Offene Ateliers

Die Studenten der HfBK laden zum heißen Kunstsommer ein

Im Foyer des Labortheaters grüßt ein lebensgroßer Elefant mit dem Rüssel. Im Hof der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) in der Güntzstraße dringt Musik aus einem bunten Zirkuszelt. Ballettmädchen, Tiere und allerhand phantasievolle Figuren spazieren über die Wege, halten Schilder hoch, grüßen die Besucher und gehen unbeirrt weiter. Diese bunte Zauberwelt ist kein Traumbild, sondern das Ergebnis eines ganzen Studienjahres und Teil der Jahresausstellung der HfBK, bei der sich die Fachrichtungen bis 21. Juli noch an allen drei Standorten mannigfaltig präsentieren.

Sommerfest in der Güntzstraße am 13.7.

Zum Auftakt der Semesterferien feiern die Dresdner Kunststudenten auf diese Weise den Sommer und die Kunst. Sie öffnen ihre Ateliers und laden Dresden ein, Arbeiten von Malerei, Skulptur bis hin zu Maskenbild und Theatermalerei zu erkunden.

Jahresausstellung Pfotenhauer Straße

Die angehenden Restauratoren geben auf geführten Rundgängen Einblicke in ihre Arbeit, während an der Brühlschen Terrasse oder auf der Pfotenhauer Straße die Bildenden Künstler ihre Werke zeigen. Da finden sich Skizzen und Studien ebenso wie bereits bewertete Semesterarbeiten, die einen Einblick in die tägliche Arbeit an der Hochschule gewähren.

Jahresausstellung Brühlsche Terrasse

Kaum möglich, das Spektrum der Ausstellungen an allen drei Hochschulstandorten von der „Güntz“ über die „Pfote“ bis hin zum Hauptgebäude an der Brühlschen Terrasse in wenigen Sätzen auf einen Nenner zu bringen. Vielmehr ist hier entdecken das Credo, staunen, rätseln und eintauchen in die Werke der jungen Künstler, die von Dresden aus in ein paar Jahren vielleicht in die Welt strömen.

Jahresausstellung Güntzstraße

Nur so viel lässt sich sicher sagen: Es ist eine faszinierende Welt. Nirgends in der Stadt stehen die Türen der Ateliers sonst so weit offen wie in diesen Sommerwochen an der HfBK. Selten trifft man Künstler so nah und zum Gespräch bereit, während sie liebevoll gekochten Kaffee in bunt zusammengewürfelte Porzellantassen ausschenken.

Jahresausstellung Brühlsche Terrasse

In den Gängen werden noch letzte Hinweisschilder geklebt, die Besucher indes schlendern durch die Räume mit farbverspritzen Böden, bleiben vor den Exponaten stehen, gefesselt von einer Farbzusammenstellung, Technik oder einfach der Idee. Da, wo Kunst Alltag ist, verliert sie jede Distanz zum Betrachter. Was nicht heißt, dass alles gefallen muss.

Jahresausstellung Pfotenhauer Straße

Jeder findet seine Favoriten, eigene Interpretationen. Und diese Jahresausstellung zeigt auch, dass die HfBK kein Elfenbeinturm im Herzen einer kunstseligen Stadt ist: Proteste gegen kulturkritische Wahlprogramme durchweben die Ausstellung dieses Mal wie ein roter Faden, sei es durch ein Transparent oder bloß einen Sticker am Wandspind.

Kunst-Protest oder Protest-Kunst?

Die Sorgen der jungen Künstler sind verständlich, insbesondere wenn man sich die Geschichte der Hochschule vor Augen führt. „Hört die Signale. Die HfBK 1933“ heißt daher eine zusätzliche Ausstellung von Studenten und Lehrenden der Fachrichtung Theatermalerei, die gestern (17.7.) eröffnet hat und bis zum 17. August 2019 das „Gedenken an alle Studierenden der Kunst- und Kunstgewerbeakademie, die sich der nationalsozialistischen Politik widersetzt haben“, in den Fokus rückt. Mit der Eröffnung der jährlichen Diplomausstellung am morgigen Freitag (19.7.) ist die Trias dann komplett – und der Kunstsommer in Dresden am Brodeln.

Tipps kompakt:

  • Jahresausstellung der HfBK vom 12. Juli bis 21. Juli, tägl. 11–18 Uhr an allen drei Standorten
  • Diplomausstellung der HfBK vom 19. Juli bis 1. September, Die. bis So. 11– 18 Uhr im Oktogon, Brühlsche Terrasse
  • „Hört die Signale“ vom 17. Juli bis 17. August, Die. bis So. 11–18 Uhr im Senatssaal, Brühlsche Terrasse

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2 Kommentare

  1. Hey zusammen,
    die „offenen Ateliers“ in Dresden sind immer besonders sehenswert. Auch die Galerie Inspire Art ist jedes Jahr dabei und freut sich über das Publikum an diesem Abend. Im kommenden Jahr ist eine Sonderausstellung geplant. Ich bin definitiv wieder dabei. Danke auch für diesen tollen Artikel.
    Helena H.

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