Herbstfarben

Ein Spaziergang durch Moritzburg

Hand in Hand gingen sie den staubigen Weg hinter zum Fasanenschlösschen. Von den Ästen der Bäume plumpsten reife Eicheln in den Sand und der Herbstwind fuhr ihnen mit seltsamer Milde durch die Haare. Sie sprachen kein Wort. Atmeten tief ein und aus und genossen die Ruhe der Natur.

Unten am Leuchtturm sprangen Kinder über die Mole. Die Enten im Teich freuten sich über einige Spaziergänger, die ihnen Brotkrumen zuwarfen. Am Rande der Wege raschelte schon das Laub, ein paar Blätter drehten sich jetzt fröhlich im Schwung einer kleinen Windhose.

Es war warm, doch das Licht der Sonne ließ keinen Zweifel daran, dass der Sommer nun vorbei war. Sie gingen weiter, den schmalen Weg bis zur Spitze der Mole und schauten auf den See. Das Wasser kräuselte sich im Wind, als wollte es ihnen eine Geschichte erzählen.

Ein paar Minuten in der Sonne verweilen. Die Augen zu. Dann gab er ihr einen Kuss und sie liefen weiter. Sie folgten dem Weg, der an einer hohen Mauer entlangführte, schritten durch ein kleines Tor und fanden sich plötzlich inmitten der Einsamkeit der Teichlandschaft wieder.

Der Eindruck der Natur war atemberaubend. Die Stille. Das Wasser. Herbstfarben am Wegesrand. Im Wasser waren Karpfen zu sehen. Kein Mensch weit und breit. Nur sie beide. Sie folgten dem Weg wie von einer zauberhaften Kraft getrieben. Von Zeit und Zeit schenkten sie sich ein Lächeln.

Die Bäume trugen die Früchte des Sommers stolz in ihren Kronen. Auch sie schienen zu lächeln. War da nicht eben ein Fischreiher auf dem Teich zu sehen? Einen kurzen Moment lang wendeten sie den Blick nochmal zurück zum Leuchtturm. Drehten sich um.

Und liefen weiter.

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