Drei Diener und neue Herausforderungen

Die Serkowitzer Volksoper plant und probt trotz Corona – und hofft auf finanzielle Unterstützung

„Ja, wir wollen spielen!“, ist die entschiedene Ansage der Serkowitzer Volksoper um Regisseur Wolf-Dieter Gööck. Trotz oder wegen Corona hält die freie Theatergruppe an ihrer Sommerproduktion, der nunmehr zehnten, in der Saloppe Dresden fest. Lachen kann schließlich nur gesund sein. Erst recht, wenn das Stück „Diener dreier Herren – eine unkorrekte Schaubudenoper“ heißt und erneut den Menschen in seiner ganzen historischen Unvollkommenheit aufs Korn nimmt. „Bezüge zur Gegenwart sind kein Zufall, das Publikum soll auch die heutige Gesellschaft in unseren Stücken gespiegelt sehen“, sagt Milko Kersten, der als musikalischer Leiter seit Jahren dem Minimalorchester „Musi nad Labem“ vorsteht.

Mit der literarischen Vorlage des „Don Quijote“, Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, Renaissanceklängen aus Spanien und zarten Anleihen von Paul Dessau geht es dieses Mal zurück zu den Wurzeln der Schaubude auf einer Reise quer durch die Jahrhunderte. Im Mittelpunkt der wunderbar bunten Welt des Zirkuswagentheaters stehen dabei mit Sancho Pansa, Leporello und Matti die Diener dreier aus Literatur und Musik nicht unbekannter Herren: Don Quijote, Don Giovanni und Puntila. Diese Diener also lassen ihrem Frust bei einer feuchtfröhlichen Stammtischrunde freien Lauf und bringen so in Gang, was der Dresdner als unkonventionelles Musiktheater unter freiem Himmel seit zehn Jahren zu schätzen weiß.

Serkowitzer Volksopernfreunde ahnen an dieser Stelle bereits, wo das hinführen kann. Allen anderen sei gesagt: So wunderbar bunt, unterhaltsam und herzerfrischend haben Sie Oper noch nie erlebt! In das bewährte Ensemble aus Julia Böhme, Dorothea Wagner, Claudius Ehrler und Cornelius Uhle mischt sich mit der Berliner Mezzosopranistin Paula Götz dieses Jahr ein Neuzugang, der seit 2016 an der Dresdner Hochschule für Musik Gesang studiert. Die gebürtige Bautzner Modedesign-Studentin Resi Gappel zeichnet erstmals für das farbenfröhliche Kostümbild verantwortlich – und musikalisch sorgen neben Milko Kersten Karina Bellmann, Daniel Rothe und Dietrich Zöllner für Atmosphäre.

Corona sei Dank bleiben natürlich auch den Serkowitzern einige Basteleien und Schiebereien nicht erspart. So hebt sich der Vorhang für die erste von insgesamt zehn Vorstellungen nun am 17. August – also statt vor, erst nach den sächsischen Sommerferien. Nach derzeitigem Stand der Dinge werden von ursprünglich 150 diesmal nur etwa 40 bis 50 Plätze im regensicher überdachten Freilufttheater besetzt sein dürfen. Der Kartenvorverkauf startet in der kommenden Woche.

Umso wichtiger ist für das Gelingen schon jetzt die Hilfe des Publikums. Via Crowdfunding dürfen Freunde der unkonventionellen Opernkunst ab sofort fördern und spenden. Zum Konto geht’s hier.

Info: „Diener dreier Herren – eine unkorrekte Schaubudenoper“ von der Serkowitzer Volksoper, ab 17. August in der Saloppe Dresden, Tickets gibt’s hier

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