Kontinuierlich ins sechste Jahr

Die Dresdner Meisterkurse Musik feiern festlichen Auftakt in der Musikhochschule

Als die Dresdner Meisterkurse Musik vor fünf Jahren zum ersten Mal an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden (HfM) internationale Dozenten und Teilnehmer vereinten, war das eine Art Experiment für alle. Im sechsten Jahr lässt sich nun sagen: Das Format hat sich bewährt – vor allem aber es lebt noch. Dieses Mal fallen die sechs Meisterkurstage mit der Erstsemesterwoche an der Hochschule zusammen. Das Haus wird bis zum 22. September dabei nicht nur von frischen Klängen durchweht, sondern öffnet seine Türen für gegenseitigen Austausch und Inspiration.

Insgesamt 80 aktive Teilnehmer aus 17 Nationen haben sich für die sieben Meisterkurse angemeldet. Diese stehen unter dem Motto „Klang-Kunst-Werk“. Im Eröffnungskonzert (Foto: Ronny Waleska) gaben die Dozenten schon kleine Kostproben vom künstlerischen Spektrum des Programms. Mit kurzen Stücken wie den fünf Bagatellen op. 23 von Gerald Finzi machte etwa die englische Klarinettistin Emma Johnson im Duo mit Florian Uhlig neugierig auf ihren Kurs. Auch der Pianist Arkadi Zenzipér, die Bratschistin Pauline Sachse, die Sängerin Britta Schwarz und der Trompeter Sergej Nakariakov hinterließen starke Eindrücke.

Neu ist in diesem Jahr der Meisterkurs Komposition bei Prof. Marc Andre. Der beliebte Improvisations-Kurs bei Günter Baby Sommer findet erstmals als spartenübergreifendes Experiment mit Musikern und Studenten der Hochschule für Bildende Künste statt. Ergänzt wird das Ganze durch interdisziplinäre Angebote, die vom Yoga-Kurs bis zum Loungegespräch zur „Karriereentwicklung“ reichen.

Internationalität, Interdisziplinarität und Intermedialität waren schließlich von Anfang an das Credo der Dresdner Meisterkurse Musik. Verbunden mit der Internationalen Alumni-Akademie treffen in dieser Woche nicht nur verschiedene Nationen, sondern auch Generationen von Musikern an der HfM zusammen. Die Möglichkeit, dabei viel Neues zu entdecken, besteht jedoch nicht nur für die Teilnehmer. Das Dresdner Publikum bekommt bei zwei Workshop Concerts (am 20./21.9.) sowie in zwei Abschlusskonzerten (am 21./22.9.) einen Einblick in die Meisterkursarbeit, wobei Gasthörer die ganze Woche über auch in den Kursen willkommen sind.

Der Auftakt bot nun noch einmal Gelegenheit, zurückzublicken und jenen zu danken, die vor fünf Jahren Ideen und Mut genug hatten, das Meisterkurs-Experiment in Dresden zu wagen. Neben Ekkehard Klemm war das in erster Linie der damalige Prorektor für Künstlerische Praxis, Andreas Baumann. Mit „Kontinuität und unermüdlicher Leidenschaft“ hat er in seiner Amtszeit nicht nur die Opernklasse der HfM dank Kooperationen mit der HfBK, dem Staatsschauspiel und der Staatsoper zu einem lebendigen Lehrraum gemacht, sondern auch die Dresdner Meisterkurse Musik auf den Weg gebracht, sagte Ekkehard Klemm. Die Eröffnung war der passenden Rahmen, Andreas Baumann mit der Verleihung der Ehrensenatorwürde der Hochschule für sein Engagement zu danken.

So wurde das erste Meisterkurskonzert gleichzeitig zur Feierstunde, der es eigentlich nur an einem fehlte: Genug junges (Fach-)Publikum, das all diese Impulse aufnimmt und die Meisterkurse im besten Fall zum lebendigen Netzwerk im Herzen von Dresdens Musikerschmiede wachsen lässt. Aber das kann in den kommenden fünf Tagen ja noch werden.

DMM-Termine:
20.9., 18.30 Uhr, Probebühne, Workshop Concert Improvisation Master Class
21.9., 19.30 Uhr, Konzertsaal, Workshop Concert Composition Masterclass & El Perro Andaluz
22.9., 19.30 Uhr, Konzertsaal, Abschlusskonzert

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