Schwere Zeiten – für Bürger und Kabarettisten

ManFred Breschke und Philipp Schaller im flotten Schlagabtausch

Die Zeiten sind schwierig geworden. Das englische Volk wählt Europa ab, das Deutsche wählt die AfD – und das auch noch in zweistelligen Prozentziffern. Das stellt selbst gestandene Kabarettisten wie Manfred Breschke vor hehre Herausforderungen. „Sollen wir nach einem Wahlergebnis wie dem der AfD etwa auch so weiter machen wie bisher?“, fragt er in seinem neuen Programm „Wir werden’s euch besorgen“ zusammen mit Philipp Schaller.

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Doppelausstellung als Spiegel der Kulturstadt

KunstStudenten zeigen Kostümarbeiten – neben Musikerportraits von Matthias Creutziger

Schwungvolle Hüte, mittelalterliche Samtgewänder, glitzernde Roben der 20er Jahre und Kostüme aus Napoleons Zeit – im barocken Palais im Großen Garten treffen die Moden verschiedener Jahrhunderte gerade aufeinander wie vielleicht noch nie zuvor. Die Ausstellung „Zeitensprünge VIII“ von drei Jahrgängen des Studiengangs Kostümgestaltung der Dresdner Hochschule für Bildende Künste lädt dort bis 1. Mai dazu ein, kreative Querverbindungen zwischen Kunst, Mode und Theater zu erkunden.

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Von Mutti und den Mohrenköpfen

Breschke und Schuch servieren Spitzzüngiges in der „Striezelmarktwirtschaft“

Weihnachten kann 2015 ruhig ein bisschen eher beginnen. Schließlich lenkt die schöne Adventszeit alle Jahre wieder auch von echten politischen Problemen ab. Das tut allen gut – der Kanzlerin sowieso und dem Volk erst recht. So öffnete die „Striezelmarktwirtschaft“ am Kabarett Breschke und Schuch (Foto: PR) schon am Abend vor dem Buß- und Bettag. Allerdings trifft diese Show in Sachen Krisenpolitik anno 2015 ganz besonders schonungslos ins schwarze Herz der Republik.

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Be Careful!

Ein Streifzug über die OSTRALE

Sommer ist Kunstzeit. Dann öffnen sich die Räume des alten Erlweinschen Schlachthofareals hinter der Dresdner Messe seit neun Jahren für die OSTRALE. Dieses Mal präsentieren hier Künstler aus 37 Nationen unter dem Leitgedanken „Handle With Care“ ihre Werke. Stück für Stück wollen wir uns der Gegenwartskunst, die in der Ausstellung noch bis 27. September zu sehen ist, nun annähern. In einem kolumnistischen Impressionen-Rundgang:

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Universen aus Ölfarbe

Marie Athenstaedt zieht es zum Zeichnen in die Welt

Ihre Bilder zeigen Weltraumnebel in kraftvollen Farben, klares Ozeanblau gemischt mit sattem Gelb oder ganz in leuchtendem Rot gehalten. Sie sind geheimnisvoll, wirken irgendwie packend auf den Betrachter. Die Malerin Marie Athenstaedt möchte genau diese Ergriffenheit mit ihren Ölgemälden erzeugen. Die Kraft der Natur, die Weite des Himmels, die Unendlichkeit von Landschaften habe sie als Kind schon fasziniert, sagt sie.

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Beklemmende Aussicht auf brennende Ruinen

Yadegar Asisi gewährt den Blick auf „Dresden 1945“

Die Orientierung fällt schwer in diesem traurigen Panorama aus zerstörten Häusern, Kirchruinen und von Schutt bedeckten Straßen. Yadegar Asisis Blick auf „Dresden 1945 – Tragik und Hoffnung einer zerstörten Stadt“ im Panometer Reick ist wahrhaft schonungslos. So schonungslos, dass er echte Dresdner fast zu Tränen rührt. Vom Rathausturm schaut man auf die zerbombte Stadt. Als markante Punkte blieben nach dem Angriff am 13. und 14. Februar 1945 allein die ausgebrannte Kreuzkirche, die schon eingestürzte Frauenkirche und die Zitronenpresse auf dem Dach der Kunstakademie. An manchen Stellen steigen noch Rauchschwaden in den Himmel, woanders brennt lichterloh das Feuer.

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Eine Plattform für die Kunst

CYNAL verknüpft Zeitgenössische(s)

Freitagvormittag im Stadtteilhaus Dresden Neustadt, Raum Louise. Hier sitzen Katharina Groß und Katja Dannowski an einem großen Tisch, trinken Kaffee, lesen, diskutieren, planen. Die beiden jungen Frauen sind Teil eines kleinen Vereins, der sich der zeitgenössischen Kunst in Dresden verschrieben hat – und seit 2011 wächst und gedeiht.

Unter dem Namen „CYNAL – Neue Kunst im Dialog“ versuchen die derzeit rund 14 Mitglieder eine Schnittstelle für Künstler, Kunstinteressierte, Produzenten und Konsumenten sowie Dresdner Kunstorte zu schaffen, um diese besser miteinander zu vernetzen. „Wir wollen der Dresdner Hochkultur gegenüber geschlossener auftreten“, sagt Katharina Groß, die als Meisterschülerin an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste (HfBK) ganz sicher weiß, wovon sie spricht, wenn sie sagt: „Gerade die zeitgenössische Kunst wird vom Stadtmarketing gern vernachlässigt, das hat auch schon einige Künstler dazu veranlasst, aus Dresden wegzuziehen.“

Ziel von Cynal sei es, der zeitgenössischen Kunstszene in Dresden etwas mehr Dynamik zu verleihen. „Man muss erst einmal kommunizieren, dass Dresden eine junge offene Kunstszene hat“, sagt Katja Dannowski, Kunsthistorikerin und Kuratorin. Cynal hat es sich daher auf die Fahne geschrieben, Informationen über zeitgenössische Kunst in Dresden spartenübergreifend zu bündeln und selbst wiederum Diskurse in der Stadt anzuregen. Das schafft der Verein derzeit in erster Linie mit seiner Internetplattform www.cynal.de, die gleichzeitig Terminkalender und virtueller Diskussionsraum ist.

Es braucht in der Stadt mehr Kunstkritik, sind sich Katharina Groß und Katja Dannowski sicher und suchen mit Cynal daher auch nach Autoren für die Internetseite. Geeignete Texte und Essays können online eingeschickt werden. Sie dürfen alles behandeln, was mit zeitgenössischer Kunst in Dresden zu tun und eine gewisse gesellschaftliche Relevanz hat. Mit dem Themenfeld „Die Kunst geht nach Brot“ beispielsweise haben die Initiatoren von Cynal einen Diskurs angeregt, bei dem jeder Einzelne von ihnen wohl selbst mitreden kann. Es geht darum, welchen Produktionsbedingungen moderne Kunst unterliegt, welche Macht sie haben kann, aber auch welchen Mächten sie unterworfen ist.

Die Essays und Rezensionen werden auch in einem Printmagazin abgedruckt. Dieses ist erstmals im vergangenen Jahr erscheinen und soll auch anno 2013 herausgegeben werden. „Wir wollen damit auch eine Art Archivfunktion erfüllen“, sagt Katja Dannowski. Finanziert wird das Ganze mit Projektgeldern, Sponsoren sowie mittels Spendensammlung via Internet. Zwar reicht es noch kaum, um auch die Autoren zu bezahlen, jedoch bekämen diese immerhin die Möglichkeit, aktiv selbst ein „Experimentierfeld mitzugestalten, das stetig wächst“, sagen die beiden Künstlerinnen.

Kurz bevor sie sich im Raum Louise mit Blick auf die winterliche Landschaft der Radeberger Vorstadt wieder ihrer Organisationsarbeit widmen, verraten sie noch, wie der Name „Cynal“ eigentlich zustande kam: „Es war schwer, sich auf einen Namen zu einigen. Ich habe daher gesagt, jeder wirft jetzt einen Buchstaben in den Raum“, erzählt Katharina Groß. Bei einem Picknick im Albertinum sei es gewesen, wo die gefallenen Buchstaben anschließend hin- und her- und schließlich zum Kunstnamen CYNAL zusammengeschoben wurden – l’art pour l’art sozusagen.

Linktipp: www.cynal.de

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Einmal Barockzeit und zurück

Mythos statt Weltstadt im Panometer

Nein, das alte Rom ist in Dresden offenbar nicht so gefragt. Zu heimatverbunden sind die Bürger dieser Stadt – oder wie sonst sollte es zu erklären sein, dass sie nach nicht mal einem Jahr „Rom 312“ im Panometer Reick nun seit dem 1. Dezember 2012 wieder lustwandelnd auf das barocke Dresden hinabblicken? Dieses riesige 360-Grad-Panoramabild lockte unter dem Titel „1756 Dresden dem Mythos auf der Spur“ bereits von 2006 bis 2011 in das alte Dresdner Gasometer. Nun hat der Künstler und Architekt Yadegar Asisi seine dank intensiver Recherchen nahezu originalgetreue Dresdner Ansicht in Topografie und Figurendarstellung noch einmal überarbeitet.

Geblieben ist dabei der barocke Blick auf das Dresden in der Glanzzeit Augusts des Starken. Diese Rundumsicht, vom imaginären Turm der Katholischen Hofkirche im Herzen der Stadt aus gedacht, lässt den Besucher zeitweise tatsächlich glauben, er sei via Zeitmaschine nach Dresden um 1754 befördert worden. Die eigentliche Panoramafaszination wird dabei vorbereitet und ergänzt von einer musealen Rundtour durch die wichtigsten Fakten und Eckdaten des Augusteischen Zeitalters. In der Überarbeitung des Bildes liegt der Fokus nun aber nicht mehr nur auf der topografischen Erscheinung der Stadt, sondern auch auf deren Bewohnern. Mit viel Liebe zum Detail widmet sich Asisi dem Leben am sächsischen Hofe sowie dem Alltag der Bürger, Krämer, Fischer, Dienstboten und Handwerker Dresdens und verdichtet die Zeit zwischen 1695 und 1760 so zu einer Momentaufnahme des Dresdner Barock.

Wer sich Zeit nimmt, die zahlreichen Szenen des Panoramas zu studieren, der wird nicht nur das Rhinozeros Clara, sondern auch Hofnarr Joseph Fröhlich, die Gräfin Cosel, Sänftenträger, Waschfrauen und die Ankunft der Sixtinischen Madonna in der Dresdner Galerie entdecken. Die Reise in den Dresdner Barock wird dabei einzig und allein vom panometereigenen Tag-Nacht-Rhythmus – samt Nachtwächter, Feuerwerk, Gewittergrollen und Hahnenschrei – gestört. So müssen die optischen Streifzüge in Dresdens Geschichte für die allzu nah aufeinanderfolgenden Dunkelphasen oft unterbrochen werden.

Das Erlebnis an sich lohnt die Fahrt nach Reick allerdings allemal und lädt im Januar mit einigen Sonderführungen zudem zum extralangen Verweilen bei allerlei Geschichtlichem ein. So steht beispielsweise am 6. und 13. Januar (jeweils 15 Uhr) das Ferienprogramm „Von Händlern, Gauklern, Dieben und Heiligen“ für drei Euro Aufpreis zum Eintritt als kurzweilige Familienführung auf dem Programm. Ein „Sinnlicher Spaziergang“ durch das alte Gasometer entführt dagegen die Großen erstmals am 12. und 26. Januar (16 Uhr, Voranmeldung erforderlich) bei einem Glas Meißner Wein vor dem Panoramabild leibhaftig in das Genussleben der höfischen Barockgesellschaft. – Auf das Erlebnis der antiken Weltstadt Rom können die Dresdner und ihre Gäste angesichts dieser Barock-Renaissance wohl tatsächlich getrost verzichten.

Linktipp: www.asisi.de

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Kunst kennt keine Grenzen

Tschechisch-Deutsche Kulturtage starten

Mit Musik, Film, Puppentheater, Kabarett und Literatur starten die 13. Tschechisch-Deutschen Kulturtage vom 26. Oktober bis zum 13. November ein buntes, interkulturelles Programm in Dresden, Ústí nad Labem und der Euroregion Elbe/Labe. Insgesamt 73 Veranstaltungen laden dabei zum fröhlichen Kulturaustausch ein.

Musikalisch wird das Festival am 26. Oktober auf tschechischer Seite in Teplice eröffnet: Die Nordböhmische Philharmonie Teplice konzertiert unter der Leitung des Rektors der Dresdner Musikhochschule, Prof. Dr. Ekkehard Klemm. Stipendiatinnen der Brücke/Most-Stiftung und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes Bonn übernehmen die Soloparts im Konzertprogramm. In Dresden wird das Konzert am 11. November an der Hochschule für Musik zu hören sein.

Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Dresden-Ostrava sind die Fotoausstellungen „Ostrava“ des tschechischen Fotografen Viktor Kolá?s ab 26. Oktober in der Dreikönigskirche und „Selbstportraits aus Ostrava“ von Dita Pepe, einer in Ostrava lebenden Fotografin, ab 3. November im Sächsischen Staatsministerium der Finanzen zu sehen.

Während der Shuttle-Lesung „Prager Nacht“ am 29. Oktober werden die Besucherinnen und Besucher zu einem literarisch-dokumentarischen Streifzug durch Dresden eingeladen. Zwei Busse bringen das Publikum an zwölf ausgesuchte Leseorte. Dort tragen 13 professionelle Schauspieler zum Ort passende Kurztexte szenisch vor. Vom 20. bis 26. Oktober werden bei der 1. Tschechischen Filmwoche zudem hochkarätige Filme in den Dresdner Kinos Thalia und Programmkino Ost gezeigt.

Manfred Wiemer, Leiter des Amtes für Kultur und Denkmalschutz, freut sich auf das Ereignis: „Im März 1971 wurde die Städtepartnerschaft zwischen Dresden und Ostrava besiegelt. Es ist eine lebendige Verbindung entstanden, von der viele Bereiche des öffentlichen Lebens beider Städte profitieren. Die Tschechisch-Deutschen Kulturtage gehören fest zum jährlichen Kulturkalender in Dresden.“ (NL)

Linktipp: www.tschechische-kulturtage.de

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Hinter den Kulissen der Geburtenhauptstadt

Fotoausstellung über Dresdner Familien

Soll man der städtischen Statistikstelle Glauben schenken, dann ist Dresden inzwischen die geburtenreichste Stadt Deutschlands. Seit 2002 purzeln hier jedes Jahr immer mehr Babys ins Leben. Tendenz weiterhin steigend. Doch wie sieht der Babyboom in der Praxis aus? Pressefotograf Amac Garbe (4 Fotos oben; auch für den farbenfrohen Header bei elbmargarita verantwortlich) hat einen Blick hinter die Kulissen geworfen und Dresdner Familien in ihrem Lieblingszimmer abgelichtet. Einzige Bedingung: In den Familien musste mindestens ein Knirps im 21. Jahrhundert geboren sein. Entstanden ist daraus ein fortlaufendes Fotoprojekt, dessen kunterbunte Ergebnisse ab dem 15. Januar 2011 bei einer Ausstellung im „Au Cherie“ auf der Böhmischen Straße 18 in der Neustadt zu sehen sind. Die Vernissage dazu findet am 15. Januar um 16 Uhr statt. Und das ist noch nicht alles. Denn so wie die Dresdner Geburtenstatistik soll auch die Anzahl der ausgestellten Fotos weiterhin klettern – so dass nach und nach eine immer buntere Wand aus den Bildern und ein immer farbigerer Querschnitt durch das Dresdner Familienleben entsteht. Interessenten dürfen sich jeder Zeit beim Künstler melden und ebenfalls für ein Foto posieren. Frei nach dem Motto: Bitte recht freundlich, wir sind Kinderhauptstadt!

Linktipp: www.ein-satz-zentrale.de

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