Ein Fest vor dem Fest

Geballte Vorfreude in der Adventsstadt

Wer dieser Tage mit wachem Blick durch Dresden schlendert, kommt schon vor der Ankunft des ersten Adventus nicht um die Vorboten fröhlicher Feststimmung herum, die derzeit über der Stadt hereinbrechen wie ein Prasselregen an heißen Sommertagen. Nicht nur um die diesjährige Striezeltanne ist gut sechs Wochen vor dem Weihnachtsmann in den Meckermedien eine Schönheitsdiskussion entbrannt, die an Sinnlosig- und Oberflächlichkeit glatt Heide Klums Modellshow-Sprüche in den Schatten stellen könnte. Auch auf dem Postplatz sprießen schon merkwürdig weiße Zeltzipfel und amerikabunte Leuchtreklame aus dem Boden.

Die Neustadt hält da allerdings mit satten 3000 geschmackvoll platzierten LED-Leuchten (an den passenden Grünzeugketten, versteht sich) dagegen und wird so erstmals vom beliebten Szene- zu einem der schönsten Weihnachtsviertel Dresdens. Schon seit Freitag (23.11.) schmückt der Gewerbe- und Kulturverein Dresden Neustadt eV. die komplette Alaun- und Louisenstraße sowie Teile der Böhmischen und der Bautzner Straße mit insgesamt 70 Lichterketten, während in der Görlitzer und Rothenburger Straße wegen der Straßenbahnoberleitungen Kandelaber an den Hauswänden heimelige Adventsstimmung versprühen und dem Boulevard zwischen Neu- und Altmarkt nun mehr denn je entgegenglitzern.

Letzterer bleibt freilich mit der Eröffnung des 578. Dresdner Striezelmarktes am 28. November weiterhin der touristische Anziehungspunkt der selbsternannten Weihnachtsstadt schlechthin. Bis zum Heiligen Abend wird der Striezelmarkt samt seiner Zankfichte dabei täglich von 10 bis 21 Uhr (Heiligabend bis 14 Uhr) mit vorweihnachtlichen Köstlichkeiten und einem bunten Bühnenprogramm erfreuen. Jenseits der Wilsdruffer Straße reihen sich zudem gleich vier weitaus atmosphärischere, sprich teils historische, Märkte aneinander. So beginnt das bunte Mittelaltertreiben im Stallhof dieses Mal ganz matschfrei schon am 29. November um 17 Uhr. Von da an ist der Markt täglich von 11 bis 21.30 Uhr geöffnet. Zunächst bis zum kleinen Weihnachtsabend am 23. Dezember, anschließend jedoch noch einmal vom 27. bis 30. Dezember (dann nur bis 20 Uhr). Der Besuch ist allerdings auch dieses Mal nur unter der Woche ohne Eintritt möglich. Gänzlich eintrittsfreie Weihnachtsromantik unter einem dezent sternbestückten Bäumchen kann man dafür auf dem Neumarkt schnuppern (vom 30.11. bis 21.12., täglich von 11 bis 22 Uhr). Direkt an der Frauenkirche sowie in der Münzgasse öffnet zudem am 30. November der traditionelle Markt mit großer Glühweinpyramidenbar und niedlichen Büdchen seine Pforten (30.11. bis 24.12., So bis Do 10-21 Uhr, Fr/Sa 10-23 Uhr). Und auch am Dresdner Schloss gibt es wieder Glühgetränke, Kräppelchen und erzgebirgische Gaben (29.11. bis 24.12, So bis Do 11 bis 20 Uhr, Fr/Sa 11 bis 21 Uhr).

Die große Einkaufsmeile vor dem Hauptbahnhof wiegt sich ebenfalls in zaghafter Feststimmung. Der Weihnachtsmarkt auf der Prager Straße soll vom 29. November bis 23. Dezember 2012 erstmals unter dem Titel „Dresdner Winterlichter“ in ganz neuem Lichterglanz erstrahlen und zur festlichen Geschenkejagd beitragen. Am Postplatz könnte der Glühwein allerdings einen bitteren Beigeschmack haben. Denn während das in den vergangenen Jahren an dieser Stelle sehr beliebte Winterdorf inzwischen via (allerdings sehr rechtschreibschwacher) Online-Petition um seine Heimat in Dresden kämpft, entsprechende Presseanfragen zu seinem Verbleib bislang jedoch bewusst unbeantwortet lässt, wird die Stadt dort dieses Mal von einem etwas kitschig anmutenden Hüttenzauber (28.11. bis 24.12., täglich 10 bis 22 Uhr) wachgerüttelt. Hier sind unter anderem Abendbrot im Zeltrestaurant und Après Ski nahe der Haltestelle angesagt – ob Dresden das wirklich braucht, wird wohl noch vor Ablauf des unheilvorhersagenden Maya-Kalenders feststehen.

Weitaus traditionellere Gemütlichkeit mit größerem Potenzial für wirklich besinnliche Vorfreude versprechen dagegen drei kleine rechtselbische Weihnachtsmärkte. Sowohl den liebevoll gestalteten Weihnachtsmarkt in Loschwitz (geöffnet vom 1.12. bis 16.12., 13 bis 20 Uhr, Fr/Sa bis 21 Uhr, Sa/So ab 11 Uhr) als auch den 15. Neustädter Advent im Dresdner Barockviertel (Eröffnung am 30.11., 18.30 Uhr in der Dreikönigskirche) mit Adventsgeschichten von Prominenten (1.12. bis 23.12., täglich 18 Uhr an wechselnden Orten), sollte in Verbindung mit dem ebenfalls neu konzipierten Augustusmarkt auf der Hauptstraße und am Goldenen Reiter (29.11. bis 23.12., täglich 11 bis 21 Uhr) niemand verpassen.

Hast man sich erst durch das geballte Angebot an Dresdner Open-Air-Weihnachtsmärkten gefuttert, geschlendert und geschwärmt, locken natürlich auch Nachbarstädte wie Radebeul, Radeburg, Weinböhla oder Meißen mit Weihnachtlichem und Nascherreien für Zuckerschnuten – anschließend kann das eigentliche Fest dann aber getrost beginnen.

Nicole Czerwinka

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Ode an die Weihnachtstanne

Hofgeflüster – die Stadtkolumne

Nanu, was ist denn das? Ein trüber Novembervormittag und am Wettiner Platz fahren in regelmäßigen Abständen Blockhüttchen auf Autoanhängern vorbei, in Richtung Innenstadt. Einige Hundert Schritte weiter wird sofort klar, wohin sie wollen. Denn auch die Riesen-Pyramide, die Tanne und das Pfefferkuchenhaus haben schon ihren angestammten Platz auf dem Altmarkt gefunden. Und bei ihrem Anblick beschwören sie beim Passanten urplötzlich Erinnerungen an wohlige Zimtaromen und beißende Schneekälte inmitten des bunt-lauten Touristentrubels auf dem Dresdner Striezelmarkt.

Im Gegensatz zu den schon herbstzeitig prall gefüllten Stollenregalen im Supermarkt sind das doch noch immer die schönsten (und wahrhaftesten) Boten der nahenden Vorweihnachtszeit. Beschwören sie doch etwa drei Wochen bevor diese dann endgültig in der Stadt ihre Ankunft feiert, selbst in den Augen ehemaliger Kinder so etwas wie latenten Endjahreszauber. Auch, wenn doch eigentich gerade noch Sommer war …

  

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6000 wandeln übern Elbhang

Impressionen von der 4. Schlössernacht

Die Dresdner Schlössernacht zog am Sonnabend (14.7.) wieder rund 6000 Menschen in ihren Bann. Das Spektakel verwandelte das Gelände um Saloppe, Schloss Albrechtsberg, Lingnerschloss und Schloss Eckberg zum 4. Mal in eine märchenhafte Kulisse. Auf 15 Bühnen traten dabei rund 250 Künstler auf. Einige Wermutstropfen mussten die Gäste dieses Jahr dennoch verkraften. So war nicht nur das große Feuerwerk wegen des brütenden Wachtelkönigs und einer seltenen Fledermauspopulation am Elbhang abgesagt worden, auch ein Teil des Parks von Schloss Eckberg war den Abend über wegen einer geschlossenen Veranstaltung gesperrt, was die Freude am Lustwandeln bei einigen Gästen durchaus trübte. (NC)

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Lustwandeln entlang der Elbe

Impressionen vom 22. Elbhangfest

In Dresden jagt ein Stadtteilfest das nächste. Nachdem am vergangenen Wochenende die Bunte Republik Neustadt lockte, schlenderten die Dresdner vom 22. bis zum 24. Juni über das 22. Elbhangfest die Pillnitzer Landstraße entlang. Ob Trödelmarkt oder Drachenbootrennen, Konzerte oder Fußball-EM – das Fest lockte auch in diesem Jahr mit Sport, Kultur, Leckereien und Kuriosem. Hier spielte eine bekannte Dresdner Band fast unerkannt am Straßenrand, dort war ein bis auf die Räder eingestrickter VW-Bus zu bewundern – und dabei stand das Wochenende am Elbhang dieses Mal ganz im Zeichen der Frauen … Elbmargarita hat ein paar Impressionen gesammelt.

Fotos & Text: Nicole Czerwinka

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Neuer Rekord beim Treppenlauf

Schweizer bezwingt 79 400 Stufen in 13,5 Stunden

Beim 8. Sächsischen Mount Everest Spitzhaustreppen-Marathon gibt es einen neuen Rundenrekord. Der Schweizer Sepp Schreiber lief die 397 Stufen der Spitzhaustreppe in 13 Stunden und 47 Minuten 100 Mal auf und ab. Schreiber schlug damit den bisherigen Rekordhalter Kurt Hess, der die insgesamt 79 400 Treppenstufen 2007 in 14 Stunden und 48 Minuten schaffte. Den zweiten Platz belegte in diesem Jahr Andreas Allwang aus München mit 13 Stunden und 55 Minuten, Dritter wurde der Radebeuler Ulf Kühne, der die 100 Runden in 15 Stunden und 27 Minuten lief.

Unter den 57 Läufern, die im Alleingang auf der Treppe starteten, waren neun Frauen. Als Erste kam die Hamburgerin Katrin Grieger nach 17 Stunden und 39 Minuten ins Ziel. Zweitplatzierte war Ulrike Baars (18:31) aus Dresden, den dritten Platz belegte die Meißnerin Kristina Tille (20:05).

Daneben traten insgesamt 14 Dreiseilschaften beim Lauf an. Sieger waren – wie schon in den Vorjahren – die Großenhainer Läufer „Schritt für Schritt“, die zusammen 100 Runden in zehn Stunden und zehn Minuten liefen. Die Touristenstaffel gewann das Radebeuler Gymnasium Luisenstift (11:05) knapp vor dem Lößnitzgymnasium (11:33). Für einen spektakulären Auftritt sorgten zudem die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Radebeul-Kötzschenbroda zusammen mit der Ortsgruppe des Technischen Hilfswerkes Radebeul (THW). Sie liefen in der Kategorie „Elf Freunde“ die Treppe mit Atemschutzgeräten auf und ab – belegten dabei allerdings den letzten Platz. Gewinner der „Elf Freunde“ war die Gruppe Animo.

Der Radebeuler Spitzhaustreppen-Marathon gehört laut Veranstalter Christian Hunn zu den härtesten Läufen weltweit. Eine Runde ist 843, 39 Meter lang und hat einen Höhenunterschied von 88,48 Metern. Hundertmal durchlaufen ergibt das den kompletten Auf- und Abstieg vom Meeresspiegel bis auf den Gipfel des Mount Everest. Der Spitzhaustreppen-Marathon wird seit 2005 jährlich an der Spitzhaustreppe in den Radebeuler Weinbergen (Fotos: N. Czerwinka) ausgetragen.

Nicole Czerwinka

Linktipp und weitere Ergebnisse: www.treppenlauf.de


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Sachsenmarathon am Spitzhaus

8. Treppenlauf in Radebeul lockt in die Weinberge

Es sind genau 397 Stufen und ein Stück Straße, die durch die malerischen Weinberge (Foto: N. Czerwinka) unterhalb des Spitzhauses in Radebeul einmal im Jahr wohl eine der verrücktesten Marathonstrecken der Welt bilden. Eine Runde ist genau 843,39 Meter lang, mit einem Höhenunterschied von 88,48 Metern. Das Ganze 100 Mal auf- und abgelaufen ergibt einen Doppelmarathon, der dem kompletten Auf- und Abstieg vom Meeresspiegel bis auf den Mount Everest und insgesamt 79400 Stufen entspricht. Innerhalb von 24 Stunden bewältigt, ist das eine sportliche Meisterleistung, die sich nur Wahnsinnige oder echt gut Trainierte antun können.

Zum nunmehr 8. Sächsischen Mount Everest Treppenmarathon am 21. und 22. April 2012 sind jedoch, wie in jedem Jahr, auch pure Schaulustige willkommen. Wie immer wird der Wettkampf in diesem Jahr wieder in vier Rennen unterteilt: Mutige können im Alleingang, in Dreiseilschaften, auf dem etwas gemächlicheren Touriweg oder mit elf Freunden antreten. Bislang (Stand 14.4.) sind allein 50 Männer und zehn Frauen als Alleingänger gemeldet – darunter auch Starter aus den USA, der Schweiz, Österreich, Schweden, Polen, Großbritannien und natürlich ganz Deutschland. In den Dreierseilschaften starten immerhin 15 Teams aus ganz Deutschland, für den Touriweg haben sich fünf Mannschaften gemeldet, während die Elf Freunde mit acht Mannschaften aus Radebeul, Dresden und Meißen laufen.

Wer das Spektakel entspannt von oben bei einem Bierchen und Bratwurst beobachten will, der sollte zum Aufstieg auf die Lößnitzhöhe den Rieselgrund oder die Weberstraße mit den Stufen zum Spitzhaus nutzen (die berühmte Treppe ist zwecks Sportveranstaltung ja gesperrt). Parkmöglichkeiten gibt es an der unteren Wende auf der Hoflößnitzstraße sowie oben auf der Spitzhausstraße – leider aber nur in begrenzter Anzahl. (NC)

Linktipp: www.treppenlauf.de

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