Jubiläen am laufenden Band

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Zum 300. Geburtstag von Gottfried August Homilius

Kaum liegen die ersten Höhepunkte des Richard-Strauss-Jahres hinter uns, steht auch schon das nächste Musiker-Jubiläum bevor. Gottfried August Homilius, der am 2. Februar 1714 in Rosenthal in der Sächsischen Schweiz geborene Kirchenmusiker, würde am kommenden Sonntag 300. Geburtstag feiern. Im Gegensatz zu Strauss ist Homilius allerdings ein wahres Sachsenkind.

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Alle Macht der Verblödung

2000 Seiten, Staatsschauspiel Dresden
Burkhard C. Kosminski inszeniert 2000 Seiten am Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden (Foto: PR/Matthias Horn).

Lukas Bärfuss’ „20000 Seiten“ am Kleinen Haus

Im schummrigen Nachtlicht sitzt Tony (André Kaczmarczyk) auf seinem Bücherstapel vor dem Radiomikrofon. Er erzählt mit ruhiger, aber empörter Stimme über die beschämende Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Er berichtet vom unrühmlichen Umgang des kleinen Landes mit den Flüchtlingen vor dem Nazi-Regime – doch niemand hört ihm zu. Es ist vielleicht die berührendste Szene in Lukas Bärfuss Stück „20000 Seiten“, das am 17. Januar im Kleinen Haus Deutsche Erstaufführung feierte.

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Elektrisierende „Elektra“

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Furiose Eröffnung des Strauss-Jahres an der Semperoper

Das Strauss-Jahr ist eröffnet! Mit einer Premiere, die dresdnerischer kaum sein könnte. Einer selten umjubelten Premiere. Richard Strauss’ Oper „Elektra“ auf das Libretto von Hugo von Hofmannsthal feierte anno 1909 in der Semperoper umstrittene Uraufführung und ward nun in der Regie von Barbara Frey an gleicher Stelle zu neuem Leben erweckt.

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Junges Blut rockt die Musicalbühne

Orchester Peter Pan

Studenten und Schüler inszenieren „Peter Pan“

Ein Musical ganz von Schülerhand zubereitet, am Herder-Gymnasium in Pirna gehört das beinahe zum Alltag. Alle zwei Jahre bringen die Schüler des Gymnasiums unter Regie ihrer Lehrer ein großes Musicalprojekt auf die Bühne. Doch dieses Mal läuft die Vorbereitung für das Großprojekt, das von allen neben dem normalen Unterricht realisiert wird, ein wenig anders als sonst. Denn dieses Jahr nehmen – was die musikalische Seite betrifft – erstmals Musikstudenten aus Dresden das Zepter in die Hand.

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Neun Uraufführungen, aber keine Wohnung

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Wie Richard Strauss nach Dresden kam

Dem Wagner-Jahr folgt das Strauss-Jahr. Doch wer war Richard Strauss eigentlich? Und was verbindet ihn mit Dresden? Eine Spurensuche.

Richard Strauss, eigentlich Richard Georg Strauss, wurde am 11. Juni 1864 in München geboren und gehört – nicht zu verwechseln mit dem Walzer-Johann – zu den großen deutschen Musikern der ausklingenden Spätromantik. Anders als Richard Wagner hat Richard Strauss jedoch niemals in Dresden gelebt. War die hiesige Hofkapelle für Wagner eine musikalische „Wunderharfe“, so soll Strauss die Stadt und ihre Oper als „Dorado“ für Uraufführungen bezeichnet haben.   

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Voller Vorfreude auf das Neue

Staatsoperette lädt zu Matineé zum Neubau

Noch dreimal blühen im Wiener Prater die Bäume, bevor die Staatsoperette Dresden und das Theater Junge Generation im Kraftwerk Mitte eine neue Heimat finden. Bis 2016 soll der ehemalige Industriestandort am Wettiner Platz in ein Kulturzentrum verwandelt werden. Seit September 2013 steht das nun fest. Die ersten Bagger rollen in diesem Jahr an und die Vorfreude auf das, was hier entstehen wird, ist schon jetzt auf allen Seiten riesig. Das zeigte sich auch bei der „Matineé zum Operetten-Neubau“ am Sonntag (5.1.) in der Staatsoperette Dresden.

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Musikalischer Jahresauftakt

Neujahrskonzerte in Dresden – ein Überblick

Prosit Neujahr heißt es in Dresden nicht nur um Mitternacht, sondern auch in den Konzertsälen. Denn was die Wiener können, kann Elbflorenz (Foto: Staatsoperette/Stephan Floß) schon lange. Wo es zum Jahresauftakt singt und klingt, zeigt elbmargarita im ersten Beitrag des Jahres 2014 in der Übersicht:

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Packende Verfolgungsjagd

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Herbstauslese: „Schüsse auf die Staatsanwältin“

Herbstzeit ist auch Lesezeit. Unter dem Motto „Herbstauslese“ gibt es auf elbmargarita.de eine neue Serie, in der wir ausgewählte Romane und Erzählungen rezensieren, die in Dresden spielen. Heute: Kai Leuner: „Schüsse auf die Staatsanwältin“

So spannend war Dresden selten. Kai Leuner zeigt die Stadt in seinem Debütroman „Schüsse auf die Staatsanwältin“ (2008) von ihrer düsteren, ja sogar blutigen Seite. Im Mittelpunkt seines Thrillers steht die ehrgeizige junge Staatsanwältin Manja Koeberlin. Gleich in ihrem ersten großen Fall hat sie Anklage gegen einen skrupellosen Drahtzieher des organisierten Verbrechens erhoben, gerät dabei aber bald selbst in den Fokus seines Rachefegefeuers.

Denn der Angeklagte Petras Valkunas ist nicht nur skrupellos, sondern auch äußerst gerissen. Zunächst droht er der Staatsanwältin mitten in der Verhandlung mit Mord, dann flüchtet er aus dem Gerichtssaal und hält schließlich die gesamte Dresdner Justiz auf Trab. Als er wenig später auch noch den Kronzeugen im Verfahren umbringen lässt, beginnt für die junge Frau ein Kampf um Leben und Tod und für die Behörden ein Wettlauf mit der Zeit.

Leuner schickt seine Leser dabei zusammen mit den Hauptfiguren auf eine rasante Verfolgungsjagd quer durch die Stadt, die hier ganz und gar nicht im romantischen Licht der schönen Barockbauten schimmert, sondern eher von den kriminellen Schattenseiten einer Großstadt aus beleuchtet wird. Schüsse fallen – so viel darf ruhig verraten werden – dabei nicht nur auf den Kronzeugen und die Staatsanwältin, die immer und immer tiefer in den Strudel des Verbrechens eintaucht.

Auch der Leser kann sich dem Sog dieser packenden Kriminalgeschichte bald nicht mehr entziehen. Seite um Seite, Kapitel um Kapitel entspinnt sich die Handlung hin zu immer neuen Verwicklungen und Höhepunkten. Vom Landgericht Dresden aus führen die Fallstricke des Bösen die Figuren bis nach Gorbitz, Reick, das Universitätsviertel und natürlich in die Dresdner Innenstadt. Und obwohl keine der handelnden Personen so wirklich sympathisch ist, fiebert man allzu bald mit in diesem ebenso spannenden wie schockierenden Dresden-Krimi.

Kai Leuner gestaltet die Handlung seines Erstlingsromans erstaunlich authentisch, erzählt prägnant und überzeugt mit einer angenehm lebendigen Schreibweise. Der 39-Jährige arbeitet in Dresden selbst als Staatsanwalt mit dem Spezialgebiet Wirtschaftsstrafsachen. Zudem war er als Journalist tätig. Der Kriminalroman „Schüsse auf die Staatsanwältin“ ist der erste von insgesamt drei Dresden-Thrillern aus Leuners Feder, die im Prolibris-Verlag erschienen sind: im Jahr 2009 folgte „Kardinalfehler“, 2010 dann „Jagd auf den Anwalt“.

Linktipp: www.kai-leuner.de

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Zurück zum Idealismus

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Matthias Spaniel leitet ab Januar die TU bühne

Er nennt sich selbst am liebsten „Theatermacher“. Dabei ist Matthias Spaniel (Foto: PR/Volkmar Knoch) Dramaturg, Regisseur und Pädagoge in einem. Ab Januar 2014 wird er offiziell von Andreas Mihan die künstlerische Leitung von „die bühne – das Theater der TU Dresden“ übernehmen. Für den 33-Jährigen ist das auch eine Rückkehr in seine Heimatstadt Dresden, aus der er vor 15 Jahren zunächst zum Studium der Germanistik nach Hamburg aufbrach.

Diese Saison sei noch eine Übergangsspielzeit, die er zusammen mit Andreas Mihan gestalte, sagt Matthias Spaniel – und er sei froh darüber, dass der Wechsel so fließend funktioniere. Vor fünf Jahren, gleich nach seinem Studium, hatte er sich schon einmal um die Stelle des bühnen-Leiters beworben. Damals noch ohne Erfolg. „Das war gut so“, sagt Spaniel heute, inzwischen habe er viele Erfahrungen als „Theatermacher“ sammeln können, fühle sich nun qualifiziert genug für den Job. Spaniel inszenierte in den vergangenen Jahren unter anderem an der Theaterfabrik Gera, dem Theater der Künste Zürich und dem Theater Rudolstadt, wo er in der Spielzeit 2009/10 als Schauspieldramaturg engagiert war. Er ist darüber hinaus Mitbegründer des ersten Thüringer Seniorentheaterfestivals „Ruhestörung“, das 2013 eine zweite Auflage erlebte.

Nun will er sich also dem jugendlichen Bühnennachwuchs widmen. Wenn man ihn fragt, warum es ihn zu dem kleinen Amateurtheater an Dresdens großer Universität zieht, antwortet er gerade heraus: „Die Studenten spielen alle ehrenamtlich mit dem Ziel, gutes Theater zu machen. Es ist ein großer Idealismus in dem Ensemble spürbar, den habe ich an professionellen Theatern oft vermisst.“ Bereits 2009 erarbeitete Matthias Spaniel an der bühne die Stückentwicklung „heimatEN“. Da lernte er den Verein mit derzeit zirka 30 aktiven, häufig wechselnden, Mitgliedern zum ersten Mal kennen.

Die Universität stellt dem Studententheater Räume zur Verfügung und finanziert die Stelle des Leiters. Der Rest – immerhin rund 80 Vorstellungen pro Spielzeit – wird allein dank der Leidenschaft der Mitglieder am Leben gehalten. Nur etwa ein Drittel der „bühnis“, wie Spaniel seine Schützlinge nennt, landen irgendwann tatsächlich im professionellen Theaterbetrieb, die anderen verfolgen die verschiedensten Fachrichtungen bis ins Berufsleben weiter. „Hier spielt niemand, weil er damit Geld verdienen muss, wir haben dadurch auch eine Art Freiraum, das reizt mich“, sagt er. Und als Spaniel in der charmant-chaotischen Kaffeeküche der bühne zwischen Keksen und Programmzetteln auch noch erzählt, dass er seinen gut bezahlten Job als Dozent an der Züricher Hochschule gern gegen das kleine Theater in Dresden eintausche, glaubt man ihm das aufs Wort.

Als künstlerischer Leiter möchte er die TU bühne stärker mit dem Universitätsbetrieb vernetzen. So gebe es beispielsweise in der Lehrerausbildung der TU derzeit noch kein Theatermodul, das wolle er anregen. „Auch die Wahrnehmung der bühne an der Uni ist noch eine Baustelle. Wir wollen nicht die neue OFF-Bühne für Dresden werden, aber eine feste Instanz an der Universität“, sagt er. Sein Ziel: Jeder Student soll wissen, dass es die bühne gibt. Die Öffnung des Theaters zur Stadt außerhalb des Campus sei erst der zweite Schritt.

Noch in dieser Spielzeit möchte er eine Inszenierung an einem anderen Ort auf dem Campus realisieren. Insgesamt werde er dem bisherigen bühne-Konzept mit vier großen und unzähligen kleineren – meist von professionellen Regisseuren geleiteten – Produktionen aber treu bleiben. „Wir haben nicht den Planungsvorlauf eines Stadttheaters, dafür können wir viel spontaner auf Ideen aus dem Ensemble reagieren“, so Spaniel. „Als Student kann und sollte man auch mal unbequem sein“, findet er – und möchte seine bühnis dazu sogar ermutigen, wenn er im Januar in die Arbeit an dem Studententheater startet.

Nicole Czerwinka

Nächste Vorstellungen die bühne: „The Holy Shit – die Weihnachtsshow der bühne“, am 22.12., 20 Uhr im Projekttheater

Linktipp: www.die-buehne.tu-dresden.de

(Foto: PR/Volkmar Knoch)

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Dresden im napoleonischen Würgegriff

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Christine Fischer: „Elisa und der Schatten Napoleons“

Herbstzeit ist auch Lesezeit. Unter dem Motto „Herbstauslese“ gibt es auf elbmargarita.de eine Serie, in der wir ausgewählte Romane und Erzählungen rezensieren, die in Dresden spielen. Heute: Christine Fischer: „Elisa und der Schatten Napoleons“

Elisa, die Enkeltochter des Pirnaer Apothekers Heinrich Tilla, wächst behütet, wenn auch ohne Vater, auf. Als 1806 Napoleon in Sachsen einmarschiert, zieht es Elisa nach Dresden. Sie heiratet und ist mit ihrem Leben zufrieden. Doch wie die anderen Bürger Dresdens auch leidet sie unter den Einquartierungen und Abgaben an die vermeintlichen Verbündeten. Dennoch ist sie bereit, Hunger und Krankheit zu trotzen und versucht, zu helfen, wo sie kann. Bis ihr Ehemann Alois 1812 von der französischen Armee eingezogen wird, Napoleon auf seinen Russlandfeldzug begleiten muss und nicht zurückkehrt. Elisas Welt liegt in Trümmern.

Die Dresdner Autorin Christine Fischer wirft in ihrem historischen Erstlings-Roman „Elisa und der Schatten Napoleons“ den Blick nicht auf den Kaiser und seine Schlachten, sondern darauf, wie sich die kaiserlichen Truppen als Verbündete aufführten. Denn der Kaiser hielt seine sächsischen Verbündeten mit eiserner Hand im Würgegriff. Anschaulich beschreibt Fischer, wie die Dresdner Bevölkerung unter den französischen Truppen litt. Die Bürger wurden gezwungen, Soldaten in ihren Wohnungen aufzunehmen und zu verpflegen. Nahrung wurde rationiert und die hygienischen Verhältnisse waren schlecht. Inmitten dieses Chaos findet Hauptfigur Elisa ihren Weg, sie besitzt medizinische Kenntnisse und hilft in Krankenhäusern aus. Auch als Hebamme lässt sie sich ausbilden. Dabei trifft sie bei einer Reise nach Leipzig auch den Mediziner Carl Gustav Carus.

Elisa ist eine starke Frau, die von schweren Schicksalsschlägen gebeutelt ist, aber dennoch bereit, sich selbst aus dem Sumpf zu ziehen. Zuweilen wirkt sie etwas abgehoben, beinahe hochnäsig. Dennoch hat Fischer mit ihr einen starken Charakter geschaffen, der vor allem in der zweiten (Dresdner)-Hälfte zutiefst sympathisch ist.

Fischers Schreibstil ist lebhaft und sehr anschaulich. Auf den ersten Seiten des Buches wirkt er aber noch etwas ermüdend, denn sie holt schon sehr weit aus, um Elisas Geschichte zu erzählen. Doch wer hier dranbleibt, wird mit einer spannenden und auch lehrreichen Erzählung belohnt. Gerade die Jahre 1806 bis 1813 sind großartig recherchiert und ohne Künstelei präsentiert. Die Beschreibungen sind detailreich und lassen einen ungewöhnlich lebhaften Blick auf die Bevölkerung Dresdens und auch Leipzigs zu. Napoleon tritt mehrfach selbst in Erscheinung, aber ist vor allem durch seine französischen Truppen präsent.

Wer glaubt, nach den ersten Seiten des Romans eine seichte Geschichte vor historischem Hintergrund in seinen Händen zu halten, der wird alsbald eines Besseren belehrt. Nicht wenige, nach Angaben der Autorin, belegte und zum Teil sehr drastische Szenen des Alltags lässt sie geschickt einfließen. Da stockt einem schon mal der Atem. Trotz aller Genauigkeit und Ernsthaftigkeit erdrückt das Buch nicht. Im Gegenteil, ihr flüssiger Schreibstil gewährt Lesevergnügen in einem Ritt und auch der Humor kommt dabei nicht zu kurz.

Janine Kallenbach

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