Das Märchen von der Freiheit

Regisseur Keith Warner hinterfragt Busonis „Doktor Faust“ an der Semperoper neu

Die Legende vom strebenden Nimmersatt Dr. Faustus wird immer dann besonders interessant, wenn die Welt aus den Fugen gerät. Dann erinnern wir uns an den Dichterfürsten Goethe und den Teufelspakt in seinem berühmten Drama, bemühen Zitate und versuchen, im vermeintlichen Unheil das Gute zu finden. Die Semperoper Dresden serviert mit Ferruccio Busonis Oper „Doktor Faust“ (Fotos: PR/Jochen Quast) in der Inszenierung von Keith Warner nun eine neuerliche Annäherung an den Stoff – und malt dabei fast märchenhaft mystische Bilder zur packenden Musik des Italieners.

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Philharmonische Märchenstunde

Marita Erxleben inszeniert eine arabische Märchenoper mit der Dresdner Philharmonie

Mit Tanz hat alles angefangen. Marita Erxleben ist ausgebildete Tänzerin und Choreografin, betreibt in Potsdam ihre eigene Tanzakademie. Doch eines Tages entdeckte Tobias Wellemeyer, damals Intendant am Potsdamer Theater, noch eine andere Seite in ihr. „Theater und Regie haben mich immer schon gereizt, er hat diese Leidenschaft in mir wachgerüttelt“, erzählt sie. Das war 2009 – und seitdem hat Marita Erxleben (Foto: PR/Johanna Gerritsen) viele Stücke für Kinder- und Jugendtheater inszeniert, darunter eine Oper an der Kammerakademie Potsdam. Dort lernte sie auch Frauke Roth, die Intendantin der Dresdner Philharmonie, kennen, die sie nun für ein besonderes Projekt nach Dresden einlud.

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Lüge und Eifersucht im Traumreich des Nichts

Verdis „Otello“ als Koproduktion mit den Osterfestspielen Salzburg an der Semperoper

Der Sturm braust gewaltig vor der Küste Zyperns. Doch „Otello“, Befehlshaber der venezianischen Kriegsflotte, ist immer Herr der Lage. Er trotzt den Naturgewalten, doch seine Eifersucht bringt den Mohren bald schon vollends aus der Fassung. Liebe, Missgunst und verletzte Eitelkeiten, begünstigt durch das Gefühl, vielleicht nie ganz dazuzugehören – all das sind Emotionen, die in Guiseppe Verdis Oper „Otello“ (Foto: PR/©Forster) die Leidenschaften zum Brodeln bringen und Otello am Ende doch auf tragische Weise in die Knie zwingen.

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Musikalische Brücken nach Belgrad und Ljubljana

Pianistin Mirjana Rajic engagiert sich für ein trinationales Projekt am Landesgymnasium für Musik

Mirjana Rajic wusste schon als Kind, dass sie Pianistin werden will. Die zarte, aber energievolle junge Frau (Foto: PR/Matthias Creutziger) brennt für die Musik – und sie liebt es, diese Leidenschaft an junge Musiker weiterzugeben. Seit 2015 leitet die gebürtige Serbin die Klavierabteilung am Landesgymnasium für Musik Carl Maria von Weber und engagiert sich sehr, ihren Schülern mit Meisterkursen oder Konzerten auch außerhalb des Schulbetriebs wichtige Erfahrungen zu vermitteln. Weiterlesen

Gefangen zwischen Hoffnung und Angst

Grigori Frids Mono-Oper „Anne Frank“ aN den Landesbühnen Sachsen

Ein Koffer, ein Tisch, ein Stuhl. Viel ist Anne Frank nicht geblieben im Hinterhaus, in dem sie sich mit ihrer Familie von 1942 bis 1944 vor der Gestapo verstecken musste. Im Koffer befinden sich auch ein Stift und jenes berühmte Tagebuch, das nach dem Zweiten Weltkrieg weltweit verlegt, verfilmt und auf Theaterbühnen aufgeführt wurde. An den Landesbühnen Sachsen lässt Sängerin Miriam Sabba (Foto: PR/Hagen König) die Zeilen in einer Momo-Oper des russischen Komponisten Grigori Samuilowitsch Frid (1915-2012) nun abermals lebendig werden.

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Unbeschwerte Klassiker

Hörtipp des Monats: Norbert Anger spielt Haydn und Mozart

Zweimal Haydn, einmal Mozart. Der Dresdner Cellist Norbert Anger hat sich auf seinem neuen Solo-Album ganz der Wiener Klassik verschrieben. Mit der jüngst beim Label Querstand erschienenen Aufnahme erweisen er und die Dresdner Kapellsolisten unter der Leitung von Helmut Branny dem Siegeszug des Cellos als Soloinstrument eine musikalische Referenz – und zwar so leicht und unbeschwert, dass man kaum widerstehen kann.

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Jazz-Party in der Traumfabrik

Die Operette bringt mit „Wonderful Town“ das New York der 30er Jahre ins Kraftwerk

Von Dresden nach New York träumte sich die Staatsoperette bereits in ihrem Neujahrskonzert 2016. Zehn Tage vor Silvester wurde diese verheißungsvolle Sehnsucht nach der Neuen Welt nun mit der ersten Musicalpremiere im Kraftwerk Mitte ein Stück weit eingelöst. Intendant Wolfgang Schaller und Regisseur Matthias Davids haben sich dazu auf die Suche nach dem Besonderen begeben – und ein bislang in Deutschland kaum gespieltes Werk gefunden, das Leonard Bernstein 1953 als Liebeserklärung an seine Heimat New York komponierte: „Wonderful Town“ erzählt die typisch amerikanische Geschichte der Schwestern Eileen und Ruth, die aus dem provinziellen Ohio in die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten kommen, um ihr Glück zu finden.

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Zurück an die Semperoper

Dirigent Moritz Gnann im Interview

Moritz Gnann ist seit der Saison 2015/16 Assistant Conductor des Boston Symphony Orchestra. Der junge Dirigent (Foto: PR) studierte bis 2007 unter anderem an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber bei Ekkehard Klemm und Christian Kluttig. Nun kehrt er für zahlreiche Gastspiele mit der Sächsischen Staatskapelle nach Dresden zurück. Im elbmargarita-Interview erzählt er, wie sich das anfühlt und welche Projekte er darüber hinaus noch plant.

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Fröhliche Feststimmung

Hörtipp des Monats: „Schneemann baun und Schneeballschlacht“ von den medlz

Die Weihnachtskonzerte der Dresdner A-cappella-Band „medlz“ gehören bundesweit seit Langem zu den stimmungsvollen Höhepunkten im Advent. In diesem Jahr würzen die vier Sängerinnen die Vorfreude aufs Fest zudem noch mit einem neuen Album, das speziell für Kinder konzipiert ist, aber auch bei den Großen sicher rasant Freude auf Weihnachten wecken wird.

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Mit Selbstironie mitten ins Zentrum

Die Staatsoperette eröffnet mit „Orpheus in der Unterwelt“ den Saal im Kraftwerk Mitte

Voilà, der Vorhang im Kraftwerk Mitte ist gefallen. Nach jahrelangem Hickhack dürfte die Eröffnung des neuen Kulturzentrums für die Staatsoperette und das Theater junge Generation eines der größten Weihnachtsgeschenke sein. Ein Geschenk, über das wohl nur wirklich gestandene Kritiker meckern können: Zu harmlos, eindimensional, verschenkt, ironiefrei und lahm sei die erste Premiere der Dresdner Staatsoperette auf der neuen Bühne, urteilen die über Arne Böges Inszenierung von Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ (Fotos: PR/Stephan Floß) heute in den Feuilletons. Dabei haben Wolfgang Schaller und sein Ensemble mit diesem Stück zur Einstimmung auf eine neue Theater-Ära im Zentrum doch mitten ins Schwarze getroffen!

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