„Dresden hat viele Lieblingsorte parat“

10 Jahre – 5 Fragen: Thomas Schuch im Jubiläumsinterview (1)

Das Onlinemagazin elbmargarita.de feiert Zehnjähriges – und schenkt sich selbst eine kleine Fragerunde. Die Künstler der Stadt sind zur virtuellen Blogparty eingeladen und gratulieren per Interview. Heute antwortet auf Hochdeutsch und Sächsisch der Berliner Kabarettist Thomas Schuch (Foto: Elisa Schuch-Wiens) vom Dresdner FriedrichStaTTPalast:

Thomas Schuch: Jubiläum, 10 Jahre Elbmargarita – den allerherzlichsten Glückwunsch, alles Gute und vor allem: Gesundheit. Gesundheit für ein Online-Magazin? Warum nicht? Schließlich sind auch online Viren unterwegs, dagegen braucht man gute Abwehrkräfte, sprich eine digitale Gesundheit. Bleibt so stil- und geschmackvoll!

Vielen Dank! Fangen wir also an: Stelle dich in drei Sätzen selbst vor!
Ich bin Thomas Schuch, seit einundzwanzig Jahren Betreiber unseres kleinen gemeinnützigen Theaters „Dresdner FriedrichstaTT Palast“, der bis zum Namenswechsel 2019 „Dresdner Kabarett Breschke & Schuch“ hieß. Seit knapp dreißig Jahren lebe ich in Dresden, das heißt, bald den größeren Teil meines Lebens. Natürlich liegt das an dieser Stadt und den Menschen hier. In Berlin geboren und dort aufgewachsen, habe ich nach der POS KFZ Schlosser gelernt und in diesem Beruf vorrangig gearbeitet. Dann Abitur auf der Abendschule und 1985 bis 89 Schauspielstudium an der „Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch“ Berlin. In Dresden lebte und lebe ich also mein Schauspielerleben. Dresden eben – was soll ich da noch sagen – zweite Heimat.

Dein Lieblingsort in Dresden ist …
Mein Lieblingsort in Dresden. Das ist jetzt mal eine Frage … Dresden hat ja den Vorteil, sehr viele Lieblingsorte parat zu haben. Schön, dass ich mich da nicht auf einen festlegen muss. Je nach Gemütslage ist für jeden Thomas Schuch etwas dabei – also gut: Das Kino in der Fabrik.

Was verbindet dich mit der Stadt?
Mich verbindet mit der Stadt, was mich zugleich von ihr trennt. Wer kann sie beschreiben, diese Mischung aus Zuvorkommenheit und dem „ich war zuerst da“ Anspruch? Die unglaubliche Hilfsbereitschaft, Herzlichkeit und man kann sagen Zärtlichkeit der Dresdner, bei gleichzeitig unerbittlichem „s glatscht glei“.

Ich mache hier ein Geständnis Leute:
Die klipp und klare Berliner Backpfeife und „denn is aber och wieder jut“ – Mentalität macht mir manchmal Heimweh. Aber das Heimweh nach Dresden, bin ich eine Weile nicht hier, ist genau so groß.

An welchem Projekt arbeitest du gerade?
Ich arbeite gerade an zwei kommenden Premieren bis zum Sommer, wenn wir hier durchkommen, jedoch auch und gerade in der Zeit der Krise am hübschen Web-Auftritt fürs Theater. Wenn es Web-Designer gibt, die uns dabei unterstützen könnten, wäre das eine echte Hilfe in der Not …

Was macht dir in der Corona-Krise Mut?
Tut mir leid, da habe ich keine bessere Antwort – was soll mir Mut machen? Die Senioren im Supermarkt ohne Mundschutz und auf Tuchfühlung? Also ehrlich: „Gor nüscht.“

Übrigens: Den sächsischen Dialekt habe ich hier nicht verwendet, um mich über diesen lustig zu machen. Die tiefere Bedeutung der Worte „gar nichts“, kann weder Hochdeutsch, noch irgend ein anderer Dialekt beschreiben. Nur „gor nüscht“ erfasst den wahren Abgrund vom „Nichts“.

Vielen Dank für das nette Interview!

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