Unser Monatsrückblick im März 2018
Kalt und unbeständig läutete der März in diesem Jahr den Frühling ein. Kulturell ist die Welt jedoch allmählich aus dem Winterschlaf erwacht, zumindest in Dresden. Hier ist mein Monatsrückblick:
Dresdens Onlinemagazin für Kultur
Kalt und unbeständig läutete der März in diesem Jahr den Frühling ein. Kulturell ist die Welt jedoch allmählich aus dem Winterschlaf erwacht, zumindest in Dresden. Hier ist mein Monatsrückblick:
Nein, diese CD birgt gewiss keines der gängigen Programme des Repertoires. In der Tat ist der Meißner Komponist Albert Dietrich (1829–1908) selbst Dresdnern eher unbekannt. Vielleicht steht der Schüler Robert Schumanns und Freund von Johannes Brahms tatsächlich bis heute im Schatten seiner Vorbilder von damals. Umso interessanter ist die Aufnahme mit Kammermusik des Komponisten, die der Pianist Friedrich Thomas mit dem Cellisten Alexander Will im Herbst 2017 bei Deutschlandfunk Kultur eingespielt hat.
Es ist ein aufregender Moment, als Valentin Bedrich zum ersten Mal die große Bühne im Kulturpalast betritt. Der junge Pianist schaut neugierig in den noch leeren Saal, bevor er ein paar Mal auf und ab geht. Erstmal nur probeweise, um mit dem Raum vertraut zu werden. Am 27. März wird der 18-Jährige hier am Flügel sitzen und mit dem Jungen Sinfonieorchester Dresden George Gershwins „Rhapsody in Blue“ spielen. Dass Valentin Bedrich als Solist beim Absolventenkonzert des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik „Carl Maria von Weber“ auftritt, erfüllt ihn mit Stolz – erst recht, weil es das erste Konzert ist, das die jungen Musiker im Kulturpalast bestreiten.
Dresden ist toll, das wissen wir alle. Doch um das auch die Welt wissen zu lassen, hat die Dresden Marketing GmbH sechs kurze Videoclips bei verschiedenen Agenturen beauftragt, die Dresden in all seinen Facetten zeigen. Einer wurde auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin schon ausgezeichnet, er heißt „Liebes Dresden“ und erklärt in fünf Liebesbriefen, was unsere Stadt so lebenswert macht. Das hat mich inspiriert, meine eigene, ganz persönliche Liebeserklärung an Dresden hier in Briefform zu formulieren:
Die Liebe, immer wieder die Liebe: Hermia will Lysander heiraten, ist aber Demetrius versprochen. In den wiederum hat sich Helena verguckt, er begehrt jedoch Hermia. Theseus ist frisch mit Hippolyta verlobt, so richtig glücklich scheinen beide nicht, während Oberon und Titania im bunten Zauberwald von Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ (Fotos: Hagen König) ihren erotischen Gelüsten nachgehen. Peter Kube hat den beliebten Klassiker an den Landesbühnen Sachsen speziell für junges Publikum inszeniert – und lässt den Reigen der Gefühle als derbes Durcheinander amüsant über die Bühne wirbeln.
Filme macht Carsten Krätzschmar schon sein halbes Leben lang. Allerdings drehte sich die Welt im kleinen grünen Haus seiner Firma „Greenhouse Production“ auf dem Weißen Hirsch bislang in erster Linie um Werbefilme. Das soll sich jetzt ändern: Mit dem Animationsfilm „Sealand“ will Krätzschmar zusammen mit einem Team junger Filmemacher aus Leipzig und Dresden bald die Filmfestivals der Welt entern – und der Filmszene in Sachsen damit einen neuen Kick geben.
Dresden ist eine Stadt zum Wohlfühlen, in der man manchmal nur die richtigen Orte fernab des Touristentrubels entdecken muss. In unserer Serie „Lieblingsorte“ stellen wir in loser Folge solche Plätze vor. Heute begeben wir uns vor die Tore der Stadt ins malerische Moritzburg.
Es gibt sie noch, die innovativen Veranstaltungen in Dresden und Diskussionen, die spannender sind als jeder Sonntagskrimi. Die vom Kulturhauptstadtbüro „Dresden 2025“ initiierte Reihe „Streitbar!“ hat das heute im Kulturpalast eindrücklich vor Augen geführt. Auf dem Podium: die beiden Autoren Uwe Tellkamp und Durs Grünbein. Beide sind Dresdner, beide belesene, intelligente Beobachter, mit einem Unterschied: Tellkamp gehörte im Herbst zu den Unterzeichnern der von der Loschwitzer Buchhändlerin Susanne Dagen verfassten „Charta 2017“, die in drastischen Worten den Umgang mit „andersdenkenden Verlagen“ auf der Frankfurter Buchmesse kritisiert. Grünbein nicht.
Eine abgebrochene Zaunslatte wird zum Stein des Anstoßes. Was in Kleingartensparten zumindest Frust gebiert, bietet normalerweise kaum Stoff für die große Showbühne. Ganz anders ist das jedoch bei „Zzaun! Das Nachbarschaftsmusical“, das an der Staatsoperette Dresden jetzt mit viermonatiger Verspätung umjubelte Uraufführung (Fotos: Stephan Floss) feierte. Das Stück aus der Feder von Tilmann von Blomberg (Buch) und Alexander Kuchinka (Liedtexte und Musik) rückt einmal die Welt der ganz normalen Menschen ins Rampenlicht.
Vom Frühling bis zum frostigen Winter hat uns der Februar dieses Jahr einige Wechselbäder beschert. Und kulturell? Da gab es doch nachhaltige Erlebnisse … Mein Monatsrückblick: