Abschiedskonzert von Frühbeck de Burgos
Nach sieben Jahren verabschiedet die Dresdner Philharmonie Ihren Chefdirigenten Rafael Frühbeck de Burgos. Mit Konzerten am 11. und 12. Juni 2011 (je 19.30 Uhr) wird das Orchester zum letzten Mal mit ihm am Pult als Chefdirigent zu erleben sein, unter seiner Leitung wird Jean-Yves Thibaudet das Konzert für Klavier und Orchester von Camille Saint-Saëns spielen.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends wird Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 6 sein. Damit soll auch ein Stück weit der Weg in die neue Spielzeit bereitet werden, in der sich Gastdirigent Markus Poschner mit der Dresdner Philharmonie im Rahmen eines Beethoven-Zyklus noch intensiver mit Ludwig van Beethoven auseinandersetzen wird. Zugrunde liegen dieser Sinfonie die Eindrücke der Natur auf den Menschen. Besser gesagt auf den Stadtmenschen. Beethoven, der in Wien lebte, zog es immer wieder in die Natur. Dort fand er Ablenkung von seiner Krankheit. Dort störte ihn die zunehmende Ertaubung nicht. “Ist es doch, als ob jeder Baum zu mir spräche auf dem Lande: heilig, heilig!“ (NL)
Kleine Meerjungfrau macht Lust auf mehr
Regisseur Stefan Herheim bescherte den Dresdnern zur Premiere von Dvoráks „Rusalka“ an der Semperoper am 11.12. einen zauberhaften Abend. Der mehrfache Regisseur des Jahres (Opernwelt) zog die Zuschauer dabei von der ersten Minute an in das Geschehen vor berauschender Kulisse (Heike Scheel, Foto: Matthias Creutziger) hinein.
Der Stoff der kleinen Meerjungfrau wird bei ihm zu einer bilderreichen Erzählung, die sich vor allem im Spannungsfeld zwischen martialischer Männlichkeit und weiblicher Verführungskunst bewegt. Da wird die Nixe schon mal zur Hure, das Meer zum Großstadtbild umgedeutet – und doch verliert die facettenreiche Inszenierung nie ihren Ursprung, bleibt bei aller modernen (Um-)Deutung doch immer Bühnenmärchen.
Während Herheim die Vorzeichen von Hans Christian Andersens tragisch-schöner Geschichte verkehrt, indem er den Fokus auf den Wassermann, anstatt auf die Nixe legt, erscheint diese – ganz im Sinne der Psychoanalytik des 20. Jahrhunderts – als die Überfrau aus (unterbewussten) männlichen Wunschträumen, jene Nutte also, als die Rusalka zu Beginn und Ende des Stückes in Erscheinung tritt. Es geht, das ist nur unschwer zu erkennen, um das Begehren und gegenseitige Vernichten der Geschlechter.
Herheim, ohnehin nicht für abstraktes Minimaltheater bekannt, bringt diese Spannkraft des modernen Märchens in farbigen Bildern, mit allen Mitteln der Opernkunst auf die Bühne:
Der Vorhang hebt sich und offenbart eine Stadt vor den Augen der Zuschauer, aufgeregt huschen dort Menschen hin und her – die Szene wiederholt sich. Es scheint zunächst wie eine Ouvertüre ohne Musik. Als die Staatskapelle, unter der Leitung von Thomás Netopil, schließlich einsetzt, zeigt sich, dass jede Bewegung auf der Bühne exakt auf Dvoráks Musik abgestimmt ist. Scheint auch Tatiana Monogarova in der Partie Rusalkas stimmlich zunächst noch verlegen, so steigert sie sich bis zum letzten Akt zu Höchstleistungen. Georg Zeppenfeld sticht in der Partie des Wassermannes ebenso hervor, wie Tichina Vaughn als Hexe. Und auch der Staatsopernchor, geleitet von Pablo Assante, gibt musikalisch wie darstellerisch eine überzeugende Vorstellung.
So gerät die tschechische Version des dänischen Märchens von der „Kleinen Meerjungfrau“ in der Inszenierung des gebürtigen Norwegers zu einem durch und durch spannenden Opernabend – und macht am Ende nicht nur Spaß, sondern auch sehr viel Lust auf mehr.
Nicole Laube
Konzert der Musikfestspiele zum Advent
Der MDR Figaro überträgt bei “Figaro im Konzert« am 03. Dezember um 20.05 Uhr die Aufzeichnung eines Konzertes der Dresdner Musikfestspiele 2010 mit dem Russischen Nationalorchester in der Semperoper. Auf dem Programm standen Sergej Tanejews Sinfonie Nr. 4 c-Moll op. 12 sowie das Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 83 von Johannes Brahms. Solist war Emanuel Ax, die musikalische Leitung hatte Michail Pletnev.
Im Programm des MDR sind außerdem drei weitere Sendungen mit Jan Vogler: Am 05. Dezember wird in MDR Figaro ab 16.05 Uhr eine Kulturkonferenz zum Thema »Muss sich Kultur rechnen« mit Kulturschaffenden- und verantwortlichen aus dem Gewandhaus Leipzig gesendet. Dann erzählt Jan Vogler erzählt »Meine liebste Weihnachtsgeschichte«. In dieser Reihe, mit der Prominente auf die Festtage einstimmen, wird er in MDR Figaro zu hören und am 07. Dezember um 18.45 Uhr im MDR Fernsehen zu sehen sein. (NL)
St. Petersburger Pianisten in Dresden
Vier junge Pianisten aus der Hochbegabtenklasse des St. Petersburger Konservatoriums geben am 30. Oktober 2010 um 19 Uhr ein Konzert im Auditorium des Max-Planck-Instituts. Die 10- bis 17jährigen Pianisten spielen Werke von Bach, Tschaikowsky, Schumann, Chopin, Beethoven und Liszt. Das Staatliche Konservatorium in Dresdens Partnerstadt St. Petersburg gilt als eine der führenden Musikhochschulen Russlands.
Für den Kartenkauf im voraus muss der Kartenpreis (15 Euro, 10 Euro für Schüler und Studenten) auf das Konto von Aufwind Dresden mit dem Stichwort „Benefizkonzert“ bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, Kontonummer 3120001758, BLZ 850 503 00 überwiesen werden. Bei der Überweisung muss die Anzahl der gewünschten Karten, sowie der Name und die Telefonnummer des Kartenkäufers angegeben werden. Die bezahlten Karten liegen dann an der Abendkasse im Max-Planck-Institut bereit. Restkarten gibt es vor Ort ab 18 Uhr. (NL)
Klassik am Nachmittag zum Rathausjubiläum
Am 5. September lädt die Stadt um 15Uhr zum Seniorenkonzert „Klassik am Nachmittag“ in den Plenarsaal des Rathauses ein. Der 100. Geburtstages des Dresdner Rathauses wird dabei mit Werken von Robert Schumann, Carl Maria von Weber, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Richard Strauss und Antonin Dvorák gefeiert. Als Interpreten sind die Mezzosopranistin Tanja Donath und der Mädchenchor der Jugend und Kunstschule geladen. Sie werden von Cornelia Dill auf der Violine, Hans-Georg Dill auf dem Violoncello und Michael Schütze am Klavier begleitet. Der Eintritt für das Seniorenkonzert ist zwar kostenfrei, dennoch werden aber Eintrittskarten ausgegeben, da nur rund 300 Plätze zur Verfügung stehen. Die Tickets sind ab sofort an der Informationsstelle des Rathauses, Dr.-Külz-Ring 19, montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erhältlich. (NL)
Moritzburgfestival startet in Dresden
Das diesjährige Moritzburgfestival startet am kommenden Sonntag (08. August, 11Uhr) mit dem Eröffnungskonzert der Festival Akademie in der Gläsernen Maufaktur Dresden. Unter der Leitung der mexikanischen Dirigentin Alondra de la Parra werden die Studenten Beethovens “Eroica”, das berühmte “Adagio” von Samuel Barber und das “Songbook für Saxophon und Orchester” des Schweizer Komponisten Daniel Schnyder aufführen. Der Komponist wird dabei selbst als Solist mitwirken. Karten gibt es zum Preis von 25 Euro und 30 Euro unter Tel.: 0351 / 810 5495 und unter www.reservix.de (NL)
Wie die Dresdner Philharmonie mitteilte, fällt das Künstlergespräch am Freitag (2.7.) aus! Die Konzerte am Wochenende finden aber planmäßig statt.
Künstler im Gespräch bei der Philharmonie
Am 3. und 4. Juli sind die letzten Konzerte dieser Saison von der Dresdner Philharmonie im Kulturpalast zu erleben. So wird am Freitag (2.7.) die Veranstaltung “Künstler im Gespräch” auf ein musikalisches Wochenede einstimmen. Um 19.30Uhr geben sich dabei der Dirigent Marc Albrecht und der Violinist Thomas Zehetmair ein Stelldichein. Am Sonnabend (3.7.) und am Sonntag (4.7.) werden unter deren Leitung beim 9. Zykluskonzert Werke von Robert Schumann und Anton Bruckner erklingen. (NL)
Elektronisches vom Feinsten zur BRN
Im Rahmen der Bunten Republik Neustadt (BRN) wird Dresdens Tanzpublikum am 19. Juni mit einem Musikmix aus bestem Minimalelektro, Techno und House beehrt. Amac Garbe, ein Kopf des DJ-Projekts “Techtonische Plattenverschiebung”, wird dabei auf der Rothenburger Straße 13 aufdrehen. Um 22 Uhr geht es vor der Bühne von Laconic Records los. Der Fotojournalist wird dann für beste Tanzstimmung auf der Rothenburger sorgen. (NL)
Vortrag zu Robert Schumanns “Manfred”
Musikwissenschaftler Michael Heinemann wird am 17. Juni anlässlich des Schumann-Jahrs einen Vortrag zu Robert Schumanns Werk “Manfred” halten. «Etwas ganz Neues und Unerhörtes» wollte Robert Schumann schreiben, als er 1848/49 sein «dramatisches Gedicht» Manfred op. 115 auf den Text von Lord Byron komponierte. Das Werk vereint dramatische und oratorische Elemente. Seine Faszination liegt dabei gerade in dieser unklaren Position zwischen den Gattungen. – Michael Heinemann ist seit 2000 Musikwissenschaftler an der Hochschule für Musik Carl-Maria von Weber und hat bereits zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Musikgeschichte veröffentlicht. Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr in der Haupt- und Musikbibliothek, Freiberger Straße 35. Der Eintritt ist frei. (NL)
Elbargarita-Inszenierung des Monats:
“Anatevka” am Staatsschauspiel Dresden
Jerry Bocks Musical „Anatevka“ bringt jene Leichtigkeit auf die Bühne, an der es dem Staatsschauspiel lange fehlte – dabei mangelt es dennoch nicht an Tiefsinn.
Ohne Traditionen wäre unser Leben so unsicher, wie ein Fiedler auf dem Dach. – Wie alle Bürger im jüdischen Dorf „Anatevka“ lebt auch der arme Händler Tevje (Gerd Laubenthal) im Schatten von Traditionen, bis seine älteste Tochter Zeitel (Ulrike Schüler) dem Althergebrachten ein Schnippchen schlägt. Anstatt des wohlhabenden Fleischers Lazar (Thomas Mende) heiratet sie den armen Schneider Mottel (Paul Spittler) und gibt mit dieser Liebesheirat ein Beispiel, dass ihre jüngeren Schwestern unbedingt nachahmenswert finden: „Die Welt ändert sich, Papa!“
Fortan geraten in Anatevka die Traditionen ins Wanken. Doch gleichzeitig nimmt in einer Zeit der Revolutionen, Pogrome und Vertreibungen auch der äußere Druck auf das jüdische Dorf inmitten der Ukraine zu.
Mit viel Herz und merklicher Spielfreude bringt die Dresdner Bürgerbühne das berühmte Broadwaystück in Kooperation mit den Dresdner Kapellsolisten nach Elbflorenz. Unter der Regie Heidelinde Leutgöbs entstand dabei eine gleichfalls unterhaltsame wie nachdenkliche Inszenierung. Ohne modisch-abstrakt zu sein zeigt die Drehbühne (Renate Schuler) die ganze Welt eines Dorfes und weckt wohlige Erinnerungen an den Charme tschechischer Örtchen, während die Kostüme Sabine Hilschers Anspielungen auf die Gegenwart erahnen lassen. – Sind nicht wir alle dann und wann Fiedler auf dem Dach?
Nicole Laube
(erschienen in Hochschulzeitung “ad rem” am 02.06.2010)
Staatsschauspiel Dresden, wieder am 5.6. und 24.6. jeweils 19.30Uhr und am 27.6. 19Uhr
Uwe Tellkamp veröffentlicht neues Dresden-Buch
Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) meldete, wird der Dresdner Autor Uwe Tellkamp am 20. September dieses Jahres sein neues Buch veröffentlichen. Es soll “Die Schwebebahn – Dresdner Entdeckungen” heißen und im Inselverlag erscheinen. Die Neuerscheinung spielt laut Angaben der dpa nicht mehr auf dem Weißen Hirsch, wie noch “Der Turm”, sondern im Dresdner Viertel Johannstadt. Uwe Tellkamp, der 1968 in Dresden geboren wurde, verbrachte dort seine frühe Kindheit in einem Plattenbau, bevor die Eltern in eine Villa auf den Weißen Hirsch zogen. (NL)
Robert Schumann* Zitat der Woche (19):
“In Dresden blieben wir nun den 7ten und 8ten, in der Hoffnung, die Ungher und Moriani zu hören, die nicht erfüllt wurde. Wir sahen ein Schauspiel im Neuen Theater, das wohl eines der prachtvollsten der Welt ist; in einem schönen Gebäude fühlt man sich selbst viel veredelter, obwohl ein feiner Kunstsinn an der inneren Ausschmückung vielleicht einiges auszusetzen hätte.” (aus dem Tagebuch von 1841)
Celine Rudolph bekommt den Jazz ECHO
Ihre samtene Stimme und ihr Gefühl für brasilianische Timbre machten sie schnell in der deutschen Jazz-Szene bekannt. Nun hat die Sängerin Celine Rudolph am 5.Mai in Bochum den Jazz-ECHO in der Kategorie “Sängerin des Jahres national” verliehen bekommen. Seit 2003 leitet sie als Professorin die Jazzgesangsabteilung der Hochschule für Musik “Carl-Maria von Weber” in Dresden. Regelmäßig tritt sie seither auch bei diversen Jazz-Veranstaltungen in der Stadt auf. So wird sie mit ihren Kollegen von der Musikhochschule zum Beispiel im November wieder bei den Dresdner Jazztagen singen. Die Aufzeichnung der Jazz-ECHO-Verleihung wird am 8. Mai um 22.30Uhr im WDR-Fernsehen übertragen. (NL)
Homepage der Sängerin: www.celinerudolph.com
Robert Schumann* Zitat der Woche (18):
“Licht senden in die Tiefen des menschlichen Herzens ist des Künstlers Beruf.”
Robert Schumann* Zitat der Woche (17):
“Wir schieden v. Schandau ganz zufrieden und froh. Das Schönste stand uns noch bevor: die Aussicht von der Festung Königstein, wohl die schönste im Lande.” (aus dem Ehetagebuch vom 4. bis zum 11. Juli 1841)
*Schumann (1810-1856) war Komponist und lebte 1844-1850 mit seiner Familie in Dresden.
elbmargarita-Inszenierung des Monats:
Mozarts “Zauberflöte” an der Semperoper
Mozarts letzten Opernstreich nach 215 aufführungsreichen Jahren noch neu zu erwecken, bedarf einer gehörigen Portion Phantasie, etwas Mut und Interpretationsgeist.
Achim Freyer zaubert die Bühne symbolisch gelb, blau, grün oder rot und entführt die Zuschauer mit Licht- und Farbeffekten in eine bunt-abstrakte Märchenwelt. Dort kämpfen Tamino und der köstlich-treudoofe Papageno, gemeinsam mit dem gelb-erleuchteten Sarastro gegen die blau-düstere Königin der Nacht, um deren Tochter Pamina.
An Komik sollte es dabei – schon zu Mozarts Zeiten – nicht fehlen. Allein, wenn Papageno mit seiner Schwimmente die Bühne betritt, kribbelt es in den Mundwinkeln. Satirisch karikiert wird hingegen Sarastros Anspruch, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, indem er als weißer Halbgott, später in Jesuspose am Tisch seiner zwölf Diener sitzend, erscheint. Jedoch bricht bei der Konfrontation mit der ollen Königin, auch ihm ein Zacken aus seinem leuchtenden Kränzchen.
Über all dem schwebt erhaben und allbestimmend Mozarts Musik, die laute und leise Töne auf das feinste mit der Handlung abstimmt. Unter der Premierenleitung von Sebastian Weigle rührten Donnerschläge wie auch die volksliedhaften Arien heute sicher nicht weniger als vor 200 Jahren. Musikalisches Glanzstück der Oper ist natürlich wie eh und je die Kolloraturarie der Königin der Nacht.
Verpackt in schillernd bunte Kostüme und getragen von Mozarts Musik bleiben Witz, Anspruch sowie die Grundzüge der Oper trotz moderner Inszenierung erhalten. – Meister Mozart würde es sicher gefallen. (NL)
Wieder am 4., 7., 9., 21. und 22. Mai 2010 in der Semperoper Dresden
Infos unter: www.semperoper.de

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