Blütenzauber

Osterspaziergang an der Elbe

Sie gingen am Elbufer entlang, still nebeneinander her. Der sanfte Fluss der Elbe spiegelte die Silhouette der Stadt. Die Sonne wärmte die Erde und nur ein laues Lüftchen erinnerte von Zeit zu Zeit daran, dass es erst Frühling, noch kein Sommer war.

Sie schlenderten weiter, sogen den verträumten Frühlingstag in sich ein. Und als sie den Duft der tausend Blüten atmete, welche die Türme der Stadt am anderen Ufer wie von Weitem rahmten, fragte sie sich plötzlich, wann sie das letzte Mal richtig verliebt gewesen waren.

Verliebt in das Leben und in die Welt, verliebt in diese Stadt, in den Menschen neben ihr. Der Kopf in den Wolken, das Herz hüpft im Takt beschwingter Schritte, überall erklingt Musik. Sie erinnerte sich auf einmal wieder wie das war.

Der Fluss hatte sich kaum verändert in den vergangenen Wochen. Anders als die Welt um sie herum. Die Blätter an den Bäumen wehten noch in zartem Grün. Ganz frisch. Wie oft sind wir verliebt im Leben, ging es ihr durch den Kopf.

Wen oder was lieben wir wirklich? Aus ganzem Herzen? Wie oft erinnern wir uns daran, wie es war, verliebt zu sein, wenn wir lieben? Sie sah ihn an, sein unergründlicher Blick – und wusste auf einmal, dass es viel zu lange her war.

Just in diesem Moment erkannte sie den Schmetterling. Sie schaute ihm eine Weile zu, wie er von Blüte zu Blüte flog. Unbeschwert und frei, verliebt in den Tag. Daraufhin griff sie seine Hand und ging weiter, immer am Fluss entlang.

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