Von Lastern und Verbrechen

Sky duMont liest bei den  Musikfestspielen aus den Memoiren Casanovas

Giacomo Girolamo Casanova war nicht nur bei den Frauen beliebt, sondern auch sonst ein Tausendsassa. Er bereiste sämtliche Metropolen Europas, wurde inhaftiert, floh und brach immer wieder zu neuen Abenteuern auf. Ein Grenzgänger dieses Standes passt nur zu gut in das Programm der diesjährigen Dresdner Musikfestspiele*, die in ihrem 40. Jahrgang mit dem Motto „Licht“ vor allem Querdenker und Lichtgestalten der Musik in den Mittelpunkt ihrer Konzerte rücken. Und so stand Casanova am Donnerstag (8.6.) im Fokus eines außergewöhnlichen musikalisch-literarischen Abends mit Sky duMont und dem Armida Quartett (Foto: Oliver Killig) im Palais im Großen Garten.

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Vom Murmeltier zum Musiker

Wie Bill Murray nach Dresden kam – Oder: die Geschichte einer besonderen Freundschaft über den Wolken

Diese Geschichte ist einfach zu schön, als dass sie hier nicht nochmal erzählt werden müsste. Denn wie so oft schreiben der Zufall und das Leben eben einfach die besten Storys – und so muss denn wohl auch das Kennenlernen von Jan Vogler, dem Intendanten der Dresdner Musikfestspiele, und Hollywoodstar Bill Murray schicksalhaft gewesen sein. Im Flugzeug sind sich die beiden zum ersten Mal begegnet oder besser noch im Transitraum am Flughafen Berlin-Tegel, wo das Cello von Jan Vogler für Aufsehen beim Schauspieler sorgte.

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Der Striezelmarkt und die Liebe

Eine Dresden-Geschichte zum 3. Advent

Große weiße Flocken rieselten auf die Erde nieder und überzogen die Buden auf dem Dresdner Striezelmarkt mit einer weißen Schneeschicht, die wie Puderzucker aussah. Ich hatte mir gerade einen rot kandierten Apfel gekauft und blieb nun vor dem großen Karussell stehen, auf dem die Kinder lachend im Kreis fuhren. Wie lange war es her, dass ich selbst einmal so unbeschwert und voller Freude den Ritt auf einem der blanken Karussell-Pferde genossen hatte?

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Advent in der Neustadt

Eine Dresden-Geschichte zum 2. Advent

Die Straßen der Neustadt waren mit hellen Lichterketten geschmückt. Das verlieh dem Viertel einen Zauber, wie ihn nur die Weihnachtszeit heraufbeschwören konnte. Die Hände tief in den Manteltaschen vergraben, lief ich durch die Stadt, vorbei an liebevoll dekorierten Schaufenstern, in denen Weihnachtswichtel, Schneemänner und Sterne auf die schönste Zeit im Jahr einstimmen sollten. Ich war auf der Suche nach Geschenken und stellte wieder einmal fest, dass die Dresdner Neustadt besondere Faszination auf mich ausübte. Meine Großmutter hatte ihr halbes Leben in diesem Stadtteil verbracht, lange bevor er sich zum hippen Szeneviertel und zur Heimat kreativer Webdesigner entwickelt hatte. Meine Oma konnte aus ihrer Kindheit noch viele Geschichten aus dieser Gegend erzählen, denen ich bis heute gerne lauschte.

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Schumann und Vivaldi zwischen Schellack und Vinyl

Rundgang Durch die SLUB zur Langen Nacht der Wissenschaften

Die Lange Nacht der Wissenschaften ist ein Abend für Entdecker. Seit fast elf Jahren wohne ich direkt neben dem Campus der TU Dresden, doch als wir das Gelände 2014 zum ersten Mal nachts erkundeten, konnte ich kaum glauben, was für Technologien sich hier gleich nebenan in den Gebäuden verstecken. Dieses Mal haben wir uns die Sächsische Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek – kurz SLUB – vorgenommen.

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Ist Dresden eine literarische Stadt?

Die romantische Landschaft – oder: Warum nur wenige große Romane in Dresden spielen

Dresden ist als Kunst-, Architektur- und Musikstadt bekannt. Dieser Ruf halt bis heute weit über das Elbtal hinaus. Selten ist dagegen von Dresden als einer Literaturstadt die Rede. In einer neuen Serie widmen wir uns daher der literarischen Dimension von Dresden, wollen in Büchern, Gedichten, Briefen und Reiseberichten auf Spurensuche gehen, ins Gespräch mit Autoren kommen. In Teil 1 stellen wir uns dabei die Frage, wie literarisch Dresden wirklich ist. Ein Lesestück. Weiterlesen

Literarischer Winterspaziergang

Erläuterungen zum Elbmargarita-#instawalk über den Weißen Hirsch

Dicke, dunkle Wolken schieben den ersten Schnee des Jahres durch den Himmel über Dresden. Der Frost zwickt ungewohnt in die Nase. Die Standseilbahn ruht in tiefem Winterschlaf in ihrer Station auf der Bergbahnstraße am Weißen Hirsch. Nur vereinzelt sind an diesem Sonntagmittag Spaziergänger auf den Wegen in dem Viertel unterwegs. Es scheint tatsächlich ein magischer Ort zu sein, den Uwe Tellkamp 2008 zur Kulisse für seinen Roman „Der Turm“ erkor. Weiterlesen