Frühlingsimpressionen aus dem Zschoner Grund …
Spaziergang am Vormittag. Was vor wenigen Wochen noch undenkbar schien, ist jetzt Kraftquell und Inspiration zugleich. Wir gehen durch den Zschoner Grund, hinauf nach Podemus.
Dresdens Onlinemagazin für Kultur
Spaziergang am Vormittag. Was vor wenigen Wochen noch undenkbar schien, ist jetzt Kraftquell und Inspiration zugleich. Wir gehen durch den Zschoner Grund, hinauf nach Podemus.
Das Onlinemagazin elbmargarita.de feiert Zehnjähriges – und schenkt sich selbst eine kleine Fragerunde. Die Künstler der Stadt sind zur virtuellen Blogparty eingeladen und gratulieren per Interview. Heute antwortet der Gitarrist und String-Spring-Mitgründer Thomas Fellow (Foto: Ulrike Mönning).
Das Onlinemagazin elbmargarita.de feiert Zehnjähriges – und schenkt sich selbst eine kleine Fragerunde. Die Künstler der Stadt sind zur virtuellen Blogparty eingeladen und gratulieren per Interview. Heute antwortet auf Hochdeutsch und Sächsisch der Berliner Kabarettist Thomas Schuch (Foto: Elisa Schuch-Wiens) vom Dresdner FriedrichStaTTPalast:
Heute ist der 1. April 2020. Und wenn ich an diesem herrlichen Frühlingsabend über den Campus der TU Dresden spaziere, der menschenleer ist, werde ich fast ein bisschen wehmütig. Dieser Tage ist es zehn Jahre her, dass ich mit elbmargarita.de eines der ersten Onlinemagazine für Dresden gründete. Damals war ich selbst noch Studentin, schrieb unter der Woche an meiner Magisterarbeit und am Wochenende Artikel für die Sächsische Zeitung.
… und plötzlich ist alles anders.
Not macht nicht nur erfinderisch, sondern auch kreativ. So ist der Onlinestream zum Ersatz fürs Liveerlebnis geworden, seit aufgrund von COVID-19 Konzerthäuser und Theater geschlossen bleiben müssen. Dresdens berühmtester Cellist Jan Vogler (Foto: PR/Marco Grob) allerdings streamt nicht nur, er vernetzt dabei auch, zunächst einmal seine Künstlerfreunde und Kollegen aus New York – bald vielleicht schon Musiker auf der ganzen Welt.
Es klingt verrückt, aber in zehn Jahren werde ich diese ereignisreichen Tage vielleicht als eine der schönsten Zeiten meines Lebens in Erinnerung haben, obwohl sie zu den unglaublichsten zählen, die wir alle bislang erlebt haben. Seit einer Woche sind in Dresden und überall auf der Welt alle Theater und Konzertsäle geschlossen. Sukzessive mussten auch Museen, Schulen, Kitas, Geschäfte und zuletzt Gaststätten den Betrieb aussetzen. Ausgangssperre ist das Schreckenswort der Stunde. Nicht nur in Dresden.
Musik ist ein Hoffnungsschimmer in Zeiten wie diesen. Nachdem der Konzertbetrieb auf der ganzen Welt gerade stillsteht, möchte Miss Rockester musikalisch ein wenig Licht in den von trüben Nachrichten verdunkelten Alltag der Menschen bringen. Mit der Ballade „Alles hat seine Zeit“ spiegelt die Dresdner Sängerin und Komponistin Silvana Mehnert am Klavier einfühlsam die Stimmung dieser Tage wider. Die Single feiert heute digitalen Release und weckt bereits Vorfreude auf ihr neues Album „Dieser Moment“, das im Oktober erscheinen soll.
Verführerisch spiegelt sich die Glasfassade der Norwegischen Oper im Oslofjord. Das goldene Licht der Abendsonne verleiht ihrer modernen Architektur einen sanften Anstrich. Ihre Form gleicht einer riesigen Eisscholle, die schräg aus dem Wasser ragt und ist ein Meisterwerk der modernen Baukunst: Die von Glas und weißem Carrara-Marmor aus Italien geprägte Aussenfassade kontrastiert wirkungsvoll mit dem warmen Ton von tausend Eichenstäben im Innern – und während die Besucher im Saal Konzert- und Opernvorführungen lauschen, dient das Dach als Picknickplatz und Aussichtsplattform für jedermann.
Das mit dem Gedenken ist in Dresden so eine Sache. Selten allerdings wurde es in 75 Jahren, also seit der Bombardierung am 13. Februar 1945, so übertrieben wie dieses Mal. Plakate, Titelblätter, Fernsehsendungen – ich möchte fast behaupten, noch nie sind die Meinungen zum Gedenken in Dresden und den eigentümlich in Vergangenem schwelgenden Bürgern dieser Stadt so übergesprudelt wie zum heutigen Jahrestag. Selbst ich als Dresdnerin muss heute gestehen: Ich habe es satt, dieses demonstrative Gedenken, vor allem aber die Diskussionen darum, die Stigmatisierung der Dresdner und die ewige Suche nach dem Warum. Wozu das alles? Gerät durch die hitzigen Debatten, die Rechtfertigungen und die Ermahnung nicht der Kern der Sache gerade ganz aus dem Fokus?