Murmeltiertage

Ein Frühlingsspaziergang im sonst grauen Februar

Und täglich grüßt das Murmeltier. Auf einem Spaziergang durch Dresden scheint uns die Sonne warm ins Gesicht. Der Schnee ist weg, hinterm Hauptbahnhof sprießen schon die ersten Krokusse. Das allerdings ist auch schon alles, was sich in den vergangenen Tagen verändert hat. Kaum zu glauben, aber Woche Nr. 16 des kulturellen Lockdowns in Deutschland geht zu Ende. Eine seltsame Zeit im verordneten Stillstand.

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„Verstummte Stimmen“ an der Semperoper

Dresdner Theater erinnern an Nazi-Zeit

An der Dresdner Semperoper und dem Staatsschauspiel wird am Sonntag (15. Mai) eine geschichtsträchtige Ausstellung zum einem bislang in der Öffentlichkeit fast unerwähnt gebliebenen Thema eröffnet. Sie widmet sich der „Säuberung“ an deutschen Opernhäusern und Theatern im Nationalsozialismus. Die Ausstellung namens „Verstummte Stimmen“ nimmt dabei sowohl auf Gesamtdeutschland als auch speziell auf Dresden Bezug. Sie wird bis zum 13. Juli am Staatsschauspiel und an der Oper zu sehen sein. Der Eintritt ist frei.

Historiker Hannes Heer, Musikjournalist Jürgen Kesting und Gestalter Peter Schmidt realisierten diese Ausstellung seit 2006 bereits an den Staatsopern in Hamburg, Berlin, Stuttgart und Darmstadt. Gezeigt wurden dort – und nun auch in Dresden – das Schicksal von 44 prominenten Künstlern. Ergänzt wird das Ganze von einer lokalen Fallstudie, in der die Geschichte der Vetreibung an den Dresdner Staatstheatern rekonstruiert wird. Diese begann am 7. März 1933 mit einem spektakulären Akt auf der Bühne der Semperoper, als der Schauspieler Alexis Posse deren Leitung für abgesetzt erklärte und als kommissarischer Generalintendant die vollziehende Gewalt an beiden Häusern übernahm. Träger der Aktion war die schon Ende 1930 von Posse und Franz Heger, einem Maskenbildner der Semperoper, gegründete »Theaterfachgruppe der NSDAP«, die sich die Befreiung der Staatstheater von der »Beherrschung durch Fremdrassige« zum Ziel gesetzt hatte und im März 1933 mindestens 275 Mitglieder zählte.

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Weltmeisterschaft und kein Ende

Auch U-18-Eishockeystars spielen in Dresden

Alles WM könnte das Schlagwort für die Dresdner Stadien in diesem Jahr heißen, denn nicht nur die Frauenfußballweltmeisterschaft 2011 wird in der sächsischen Landeshauptstadt ausgetragen. Zusammen mit Crimmitschau trägt Elbflorenz außerdem die U-18-Eishockey-Weltmeisterschaft 2011 aus. Die Dresdner können sich dabei vom 14. bis zum 24. April auf packende Duelle in der Gruppe B freuen. Neben dem Vize-Weltmeister Schweden werden auch die Finnen, Kanadier, Tschechen und Norweger in der Energie-Verbund-Arena spielen.

Die ersten Vorbereitungsspiele zur WM fanden bereits am 9. und 10. Apri (zwischen den USA und Kanada sowie zwischen Deutschland und Finnland) in Dresden statt. Am 11. April treten die Finnen gegen die USA (19.30 Uhr) und am 12. April die Deutschen gegen Kanada (15.30 Uhr) an.

Zum Start der WM treffen am 14. April in Dresden Finnland und Norwegen aufeinander. Am Abend spielt Tschechien gegen den Vize-Weltmeister Schweden in der Energie-Verbund-Arena. (NL)

Linktipp: www.u18wm2011.de

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Von der Lenamania zur aufgewärmten Showkiste

 

Eine Kolumne jenseits des Dresdner Tellerrands:

Warum Deutschland den Songcontest nicht gewinnt

Heute ist der Tag der Entscheidung! Sechs Lena-Titel ringen darum, beim diesjährigen Eurovision-Song-Contest in Düsseldorf präsentiert zu werden. Alle sechs sind nicht gerade herausragend – und auch die heutige Sendung wird wohl eher ein Wettbewerb der langen Weile werden. Dabei schien das Rezept letztes Jahr noch so einfach: Eine Brise Mädchenhaftigkeit verpackt in ein kleines Schwarzes, kombiniert mit dem irgendwie auffällig-merkwürdigen Englisch-Akzent einer gerade 19-Jährigen. So bezauberten Lena und ihr Satellitenliedchen Europa.

Benommen vom Siegestrubel – oder war es der Sekt? – quatschte ihr Mentor sie jedoch vor laufender Kamera in eine zweite Lena-für-Deutschland-Grand-Prix-Auflage hinein und hat sowohl seinem Star für Oslo als auch sich selbst damit keinen Gefallen getan. Warum? Düsseldorf ist nicht Oslo und die unschuldige Lena von damals kann heute wohl kaum noch so unschuldig daher kommen, wie als deutsche, äh europäische, Newcomerin anno 2010.

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BLOGGER: Dresdner-Norwegische Freundschaft

  

Von elbmargarita bis Kristiansand (7)

Reaktionen. Eine Polin, die in Norwegen über den Zweiten Weltkrieg forscht; ein Schweizer, den es als Skandinavistikprofessor an die Uni Greifswald verschlagen hat und ein Norweger, der mehrere Jahre in Düsseldorf wohnte – das sind nur drei von vielen Gästen der Deutsch-Norwegischen Woche in Kristiansand, die sich von den architektonischen Kontrasten in Ostdeutschland – präsentiert als Fotoausstellung einer Dresdnerin – durchweg beeindruckt zeigten. Eine Pressevertreterin aus Kristiansand provozierte angesichts dieser Bilder sogar mit der Überschrift „Deutschland ist mehr als der Holocaust“. Welch ein schlagkräftiger Titel für 20, von (Ost-)Deutscher Seite betrachtet, eigentlich ganz alltägliche Bilder.

Ein deutscher Historiker, der an der Universität Stavanger lehrt, meinte dennoch, eine gewisse Ironie in den Kontrasten lesen zu können. Sein norwegischer Kollege erinnerte sich beim Betrachten der Fotografien dagegen an einen Besuch in Potsdam, – es muss wohl um 1990 gewesen sein – wo ihm damals eine alte, verfallene Villa für eine Deutsche Markt angeboten wurde. So ergänzten die zehn Bilderpaare aus dem Jahr 2010 in den vergangenen beiden Tagen nicht nur zahlreiche Vorträge über wissenschaftliche, literarische und pädagogische Nachwehen des Zweiten Weltkrieges in Norwegen und West- sowie Ost-Deutschland, sondern ließen auch allerlei Erinnerungen sowie mitunter etwas Fernweh (vor allem seitens einiger norwegischer Historiker) aufsprudeln.

All jenen, die es in den kommenden Tagen rein zufällig nach Norden treibt, sei an dieser Stelle auch gesagt, dass die Fotos ganz ungeachtet der Vergänglichkeit zweier äußerst spannender Seminartage noch bis zum 28. Februar im Stiftelsen Arkivet in Kristiansand hängen werden – und dort schon auf weitere Reaktionen warten.

Linktipp: Stiftelsen Arkivet Kristiansand

Wen das außer dem engsten Freundeskreis der Schreiberin noch interessieren kann, fragen Sie sich?? Alle Norwegenfans, alle Dresdner mit historischen Ambitionen und vor allem all jene, die in Ostdeutschland geboren sind! Seit dem 8. Januar 2011 wird dieser internationale Erfahrungsbericht auf elbmargarita.de unter der Rubrik BLOGGER jede Woche fortgesetzt. Viel Spaß beim Lesen!

Nicole Laube

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BLOGGER: Dresdner-Norwegische Freundschaft

   

Von elbmargarita bis Kristiansand (5)

Von Dresden nach Kristiansand. Die vereinbarte Vorstellung bei den Archivmitarbeitern in Kristiansand förderte Hochspannendes zu Tage. War doch just im kommenden Januar in Zusammenarbeit mit der Universität Agder eine „Deutsch-Norwegische Woche“ in der Stadt geplant. Eine Fotoausstellung über Kontraste in Ostdeutschland, 20 Jahre nach der Wende, konnte dieses Vorhaben nur fruchtbar ergänzen – die bereits zu einer exemplarischen Miniausstellung zusammengefügten Fotos lösten überdies Begeisterung bei den Archivaren aus. Ihre kritischen Fragen zu Anliegen und den Hintergründen des Vorhabens wurden in einem seltsamen Mix aus Norwegisch und Englisch, doch offenbar zur Zufriedenheit, beantwortet. So mündete das Gespräch am Ende in einen Vertrag ganz ohne Papierkrieg: Die Fotos müssen samt Rahmen Anfang Januar geliefert und ein einführendes Booklet dazu verfasst werden. Die Ausstellung wird vier Wochen lang dauern und im Rahmen der Deutsch-Norwegischen Woche vom 28. Januar bis zum 6. Februar vom Archiv beworben. Achja, anschließend kreuzten noch Visitenkarten den Tisch. Zwei Norweger, eine Deutsche, ein Wort! 

Wen das außer dem engsten Freundeskreis der Schreiberin noch interessieren kann, fragen Sie sich?? Alle Norwegenfans, alle Dresdner mit historischen Ambitionen und vor allem all jene, die in Ostdeutschland geboren sind! Seit dem 8. Januar 2011 wird dieser internationale Erfahrungsbericht auf elbmargarita.de unter der Rubrik BLOGGER jede Woche fortgesetzt. Viel Spaß beim Lesen!

Nicole Laube

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USA besiegt die Schweiz 5:0 im Harbig-Stadion

Neues von der U20-FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft in Dresden. In den Vorrundenspielen am 17. Juli gewann die USA ihre Partie gegen die Schweiz am Abend mit 5:0. Die Mädels aus Südkorea konnten sich 4:2 gegen Ghana behaupten. Südkorea steht damit bereits im Viertelfinale. Die Deutsche Mannschaft konnte dagegen schon am Freitag in Bochum den Einzug ins Viertelfinale perfekt machen. Sie gewannen 3:1 gegen Kolumbien. Die nächsten Spiele in Dresden werden am 20. Juli angepfiffen. Dann treten im Harbig-Stadion um 11.30Uhr Costa Rica gegen Kolumbien und um 14.30Uhr Neuseeland gegen Brasilien an. (NL)

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Der Oktopus hat Recht behalten!

Kein WM-Finale mit Deutschland

Die Hupen und Vuvuzelas sind auch in Dresden verstummt. Deutschland konnte Spanien am Abend nicht vom Platz fegen, sondern verlor nach einem durchwachsenen Spiel knapp mit 0:1. In den Fanreihen und bei der Mannschaft macht sich Enttäuschung breit. Die Hoffnung auf den WM-Titel geht damit zu Ende. Ein Wiedersehen mit der Deutschen Elf gibt es aber trotzdem, beim Kampf um Platz drei am Sonnabend um 20:30Uhr. (NL)

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Deutschland siegt – Dresden jubelt

Mit Hupen und Trompeten feierten die Dresdner den 4:1 (eigentlich aber 4:2)  Sieg der Deutschen Elf über England am Sonntagnachmittag (27.6.). Die Partie gehörte zu den bislang spannendsten der diesjährigen Weltmeisterschaft. Mit deutlicher Überlegenheit kickte sich die Deutsche Nationalmannschaft dabei ins Viertelfinale. Für die Dresdner war das ein Grund zum Feiern. Mit Flaggen und Tröten zogen sie durch die Stadt. Am Pirnaischen Platz (Foto: N. Laube) starteten die Autofahrer zudem ein großes Hupkonzert. Das nächste Spiel der Deutschen findet am kommenden Sonnabend, ebenfalls um 16Uhr statt. Heute (27.6.) Abend wird sich entscheiden, ob der Gegner dann Argentinien oder Mexico sein wird. (NL)

Gespannt verfolgten die Dresdner - hier beim Public Viewing im "Gare de la Lune" - die Partie Deutschland-England. (Foto: N. Laube)

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Hymnen im Wind

Kommentiert

Die Fußball-Weltmeisterschaft beginnt und vier Wochen lang dreht sich die Welt wieder einmal rund ums schwarz-weiße Leder. Während in Südafrika noch der Rasen für die ersten Spiele flott gemacht wird, zeigen die Dresdner Autofahrer schon seit Wochen Flagge. Schwarz-Rot-Gold, diese Farben waren seit der WM 2006 wieder etwas mehr in Mode gekommen und setzen nun ein Zeichen der Hoffnung. Schön ist es, diese Deutschland-Fähnchen wieder im Sommerwind wehen zu sehen. Gerade zur rechten Zeit kommen sie, denn soviel steht fest: Deutschland kann das Prinzip Hoffnung derzeit wirklich gut gebrauchen. Nicht nur im Sport. Die Fahnen am Ende jeder Fanmeile zeigen schließlich, dass es ihn doch noch gibt, den deutschen Geist – so etwas wie Nationalstolz. Und sie beweisen: man muss nicht nationalistisch sein, um Deutscher zu sein. Vielleicht haben wir in dieser WM ja wirklich eine Chance. Vielleicht schaffen es Löws Jungs, dass wir endlich wieder als EIN Land fühlen. Dann könnten wir auch zukünftigen Herausforderungen als Ganzes entgegentreten – und das Prinzip Hoffnung doch noch zum Sieg führen.

Nicole Laube

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