Rapunzel-Romantik am Fichteturm

In unserer Sommerserie #Dresdenvonoben zeigen wir die schönsten Aussichtspunkte

Hohe Bäume ranken sich um den Fichteturm im Fichtepark Dresden-Plauen. Der Steinturm ragt 30 Meter in den Himmel und wirkt fast wie ein verwunschener Märchenort mitten im Wohngebiet. Wer hierhin findet und hinaufsteigt, dem winkt als Belohnung eine Aussicht auf die grüne Oase im Süden bis nach Loschwitz, Radebeul und in die Sächsische Schweiz.

Fichteturm in Dresden-Plauen

Beim Blick auf den zinnbekrönten Rundturm wartet man unwillkürlich darauf, dass Rapunzel ihren langen, goldenen Zopf herablässt. Doch weit gefehlt! Der heutige Fichteturm in Dresden wurde 1896 als Bismarckturm erbaut, um dem Reichsgründer Otto von Bismarck zu huldigen. An Feiertagen brannten zu Bismarcks Ehren weit sichtbar Feuer von der Turmplattform.

Blick nach Strehlen und Reick

Der umliegende Park wurde bereits 1890/91 als „Westendpark“ angelegt und aus Anlass des 100. Geburtstages von Theodor Körner feierlich eingeweiht. Damals gab es hier zudem eine Parkschänke mit Gästegarten und Kegelbahn. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen eine Teichanlage, ein Spielplatz und sogar eine Rodelbahn hinzu.

Blick nach Coschütz

Der Turm wurde in nur fünf Monaten Bauzeit von der Plauener Baufirma Fichtner aus heimischen Gesteinsarten wie Sandstein und Syenodiorit aus Dresden-Plauen errichtet. Ursprünglich befand sich über dem Eingang ein Bronzerelief Bismarcks, das jedoch Anfang der 1950er Jahre entfernt wurde.

Blick Richtung Innenstadt und Strehlen

Anlässlich des 175. Geburtstages des sächsischen Philosophen Johann Gottlieb Fichte wurde der Park 1937 von Westend-Park in Johann-Gottlieb-Fichte-Park umgetauft. 1954 wurde der Turm ebenfalls in Fichteturm umbenannt, 1962 erhielt er anlässlich des 200. Geburtstages von Fichte eine Gedenktafel und ein Medaillon des Philosophen.

Blick auf den Campus der TU Dresden und Lukaskirche

Während des Zweiten Weltkriegs war es jedoch erst einmal vorbei mit der Märchenromantik. Der Turm wurde als Beobachtungsposten mit Flakstellung genutzt. Zwischen 1992 und 1998 erfolgte eine Sanierung des Turmes, der seither wieder als Ausflugsziel mit Weitblick dient.

Eingang zum Fichteturm

Der umliegende Park wurde in den 1990er Jahren nach den ursprünglichen Entwürfen von Carl Hampel rekonstruiert und dient heute wieder als beliebtes Ziel für Sonntagsspaziergänger.

Infos: Fichteturm Dresden im Westendpark, geöffnet Do. bis So. 10 bis 18 Uhr, Eintritt 50 Cent

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