Blühende Ostern

Frühlingsspaziergang durch Dresden

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche – und Dresden schmückt sich mit herrlichen Frühlingsblüten. Als ich vor zwei Wochen aus New York zurückkam, regnete es hier zwar Bindfäden, doch in nur einer Woche war die Stadt plötzlich ergrünt und die Bäume lächelten schon frühlingshaft.

Am Osterwochenende ist nun endlich Zeit, das neu erweckte Leben auf den Straßen zu genießen. Das Wetter ist viel besser als gedacht und lädt ein zu langen Spaziergängen durch Alleen und Innenstadt.

Radfahrer und Spaziergänger tummeln sich entlang des Elbufers. Die ersten Picknickdecken werden auf dem grünen Rasen ausgerollt, der Wein schmeckt draußen sowieso am besten.

So ein Frühlingsspaziergang belebt die Sinne. Das helle Licht erweckt die Lebensgeister. Selbst die Putten erwachen aus ihrem langen Winterschlaf und die Springbrunnen sprudeln wieder.

Dresden zeigt sich an so einem Tag von seinen schönsten Seiten. Wir müssen nur loslaufen und die schönen Eindrücke einsammeln, festhalten, für später bewahren.

Und dann komme ich nach Hause und bemerke auf einmal, dass sich auch hier der Platz in letzter Zeit verändert hat, auch hier ist der Frühling eingezogen. Frohe Ostern!

Ein Künstlerleben als Odyssee zum Glück

Die Landesbühnen Sachsen zeigen Georg Kreislers Musical „Heute Abend: Lola Blau“

Das Rampenlicht aus, die Zigarette an und plötzlich wird Lola Blau ganz nachdenklich. „Im Theater, da ist was los!“, schmettert sie zu Beginn von Georg Kreislers Ein-Frau-Musical „Heute Abend: Lola Blau“  (Fotos: PR/Hagen König) noch enthusiastisch. Doch schon bald muss die jüdische Sängerin Wien verlassen, auch in der Schweiz bekommt sie kein Asyl und geht nach Amerika, wo ihr Talent hemmungslos verheizt wird. So wandert sie in der aktuellen Inszenierung an den Landesbühnen Sachsen von Transportkiste zu Transportkiste am Kultur-Bahnhof in Radebeul Ost, wechselt die Kleider wie die Orte, an denen sie singt, begleitet von Schiffshupen und einem einsamen Klavier.

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Monolog zwischen Moral und Schlagzeile

Johannes Krams Monolog „Seite Eins“ regt am Theater Zittau zum Nachdenken über gute und schlechte Journalisten an

Journalisten, das sind doch alles Haie. Immer auf der Pirsch nach der nächsten Sensation, bis die Jagd nach Skandalen in dicken Lettern gedruckt auf der Titelseite endet. Marco jedenfalls ist so einer. Der eitle Protagonist aus Johannes Krams Theatermonolog „Seite Eins“ strickt sich seine Titelstory aus falschen Indizien einfach selbst, opfert dabei ein gerade aufflammendes Popsternchen auf dem Altar der boulevardesken Aufmerksamkeiten – und das alles, um dem Leser das zu bieten, was der doch angeblich am liebsten hat: eine richtig fette Story.

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Wie im Film!

Von Dresden nach New York – ein Reisebericht nach einer Woche in Big Apple

New York, New York, das kennt man doch aus vielen Filmen, meint man. Doch wenn man erst da ist, ist alles anders: Noch besser, größer, lauter, viel bunter und einfach lebendig. Egal, wie schwer der Jetlag auch auf den Lidern lastet, die Stadt, die niemals schläft, zieht einen sofort in ihren Bann.

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Macht Musik in Dresden!

Die Musikfestspiele zeigen beim projekt „Klingende Stadt“, wie musikalisch Dresden ist

Musik verbindet die Menschen – und Dresden ist eine ganz besonders musikalische Stadt. Davon jedenfalls ist Jan Vogler, Intendant der Dresdner Musikfestspiele, überzeugt. Mit seinem Festival bietet er daher nicht nur den großen Stars der internationalen Klassik-Szene eine Bühne, sondern seit 2016 auch Hobby- und Laienmusikern aus Dresden und Umgebung. „Klingende Stadt“ (Foto: PR/Oliver Killig) heißt das Projekt, bei dem jeder mitmachen kann. Ziel ist es, einen Nachmittag lang die Innenstadt von Dresden an allen Ecken mit Musik zu erfüllen. Weiterlesen

Im Reich der Märchen

Die Dresdner Philharmonie zeigt „Die arabische Prinzessin“ als Oper für Kinderchor

Die Kraft der Phantasie ist unerschöpflich. Sie verwandelt Mädchen in Prinzessinnen und Fischhändler in Prinzen, reiht Worte aneinander, bis zauberhafte Märchenwelten entstehen und kombiniert Töne zu stimmungsvollen Partituren. All dies zeigt sich auch in der Oper „Die arabische Prinzessin oder das geschenkte Leben“, mit der die Dresdner Philharmonie dem Philharmonischen Kinderchor zum 50. Jubiläum (Fotos: PR/Jörg Simanowski) in diesem Jahr ein ungewöhnliches Geschenk bereitet.

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Das Märchen von der Freiheit

Regisseur Keith Warner hinterfragt Busonis „Doktor Faust“ an der Semperoper neu

Die Legende vom strebenden Nimmersatt Dr. Faustus wird immer dann besonders interessant, wenn die Welt aus den Fugen gerät. Dann erinnern wir uns an den Dichterfürsten Goethe und den Teufelspakt in seinem berühmten Drama, bemühen Zitate und versuchen, im vermeintlichen Unheil das Gute zu finden. Die Semperoper Dresden serviert mit Ferruccio Busonis Oper „Doktor Faust“ (Fotos: PR/Jochen Quast) in der Inszenierung von Keith Warner nun eine neuerliche Annäherung an den Stoff – und malt dabei fast märchenhaft mystische Bilder zur packenden Musik des Italieners.

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Die Faszination der unerfüllten Sehnsucht

Carlos Matos bittet mit „Tango Piazzolla“ an den Landesbühnen Sachsen zum Tanz

Argentinische Rhythmen und eine volle Tanzfläche: Nach der Uraufführung des Tanzstückes „Tango Piazzolla“ an den Landesbühnen Sachsen glühte das Tanzparkett im Glashaus förmlich zur Milonga mit dem Trio Bien Porteño aus Heidelberg. Fast so, als hätte Hauschoreograf Carlos Matos mit seinem neuem Stück tatsächlich verborgene Leidenschaften beim Publikum geweckt.

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Das unterschätzte Herzstück

Warum sich Dresden auf die Eröffnung des Kulturpalasts freut – eine Kolumne

Der Countdown läuft: Genau 40 Tage sind es noch bis zur Wiedereröffnung des Dresdner Kulturpalastes am 28. April. Wer zum ersten Mal nach Dresden kommt, wird jedoch kaum verstehen, warum gerade dieses Gebäude für uns Dresdner so besonders ist. Die Architektur ist funktional, erinnert an die Moderne der 1950er Jahre in der DDR und den sozialistischen Wiederaufbau der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg. Das hat rein gar nichts mit der barocken Pracht von Frauenkirche, Zwinger und Semperoper gemein, mit denen Dresden sonst so gern wirbt. Und dennoch gehört der Kulturpalast zu den heimlichen Sehnsuchtsorten dieser Stadt.

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