Die Seele zwischen Fingersätzen

Der Pianist Alexandre Tharaud führt uns tief ins Innere des Konzertbetriebs

Wir kennen Alexandre Tharaud als Pianisten, der auf den Konzertpodien weltweit zu Hause ist. Die Perspektive des Publikums, das aus dem Rang einen Blick auf die Finger des Solisten erhaschen will, ist uns vertraut, ebenso wie das Ritual eines Konzertabends. In seinem ersten Buch „Zeigen Sie mir Ihre Hände“ (Staccato Verlag) nimmt uns Alexandre Tharaud mit hinter die Kulissen der großen Säle dieser Welt. Der Franzose gewährt intime Einblicke in das Leben eines Spitzenmusikers und lässt uns in die Welt seiner Gedanken und Emotionen an einem „ganz normalen“ Konzerttag eintauchen.

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Glitzernde Klischees vom Kreuzfahrtdampfer

Die Staatsoperette tritt mit „Blondinen bevorzugt“ in große Fußstapfen

Dieser Titel verpflichtet: Mit „Blondinen bevorzugt“ (Foto: Pawel Sosnowksi) bringt die Staatsoperette Dresden einmal mehr Broadway-Glamour ins Kraftwerk Mitte. Wobei das mit dem Broadway eben so eine Sache ist. Denn weit berühmter als das Musical ist der gleichnamige Hollywoodstreifen aus dem Jahr 1953, dessen Kernbotschaft mit Marilyn Monroes lasziv unbeschwertem „Diamonds are a girls best friend“ vielfach gecovert bis heute im Ohr blieb.

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Sehnsuchtsapparat mit Alpenillusionen

Bei Toni Burghard Friedrich wird das „Weisse Rössl“ an der Staatsoperette zur Überraschungskiste

Die Sehnsucht der Großstädter nach Alpenidyll und klaren Bergseen scheint ungebrochen. Zur Not verschafft jedoch auch schon eine schnoddrige Berliner U-Bahnkneipe mit jodelndem Putzmädchen die nötige Abwechslung vom Alltag. Ja, der Wolfgangsee ist in der Neuinszenierung von „Im Weissen Rössl“ (Fotos: Pawel Sosnowski) an der Staatsoperette Dresden allenfalls eine schmutzige Hauptstadtpfütze – und doch zeigt Regisseur Toni Burghard Friedrich bei seinem Debüt am Haus eine herzerfrischend humorvolle Lesart des populären Bühnenschlagers.

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Vergessene Perlen aus Musik, Literatur und Film

Die Dresdner Philharmonie geht zum Tag der Deutschen Einheit auf Spurensuche

Es ist schon fast eine kleine Tradition: Seit drei Jahren widmet sich die Dresdner Philharmonie immer um den Tag der Deutschen Einheit herum mit einem thematischen Schwerpunkt dem Musikschaffen in der DDR. Dieses Mal steht am 2. und 3. Oktober das Werk des Komponisten Christfried Schmidt im Mittelpunkt. Geboren 1932 in der Oberlausitz, absolvierte er zunächst ein Kirchenmusik-Studium in Görlitz, bevor es ihn als Schauspielkapellmeister nach Quedlinburg verschlug. „Dort hat er angefangen zu komponieren und viele Partituren verfasst, von denen bis in die 1970er Jahre hinein fast keine einzige aufgeführt wurde“, erklärt Dramaturg Jens Schubbe, der die Thementage Ost-West der Dresdner Philharmonie inhaltlich verantwortet.

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Opernfest für alle im Zentralwerk

Die OFF-Operngruppe szene12 feiert in ihrem zehnten Jahr ein Minifestival um Dvořáks „Rusalka“

Im Zentralwerk Pieschen sind die Stuhlreihen schon aufgestellt, auf der Bühne werden die letzten Handgriffe erledigt. Gleich beginnt die erste Hauptprobe der freien Operngruppe szene12 für ihre aktuelle Produktion von Antonín Dvořáks „Rusalka“, die am 25. August Premiere feiert. Bei einem Kaffee in der Probenpause nimmt sich der Dirigent Matthew Lynch Zeit, ein bisschen Vorfreude zu wecken.

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Musikalische Sternstunde bei Vollmond

Moritzburg Festival fesselt mit Spielfreude und Entdeckungen

Überraschungen und energievolle Interpretationen in nahezu familiärer Atmosphäre weiß das Publikum beim Moritzburg Festival schon immer zu schätzen. Das Konzert am Mittwoch (18.8.) wurde zu einem besonderen Glücksfall, begann es doch bereits mit einem Höhepunkt und endete mit einem expressiven Feuersturm.

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Im Sturm der Emotionen

Schubert trotzt dem Regenguss beim Moritzburg Festival

Der Sommerabend (10.8.) schien perfekt. Ein laues Lüftchen über der Schlossterrasse, während die Sonne sich golden hinter den Teichen niedersenkte. Wie gemacht für ein Open-Air-Konzert beim Moritzburg Festival. Zum Auftakt des Abends verführte Sergej Prokofjews Ouvertüre über Hebräische Themen op. 34 mit fast exotisch anmutendem Klezzmer-Charme. Mira Wang, Kevin Zhu (Violine), Karoline Errera (Viola), Bruno Philippe (Violoncello), Pablo Barragán (Klarinette) und Wu Qian (Klavier) ließen das in der Kammermusikfassung sonst selten gespielte Werk mit leidenschaftlichem Esprit brodeln, leichtfüßig und doch kontrastreich.

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Sommerlicher Streaming-Marathon aus Sachsen

Bei der Aktion „Music from Saxony“ zeigen 64 Künstler und Ensembles mit virtuellen Auftritten die kreative Vielfalt im Freistaat

Der Winter war lang und dunkel für die Kulturbranche. Ein Projekt des Freistaats Sachsen möchte nachträglich noch etwas Licht spenden und ermöglicht es 64 sächsischen Musikern und Ensembles, auf Kosten des Freistaats ein Streamings-Konzert zu organisieren. Vom 10. Juli bis 12. August 2021 betreten sie also noch einmal die Livestream-Bühne, um auf der internationalen Streamingplattform Dreamstage unter dem Motto „Music from Saxony“ die kreative Vielfalt Sachsens zu präsentieren. Die Zuschauer dürfen sich dabei täglich jeweils um 19 und 21 Uhr auf sächsische Performances aus den Bereichen Klassik, Jazz, Rock, Pop, Weltmusik sowie auf musikalische Lesungen und einen virtuellen Theaterabend freuen.

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„Wie gern unterhielte ich mich mal wieder mit Ihnen!“

SLUB erwirbt umfangreiche Clara-Schumann-Korrespondenz

„Sehr verehrte Frau Schumann! Wie leid es mir that, Sie in Berlin nicht mehr zu sehen, kann ich Ihnen nicht sagen; ich hätte Ihnen so gern Alles, was mich damals in musikalischer Beziehung erregte, ausgekramt, und mir von Ihnen Rath, Urtheil, Ermahnung – auch ein bisschen Beruhigung vielleicht – geholt …“, schrieb der Pianist, Komponist und Dirigent Ernst Rudorff (1840–1916) am 16. Juni 1861 an Clara Schumann. Es sind Zeilen, die so vieles über die Freundschaft Rudorffs zu seiner ehemaligen Klavierlehrerein erzählen, davon, wie er sie schätzte, zu ihr aufsah, auch wie vertraut er ihr war.

Ernst Rudorff 1861 an Clara Schumann
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Changieren zwischen Mensch und Tier

Dresden Frankfurt Dance Company präsentiert „Hollow Bones“ in Hellerau

Mit einem zweiteiligen Ballettabend kehrt nach langer Zeit nun auch die Dresden Frankfurt Dance Company nach Hellerau zurück. Die Premiere der Choreografie „Hollow Bones“ von Jacopo Godani (Foto: Dominik Mentzos) in Kombination mit William Forsythes Klassiker „Quintett“ sollte ursprünglich bereits im November auf die Bühne kommen – und wird nun zum tänzerischen Sommervergnügen.

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