Drei Tage Licht „on“ für OFF-Dresden

Spielort-Alcatraz-im-Kraftwerk-Mitte

Theaterfestival im Kraftwerk Mitte

Theater, Staatsoperette oder doch lieber Diskothek? Mit dem Kraftwerk Mitte (Foto: PR) lässt sich vieles anstellen. Kurz vor der Sanierung soll das Backsteingebäude am Bahnhof Mitte jedoch noch einmal seine Tore für eine ganz andere Veranstaltung öffnen. Insgesamt 25 Compagnies und Solisten der freien Off-Szene aus der Stadt wollen dort vom 13. bis zum 25. September zum ersten und einzigen Mal eine geballte Ladung von freiem Theater, Tanz und Performance präsentieren.

Die drei spannenden Tage laden unter dem Motto „Kraftwerk off/on“ dazu ein, die wahnsinnig heterogene Szene professioneller freier Künstler in Dresden einmal ins Rampenlicht zu rücken. Langfristig wollen die Organisatoren unter der Schirmherrschaft von Reiner Zieschank, dem Geschäftsführer der DREWAG, der Technischen Werke Dresden und Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe, mit dem Festival auch die künstlerische Weiterentwicklung für die lebendige Dresdner OFF-Theaterlandschaft anstoßen.

Die Gäste dürfen sich dabei in mindestens zehn Vorstellungen am Tag an sechs magischen Orten verzaubern lassen und drei Tage lang in die Vielfalt der Dresdner OFF-Szene – die sonst eher an der Peripherie hiesiger Kulturleuchttürme vor sich hin flackert – eintauchen. Am Sonntag steht zudem ein Familiennachmittag mit Puppentheater, Musik- und Sprechtheater, zeitgenössischem Tanz sowie Lichtinstallationen auf dem Programm. Die meisten dort gespielten Stücke werden extra für diesen Ort produziert und in der Form nie wieder zu sehen sein.

Über 40 künstlerische Konzepte sind schon für das Festivalprogramm eingereicht worden. Seit dem 25. Juli steht nun auch das komplette Programm, nachzulesen auf der Webseite von „Kraftwerk of/on“. Unter anderem werden Christina Kraft, die Companie Freaks und Fremde, das Panische NOT-Theater sowie das Ensemble la vie (und viele, viele mehr) dort auf der Bühne stehen und ein buntes Feuerwerk der OFF-Theaterszene präsentieren, während andernorts 100. Geburtstag gefeiert wird.

Das kulturinteressierte Publikum kann dieses einmalige Festival dabei schon im Vorfeld via Startnext-Überweisung tatkräftig unterstützen. Dort werden noch genau 31 Tage lang Spenden für das Spektakel gesammelt. Bislang sind 656 Euro erst reichlich zehn Prozent der angestrebten Summe von 5000 Euro im Startnexttopf angekommen. Das kann und sollte aber noch getoppt werden – der (freien) kreativen Dresdner Peripheriekunst und der kulturellen Vielfältigkeit unserer Stadt zu Liebe …

Nicole Czerwinka

Linktipp: www.off-dresden.de

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Hurra, die Schotten kommen

Societaetstheater lädt zur „szene: SCHOTTLAND“

Anno 2011 lädt das Dresdner Societaetstheater zum fünften Mal zu einem künstlerischen Blick über die Ländergrenzen ein. Nach Frankreich, Moldau, der Schweiz und Polen ist es in diesem Jahr nun Schottland, das im Zentrum des alljährlichen Theaterfestivals steht. „Wir wollten ursprünglich Kunst aus ganz England zeigen, sind uns dann aber darüber bewusst geworden, dass viel zu umfangreich wäre“, sagt Pressesprecherin  Anja Szczybra. Die „szene: SCHOTTLAND“ beschert den Dresdnern nun vom 7. Mai bis zum 22. Mai ein umfangreiches Programm aus modernem Theater, Tanz, Literatur, Film und Konzert – alles samt aus Schottland importiert. Die Theaterproduktionen stehen bei all dem stets im Mittelpunkt, so Szczybra. Viele der nun in Dresden gezeigten Stücke sind bereits beim Edinburgh Fringe Festival in Schottland gelaufen. Die insgesamt 17 verschiedenen Veranstaltungen werden zum Teil in Originalsprache, mit deutscher Übersetzung oder Übertitelung präsentiert.

Los geht es am 7. Mai (20 Uhr) mit David Hughes „The red room“, einem Tanztheater ohne Worte im Gutmann-Saal des Societaetstheaters. Beim Festival muss sich aber niemand in einen dunklen Theatersaal begegeben, um echt schottische Kultur auf Elbflorenzer Boden zu erleben. Einige Veranstaltungen sind unter freiem Himmel – im Garten des Societaetstheaters sowie im Botanischen Garten – geplant. So wird bei „Susurrus“, einem Audio-Walk durch den Botanische Garten Shakespeares Sommernachtstaum mit leidenschaftlich-melancholischen Begebenheiten aus der Jetzt-Zeit neu belebt und in ungewöhnlicher Atmosphäre erlebbar (14., 15.5., 11 Uhr). Zudem wird Adrian Howell den Zuschauern mit der Ein-Mann-Performance „Foot washing for the sole“ (13.5., 16 Uhr; 14.5., 11 Uhr) ein sicher unvergessliches Theatererlebnis bescheren. Zurücklehen und zuschauen, war gestern!

Linktipp: www.societaetstheater.de/schottland.html

Fotos: PR/Societätstheater Euan Myles

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