Abweichen von festgetretenen Pfaden

Wie zwei Dresdner Autoren bei Literatur Jetzt! die Zeit der Brücke-Künstler mit den 1968ern verbinden …

Die Dresdner Autoren Josefine Gottwald und Ralf Günther tun sich für ein Projekt zusammen: Ralf Günther liest aus seiner neuen Novelle „Die Badende von Moritzburg“ und Josefine Gottwald begleitet ihn an der Gitarre mit Liedern aus der Zeit der 1968er. Zu erleben ist das Programm am 11. November im Rahmen von „Literatur Jetzt!“, 19 Uhr im Japanischen Palais. Was es damit auf sich hat, erzählen die beiden im Interview. Weiterlesen

Rock’n’Roll ohne Love und Peace …

Herbstlese13 elbi_Kakadu-Bergmann

Herbstauslese: „Damals im Roten Kakadu“

Herbstzeit ist auch Lesezeit. Unter dem Motto „Herbstauslese“ gibt es auf elbmargarita.de eine Serie, in der wir ausgewählte Romane und Erzählungen rezensieren, die in Dresden spielen. Heute: Rolf Bergmann: „Damals im Roten Kakadu“

Dresden, 1961: Hans, der sich Johnny nennt, ist passionierter Schachspieler und Ted Herold-Fan und will am liebsten Journalistik studieren. Ihn interessiert alles, von Sport bis Sonnenfinsternis, aber mit dem Studium ist das nicht so einfach: An der Uni Leipzig will man ihn nicht haben, weil er für den Beruf nicht genug politische Gesinnung beweist, und da ihm seine gebliebte Bruni ohnehin die kalte Schulter zeigt, überlegt er, mit Achim nach Brasilien auszuwandern Weiterlesen

Last Man standing

Feldwebel1 (3) Herbstlese13

Herbstauslese: „Feldwebel I – Die elfte Plage“

Herbstzeit ist auch Lesezeit. Unter dem Motto „Herbstauslese“ gibt es auf elbmargarita.de eine Serie, in der wir ausgewählte Romane und Erzählungen rezensieren, die in Dresden spielen. Heute: Frank Goldammer: „Feldwebel I – Die elfte Plage“

Der dritte Weltkrieg ist vorbei, in Dresden legt sich der Rauch und hinterlässt nichts als Trümmer. Doch Feldwebel verteidigt noch immer sein Land, seine Regimetreue ist alles, was ihm geblieben ist. An seinen Namen kann er sich nicht mehr erinnern, sein Leben ist der Krieg geworden. Auf der Suche nach Wasser, Vorräten – und Menschen – kämpft er sich durch die Ruinen seiner Stadt, begleitet nur von den Stimmen der gefallenen Kameraden in seinem Kopf. Aber er findet weder Feinde noch Verbündete; irgendwann kommt ihm die verrückte Idee, dass es außer ihm vielleicht gar keine Überlebenden gibt.

Als er schließlich auf Menschen trifft, lauert überall die Gefahr: Unheimliche Geräusche in der Nacht, mysteriöse Verfolger und tiefe menschliche Abgründe prägen die raue Atmosphäre, die den Roman so authentisch macht.

Frank Goldammer ist vor allem durch seine Dresden-Krimis bekannt. Dieses Jahr legte er beim Gmeiner Verlag mit „Revierkampf“ (2013) den Nachfolger von „Abstauber“ (2012) vor. Auf seinen Lesungen begeistert er mit unterhaltsamen Kurzgeschichten; aber auch mit Thrillern hat er Erfahrung: Seit 2006 verlegte er selbst mehrere Romane zu mystischen Themen. „Feldwebel“ konstruiert er vor dem Endzeit-Szenario seiner Heimatstadt, mit einem sinnlosen Krieg, den niemand überlebt; nur ein Soldat, der nichts kennt außer dem Kampf und die Ergebnisse menschlicher Experimente. Tragisch-komische Situationen und immer wieder neue Probleme ziehen den Leser durch die Handlung mit einer großartigen Entwicklung des Hauptcharakters, der erst begreift, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt, als er auf die Geheimnisse seiner eigenen Vergangenheit stößt.

Dresden ist im ersten Teil des Romans allgegenwärtig: Flughafen, Bahnhof Mitte, Terrassenufer und Carolabrücke – aber alles ist zerstört. Auf seiner ständigen Suche durchquert Feldwebel schließlich halb Deutschland, bis er in Nürnberg landet, wo das Hauptkommando sitzen soll. Aber was er dort findet, übersteigt seine Vorstellungskraft …

Eine gewisse Spannung nimmt das Cover schon vorweg und die Leser müssen sich nun gedulden, bis im Frühjahr der zweite Teil erscheint. So lange begleiten sie Feldwebel durch eine dunkle Zukunft, in der er sich selbst seine Befehle erteilt und verhindern muss, dass die Welt, für die er gekämpft hat, jetzt zum „Planet der Affen“ wird.

Linktipp: www.frank-goldammer.de

Autorin erzählt übers Schreiben

Josefine Gottwald und die „Krieger des Horns“

Das Schreiben liegt ihr im Blut. Obwohl Josefine Gottwald seit September 2012 einen handfesten Abschluss als Diplombiologin an der TU Dresden in der Tasche hat, ist sie momentan am liebsten Buchautorin. Schon im zarten Alter von 14 Jahren hat sie ihr erstes Buch veröffentlicht. Der Fantasieroman „Die Krieger des Horns“ erschien 2003 in einem kleinen Verlag aus Dessau.

Von da an ließ sie die Lust am Schreiben nicht mehr los. Aus dem Erstlingswerk wurde eine ganze Reihe über Einhörner, Vampire und Krieger, die die Träume der Menschen beschützen. Drei Teile (2003, 2005 und 2010) sind bereits erschienen, zwei davon werden demnächst auch als E-Book herausgegeben. Der vierte und letzte Band ist derzeit schon in Arbeit. Das Schreiben fällt Josefine Gottwald (Foto: PR) leicht. „Es ist nicht so, dass ich mich dazu zwinge. Ich warte eher darauf, bis ich alles niederschreiben kann“, sagt die 25-Jährige. Viel schwerer sei es dagegen, das Geschriebene auf dem schier unendlichen Buchmarkt in Deutschland auch bekannt zu machen.

Josefine Gottwald investiert seit Jahren viel Zeit und Mühe, um ihre Bücher den potenziellen Lesern vorzustellen. Wie jedes Jahr war sie am vergangenen Wochenende wieder als Autorin auf der Buchmesse in Leipzig zu Gast, hat dort ihre dreibändige Fantasiegeschichte am Stand des Machtwortverlages beworben und mit ihren Lesern gesprochen. Am 18. März wird die gebürtige Altenbergerin nun auch in Dresden ihre nächste Lesung halten, 18.30 Uhr geht es in der Bibliothek Strehlen, im Otto-Dix-Center los. Der Eintritt ist frei. „Ich werde Textstellen aus meinen Jugendromanen über die ‚Krieger des Horns‘ vorlesen und es wird auch eine Beamer-Präsentation mit Bildern aus dem Fantasy-Fotoshooting geben. Außerdem bringe ich Bücher zum Signieren und viele kleine Geschenke von der Buchmesse mit“, verspricht die junge Autorin.

Bei ihren Lesungen bestehe auch immer die Möglichkeit, sie „Löcher in den Bauch“ zu fragen. „Ich erzähle gern etwas über das Schreiben und meine Erfahrungen mit dem Veröffentlichen“, sagt sie. Natürlich hat Josefine Gottwald neben ihren Fantasyromanen auch schon weitere Projekte an der Angel. Nebenbei arbeitet sie zum Beispiel an einem historischen Fantasy-Roman für Erwachsene, schreibt Kinder-Kurzgeschichten und Gute-Nacht-Geschichten, die als Hörbuch und vielleicht auch als Buch erscheinen sollen. Die unerschöpflichen Ideen für diese zahlreichen Erzählungen kommen der jungen Frau nicht nur im Alltag, sondern ganz oft bei Ausritten in der Natur. Etwa 1000 Wörter fließen täglich aus ihrer Feder – und wer weiß, vielleicht entwickelt sich das in Zukunft ja noch hin zum hauptberuflichen Autoren-Dasein?

Nicole Czerwinka

Lesung:  „Die Krieger des Horns“, Josefine Gottwald, 18. März, 18.30 Uhr, Bibliothek-Strehlen