Bigband ist flügge geworden

Micha Winkler und die Dresden Bigband

Kati Kasper verabschiedet Micha Winkler und seine Dresden Bigband aus dem Heinrich-Schütz-Konservatorium.

Dresden Bigband musiziert jetzt als Verein

Für die Dresden Bigband bricht heute (3. September) eine neuer Lebensabschnitt an. Seit diesem Schuljahr probt der Klangkörper unter Leitung von Micha Winkler (Foto: PR/Friederike Wachtel) nicht mehr in der Aula des Heinrich Schütz Konservatoriums Dresden (HSKD), sondern in den Räumen des Landesgymnasiums für Musik Carl Maria von Weber in der Mendelssohnallee. Dieser Umzug ist für die Musiker allerdings mehr als nur ein räumlicher Ortswechsel, ist die Dresden Bigband doch nach 21 Jahren als HSKD-Ensemble auch organisatorisch dem schützenden Dach des Dresdner Konservatoriums entschlüpft.

Nach dieser langen Zeit sei die Bigband dem HSKD nun entwachsen, sie habe sich mittlerweile zu einem fast semiprofessionellen Ensemble entwickelt, das nicht mehr in den Schwerpunkt der Kinder- und Jugendarbeit am HSKD hineinpasse, begründete HSKD-Geschäftsführerin Kati Kasper vor den Ferien die Entscheidung. Für den langjährigen Bandleiter Micha Winkler, der 2012 noch den Skoda-Jazzpreis mit der Band erspielte, kam diese Mitteilung zwar etwas plötzlich, doch er fand schnell einen Weg, auf dem „seine“ Dresden Bigband auch außerhalb des HSKD überlebensfähig bleibt.

Inzwischen ist mit dem Dresden Bigband e.V. ein Trägerverein gegründet worden, aus dem HSKD-Ensemble also ein richtiges Vereinsorchester für die ganze Stadt geworden. Dank einer Kooperation mit dem Landesgymnasium bekommt die Band nicht nur regelmäßig jungen Jazz-Nachwuchs in die Reihen gespült, sondern auch den neuen Proberaum zur Verfügung gestellt. „Die Ausgliederung aus dem HSKD hat die Band zusammengeschweißt – und sie hat ihr Gutes, denn wenn wir ein Verein sind, kann jeder mitspielen. Wir können so auch Laienmusikern eine Chance bieten, sich musikalisch weiterzuentwickeln“, sagt Winkler.

Aus dem Abschied ist für die rund 30 Bandmitglieder also ein Neuanfang geworden. Micha Winkler, der die Leitung 1998 vom Bandgründer Eberhard Lösch übernahm, will das Orchester auch weiterhin voranbringen. „Die Band ist heute ein Sammelsurium unterschiedlicher Generationen, viele Musiker haben am HSKD ihre Ausbildung gemacht, aber auch einige Studenten von der TU Dresden spielen mit“, sagt er. Für ihn und alle anderen stehe bei den Bandproben stets der Spaß im Vordergrund – Wettbewerbe wie der vor zwei Jahren haben dagegen für ihn weniger Priorität.

„Wir könnten mittlerweile aus dem Stegreif fünf bis sechs Konzertstunden mit unserem Repertoire füllen, das geht schon über das übliche Musikschullevel hinaus“, erklärt er dann. Zudem haben sich aus der Bigband heraus noch weitere, kleine Ensembles formiert. „Da ist sehr viel Forscherdrang, es gibt beispielsweise ein Trio, mit dem wir elektronische Musik machen“, sagt er. Erst im Frühjahr habe die Dresden Bigband ihre erste eigene CD „Snow train“ mit eigenen Stücken herausgebracht, sie sei eben mittlerweile ein „gut eingespielter Haufen“, wie Winkler es ausdrückt – und der spielt übrigens auch zum Tag der Sachsen am kommenden Wochenende in Großenhain richtig auf.

Linktipp: www.dresdenbigband.de

Nächste Auftritte der Dresden Bigband: 5. September, 18 Uhr beim Tag der Sachsen in Großenhain und 17. September, 17.30 Uhr im Rudolf-Harbig-Stadion

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