Die 5. Dresdner Meisterkurse Musik klingen mit zwei spannungsvollen Konzerten aus

Das neue Semester an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber beginnt erst in einer Woche – und doch sind die Räume am Wettiner Platz bereits mit Musik erfüllt. Sechs Tage lang trafen bei den 5. Dresdner Meisterkursen Musik (DMM) vom 11. bis 16. September Studenten und Dozenten aus der ganzen Welt zusammen, um unter dem Motto „Schau-Spiel-Kunst“ an Interpretationen (Foto: PR/Ronny Waleska) zu feilen und musikalische Diskurse anzustoßen.

Veranstaltungen wie ein Flashmob-Konzert in der S-Bahn, eine Lesung und eine Podiumsdiskussion mit den Schauspielern Gudrun Landgrebe und Sebastian Koch sollten die Botschaft der Meisterkurse in die Stadt tragen – und so bewusst machen, dass Dresden nicht bloß ein Ort der Hochkultur, sondern in nahezu allen Künsten auch Nachwuchsschmiede ist. Höhepunkt der Meisterkurswoche waren die beiden Konzerte, in denen die Teilnehmer die Ergebnisse aus sechs intensiven Arbeitstagen in Dresden auf der Bühne präsentierten.

Mit den jungen Musikern – die meisten sind in den 1990er Jahren geboren oder jünger – verhält es sich ein bisschen wie mit rohen, ungeschliffenen Diamanten, die im Meisterkurs unter Anleitung von renommierten Dozenten zwar längst nicht fertig geschliffen, doch ein bisschen mehr zum Funkeln gebracht werden. In kurzen, schlaglichtartigen Vorträgen füllten sie zwei lange, jedoch kurzweilige Abende mit jeweils rund 100 Minuten reiner Musik und einem facettenreichen Programm, das Werke von Poulenc, Strawinsky, Lortzing mit denen von Ravel, Gounod und Bozza verband.

Die Atmosphäre im Konzertsaal war durchaus familiär, das Publikum schaute neugierig und respektvoll auf die Künstler. Denn im Mittelpunkt steht nicht nur Perfektion, sondern ebenso die Freude am Ausprobieren, der Mut, neuen Impulsen zu folgen, verstehen sich die DMM doch als Experimentierlabor, als Ort des Austauschs und der lebendigen Reflexion über Musik. Dies machte zum Auftakt bereits „Das verdiente Kollektiv“ aus dem Impro-Kurs von Günter Baby Sommer deutlich, das schwungvoll das an Farben und Stilen reiche Meisterkursfinale anstimmte.

Die Einzelleistungen von über 30 Musikern umfassend zu würdigen, würde freilich den Rahmen sprengen. Der Reiz des Ganzen liegt ohnehin darin, verschiedene Ausbildungsniveaus, Talente und Persönlichkeiten in einem Konzert erleben (und vergleichen) zu können. Da gibt es immer ein paar Entdeckungen und Momente, die im Ohr bleiben. So beschworen die Gitarristen Erkin Cavus, Dirk Töpper und Reinhard Jungrichter aus dem Kurs von Thomas Fellow am ersten Abend fast intime Clubstimmug im großen Saal herauf. Am Ende des zweiten Konzerts sorgte die junge Japanerin Ayaka Tsuji mit Franz Liszts „Après une lecture de Dante“ mit ihrer fesselnden Interpretation für einen geradezu fulminanten Abschluss.

Mit solchen Eindrücken aus der Meisterkursarbeit dürften alle Beteiligten und auch die Studenten nun inspiriert ins neue Semester starten. Das Motto des kommenden Studienjahres heißt übrigens „Maskerade“ und trägt das Thema der 5. DMM auch künftig in die tägliche Arbeit an der HfM hinein. Eine gute Nachricht verkündete Florian Uhlig, Prorektor für Künstlerische Praxis zum Abschluss: Die Dresdner Meisterkurse Musik werden das Hochschulleben vom 17. bis 22. September 2018 zum sechsten Mal mit frischen Impulsen von außen bereichern. Eine kluge Entscheidung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.