Diese Show ist wie ein gutes Buch

Album des Monats Oktober: Bill Murray, Jan Vogler & Friends „New Worlds“

Konzert oder Lesung? „New Worlds“ ist keines von beiden. Das Programm von Hollywoodstar Bill Murray und Cellist Jan Vogler trägt eher die Züge einer Show. Allerdings ist es keine der Shows, die auf äußerlichen Glamour aus sind. Sie wirkt eher wie ein tiefsinniges Bühnenstück, das mitreißt, zum Träumen und Nachdenken anregt. Zusammen mit der Violinistin Mira Wang und Pianistin Vanessa Perez paaren die beiden in „New Worlds“ Texte von Mark Twain, Arthur Miller und Ernest Hemingway mit Kompositionen von Bach, Schubert oder Piazzolla. Entstanden ist das Ganze für die Dresdner Musikfestspiele, wo im Juni die Weltpremiere stattfand.

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Glückskonsum mit Nebenwirkungen

Leonard Bernsteins „Trouble in Tahiti“ bringt das Amerika der 50er Jahre auf Semper2

Das Leben könnte so schön sein wie in der Reklame, wenn es die Realität nicht gäbe. Dass die oft schonungslos mit der bunten Welt aus Liebesfilmchen und Werbefernsehen aufräumt, zeigt Leonard Bernsteins Kammeroper „Trouble in Tahiti“ (1952), die in der Regie von Manfred Weiß am Samstag (30.9.) Premiere auf Semper2 feierte.

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Inspiriert von der Elbe

Silvana Mehnert singt bei der A-cappella-Band „medlz“ – und legt als „Miss Rockester“ jetzt ihr zweites Soloalbum vor

Mit der Dresdner A-cappella-Band „medlz“ steht Silvana Mehnert auf der Bühne, seit sie denken kann. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern der Gruppe, die sich 1999 aus dem Philharmonischen Kinderchor Dresden formierte. Parallel dazu hat die 37-Jährige jedoch schon immer gern an eigenen Songs geschrieben, wandelte in verschiedenen Projekten ab und zu auf Solopfaden. Unter dem Namen „Miss Rockester“ (Foto: Robert Jentzsch) hat sie sich vor etwa fünf Jahren dann einen lang gehegten Traum erfüllt und 2014 die erste Solo-CD veröffentlicht.

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Rohe Diamanten

Die 5. Dresdner Meisterkurse Musik klingen mit zwei spannungsvollen Konzerten aus

Das neue Semester an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber beginnt erst in einer Woche – und doch sind die Räume am Wettiner Platz bereits mit Musik erfüllt. Sechs Tage lang trafen bei den 5. Dresdner Meisterkursen Musik (DMM) vom 11. bis 16. September Studenten und Dozenten aus der ganzen Welt zusammen, um unter dem Motto „Schau-Spiel-Kunst“ an Interpretationen (Foto: PR/Ronny Waleska) zu feilen und musikalische Diskurse anzustoßen.

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Musik begreifen lernen

ein inspirierender Tag bei den Meisterkursen Musik an der Musikhochschule Dresden

Und dann sitzt man plötzlich mittendrin, in einem der Dresdner Meisterkurse Musik an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber. Als Laie unter Musikern, denn die Kurse kann man auch als Zuschauer besuchen – und das ist äußerst empfehlenswert. Tatsächlich gibt es in den Stunden, die junge Musiker hier bei renommierten Interpreten (Foto: Ronny Waleska) absolvieren, viel zu lernen, mehr als jedes Konzert oder die Theorie in Büchern über Musik vermitteln könnten.

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Inszenierung im Musikalltag

Die Dresdner Meisterkurse Musik gehen unter dem Motto „Schau-Spiel-Kunst“ ins fünfte Jahr

Ein bisschen Stolz schwingt schon mit, wenn Prof. Dr. Florian Uhlig, Prorektor für Künstlerische Praxis der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber (HfM) die 5. Dresdner Meisterkurse Musik (DMM) eröffnet. Die stehen dieses Jahr unter dem Motto „Schau-Spiel-Kunst“ und wollen Grenzen zwischen Interpretation, Inszenierung und Authentizität ausloten. Dozenten und Studierende aus aller Welt treffen dabei vom 11. bis 16. September an der HfM zusammen, um Musik zu machen, spielerische Techniken zu verfeinern und im regen Austausch Diskurse anzustoßen.

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Ein Hoch auf Aschenputtel!

Hörtipp des Monats: Nils Mönkemeyer und die Bamberger Symphoniker unter der Leitung von Markus Poschner

Die Bratsche galt lange Zeit als das Aschenputtel der Streichinstrumente. Dabei steht sie den Stars im Konzertsaal in nichts nach: Sie kann lyrisch sein und melancholisch, singen und weinen, wild und zart sein – ist erdiger als die Geige und lebendiger als das Cello, wie der Bratschist Nils Mönkemeyer auf seinem aktuellen Album einmal mehr beweist. Zusammen mit den Bamberger Symphonikern unter der Leitung von Markus Poschner hat er darauf Werke von William Walton, Max Bruch und Arvo Pärt eingespielt, die jenen Aufbruch in die Moderne markieren, der auch die nachhaltige Emanzipation der Viola in den europäischen Konzertsälen beschreibt.

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Von oben gelenkt

Die Serkowitzer Volksoper mischt in „Orpheus in der Unterhose“ Gluck mit Offenbach

Wenn Götter sich ins irdische Glück einmischen, geht es hoch her. Denn „die da oben“ handeln aus sicherer Distanz zum Geschehen und wissen daher höchst selten, was den Menschen hier unten tief in seinem Herzen bewegt. Im besten Falle also wird aus einer derartigen Verstrickung ein ironisch launiges Sommertheater, an dem sich alle laben können. Ein solches ist Wolf Dieter Gööck und seiner Serkowitzer Volksoper auch im siebten Jahr geglückt. Erneut hat er für „Orpheus in der Unterhose“ (Fotos: Robert Jentzsch) zwei Musiktheaterstücke feinsinnig seziert und auf witzige freche Weise zu einem Neuen verwoben. Weiterlesen

Mitreißende Mischung

Kontraste fügten sich beim Konzert des Moritzburg Festivals am Sonnabend zu einem runden Ganzen

So verschieden wie die Charaktere der Musiker, die Jan Vogler beim Moritzburg Festival vereint, so unterschiedlich waren auch die Stücke im Konzert am Samstag (12.8.) in der ev. Kirche Moritzburg: Mendelssohns emotionales Klaviertrio d-Moll traf hier auf das spritzig lebendige Gitarrenquintett e-Moll von Luigi Boccherini und auf Brahms melancholisch facettenreiches Streichquintett F-Dur.

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So klingt Freundschaft!

Die Lange Nacht der Kammermusik beschert intensiven Musikgenuss zum Abschluss der Akademie beim Moritzburg Festival

Musik, Natur und Freundschaft sind die drei Kräfte, aus denen das Moritzburg Festival seit 25 Sommern seine besondere Energie schöpft. In familiärer Atmosphäre und idyllischer Umgebung wurde am Donnerstag (10.8.) auch die „Lange Nacht der Kammermusik“ zu einem kurzweiligen und doch intensiven Erlebnis: Sie bildet traditionell den Abschluss der Moritzburg Festival Akademie, bei der seit 2006 junge Talente aus aller Welt zusammentreffen. Weiterlesen