit Teilnehmern aus den Meisterkursen Viola und Violoncello in der Dresdner Schlosskapelle (10.9., 19.30 Uhr) statt.

Tipp: Dresdner Meisterkurse Musik 7. Bis 18. September 2015, Dresdner Musikhochschule

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