Der Kult um den Kulturpalast

Einwohnerversammlung soll Zukunft des Kulti beraten

Dresden und seine ewigen Diskussionen: In die Reihe von Waldschlösschenbrücke, Operette und Co. reiht sich seit geraumer Zeit nun auch der Kulturpalast (Foto: N. Laube) ein. Soll er modernisiert und umgebaut werden? Oder lieber in seiner alten Form belassen als Denkmal sozialistisch-funktionaler Baukunst stehen bleiben? Die Gemüter scheiden sich wieder einmal.

Nun soll eine Einwohnerversammlung zu dem Thema einberufen werden. Schließlich will das Rathaus spätestens seit der Einführung der Dresdner-Debatte im Internet (elbmargarita berichtete) verstärkt in den Dialog mit den Bürgern treten. Der erste Bürgermeister Dirk Hilbert lädt die Dresdner deshalb am 21. März um 19 Uhr zu einer Einwohnerversammlung ein. Dort soll der Planungsstand der Modernisierung des „Kulti“ einmal ausführlich dargestellt werden.

Die Stadtverwaltung hatte zuvor in einer Pressekonferenz eine Stadtratsvorlage präsentiert, mit der ein Beschluss über den Umfang der Baumaßnahme, die Kosten und der Rahmenterminplan herbei geführt werden sollen. Die Vorplanung für das Projekt sieht derzeit einen variablen Konzertsaal mit rund 1900 Plätzen, eine Städtische Zentralbibliothek, das Kabarett „Die Herkuleskeule“, das Besucherzentrum der Stiftung Frauenkirche sowie ein Service- und Informationszentrum im „Kulti“ vor.

Zur Einwohnerversammlung werden nun sowohl Vertreter der Stadtverwaltung den erreichten Planungsstand erläutern als auch die maßgeblich vom Umbau betroffenen Einrichtungen zu Wort kommen. Im Anschluss stehen Vertreter der Stadtratsfraktionen, der Stadtverwaltung, der Projektleitung und der zukünftigen Nutzer für Fragen zur Verfügung. Die Beiträge der Dresdner zu dem Thema sollen dokumentiert und im Stadtrat später auch behandelt werden. (NL)

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Ausstellung zum Mauerfall im Rathaus

Original Mauerstück kommt nach Dresden

Unter dem Titel „Mauerfälle“ macht vom 19. Oktober bis zum 5. November eine Ausstellung über die Wendezeit vor 20 Jahren im Dresdner Rathaus halt. Die Ausstellung zeigt unter anderem ein  Original Mauersegment, das von dem Leipziger Künstler Michael Fischer-Art gestaltet und am 30. Oktober 2009 von den drei „Vätern“ der Deutschen Wiedervereinigung, Helmut Kohl, George H. W. Bush und Michail Gorbatschow signiert wurde. Seitdem sind weitere Unterschriften wie die des Friedensnobelpreisträgers Lech Wa??sa und des ehemaligen Bundesaußenministers Hans-Dietrich Genscher hinzugekommen. Zur Eröffnung der Ausstellung in Dresden am 18. Oktober 2010 um 17 Uhr sollen auch die Unterschriften von Dresdens ehemaligem Bürgermeister Herbert Wagner und dem Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, Frank Richter, sowie von Oberbürgermeisterin Helma Orosz ergänzt werden. Erstere waren 1989 Mitgieder der „Gruppe der 20“.

Dresden wird nach Chemnitz, München und weiteren Städten im In- und Ausland die achte Station der Bildungstour „Mauerfälle“ sein. Das Mauersegment wird dabei direkt vor dem Rathauseingang stehen. Begleitet wird das Mauerstück von der Fotoausstellung „EAST – Zu Protokoll“ im Lichthof des Rahauses. Gezeigt werden dort einzigartige Momentaufnahmen aus den entscheidenden Herbstmonaten des Jahres 1989, festgehalten von 76 Fotografen und Künstlern aus Ost und West.

Der Lichthof ist montags bis freitags zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Im Rahmen der Ausstellung ist am 19. Oktober zudem eine Podiumsdiskussion zum Thema „20 Jahre Deutsche Einheit – Bilanz und Ausblick“ im Stadtmuseum geplant. Dort diskutieren der Verleger Christoph Links, der Theaterregisseur Wolfgang Engel, die Journalistin Judka Strittmatter und der Psychologe Yury Winterberg. Moderiert wird das Ganze von Angela Elis. Los geht es 19 Uhr, der Eintritt ist frei. (NL)

Linktipp: www.mauerfaelle.de

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Dresden gedenkt ermordeter Ägypterin

Auländerrat und Justiz erinnern an Marwa El-Sherbini

Ein Jahr nach der Ermordung der Ägypterin Marwa El-Sherbini im Dresdner Landgericht finden in Dresden allerorts Gedenkveranstaltungen statt. So lädt der Ausländerrat alle Bürger der Stadt am 1. Juli um 17Uhr zum öffentlichen Gedenken vor das Rathaus. Der Justizminister Dr. Jürgen Martens wird am ersten Jahrestag des Verbrechens zudem eine Gedenktafel im Foyer des Landgerichts Dresden enthüllen. Martens will um 10Uhr in einem stillen Akt an die tragische Tat erinnern und so das Gedenken der sächsischen Justiz an die Verstorbene zum Ausdruck bringen.

Marwa El-Sherbini wurde am 1.Juli 2009 während einer Verhandlung im Dresdner Landgericht mit 18 Messerstichen erstochen. Der Täter, ein 28-jähriger aus Russland stammender Dresdner, wurde im November vergangenen Jahres wegen Mordes an der Ägypterin und versuchten Mordes an ihrem Mann zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Sein Tatmotiv lautete Fremdenhass. Marwa El-Sherbini hinterließ einen heute vierjährigen Sohn und ihren Ehemann. Die Familie war aus Ägypten nach Dresden gekommen, weil der Vater als Genforscher am Max-Planck-Institut an seiner Promotion arbeitete. (NL)

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Dresdner Debatte startet im Internet

Bürger sollen bei Neumarktplanung mitreden

Was in Dresden aus gut gemeinten Projekten werden kann, wenn es an Kommunikation mangelt, hat das Desaster Waldschlösschenbrücke über die Stadtgrenzen hinaus eindringlich verdeutlicht. Damit der Dialog zwischen Rathaus und Bürgern künftig erfolgreicher verläuft, wird am 8. Juni ein öffentliches Portal zur Stadtentwicklung im Internet starten. Mit der Dresdner Debatte im Netz will die Stadt „eine neue Form des offenen und öffentlichen Dialogs zur aktuellen Entwicklung in der Stadt zwischen Bürgern, Politik und Stadtplanung“ anregen, so heißt es aus dem Rathaus.

Als erstes soll in dem moderierten Online-Dialog das Thema Neumarkt (Foto: Nicole Laube) diskutiert werden. Unter der Leitfrage „Wie wird der Neumarkt ein Platz für die Dresdner?“ können sich die Dresdner vom 8. Juni bis zum 8. Juli unter www.dresdner-debatte.de über die aktuellen Planungen am Neumarkt informieren und dazu auch selbst zu Wort melden. Sie können ihre Ideen zur Nutzung des Neumarktes einbringen und Fragen zu den Vorhaben am Platz stellen. „Der Neumarkt war und ist der identitätsstiftende Mittelpunkt Dresdens. Dieser Ort ist prädestiniert für den Auftakt für die Dresdner Debatte“, meint Oberbürgermeisterin Helma Orosz.

Die Ergebnisse des Dialogs werden ferner ausgewertet und voraussichtlich Anfang September vorgestellt. Sie sollen außerdem in die Erarbeitung möglicher Anforderungen für Grundstücksausschreibungen und Bebauungspläne einfließen, so die Bürgermeisterin. (NL)

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