Impressionen vom 13. Semperopernball Dresden

Auf der Liste der Veranstaltungen, die jeder Dresdner wenigstens einmal mitgemacht haben sollte, befindet sich der Semperopernball als gesellschaftliches Großereignis wohl ziemlich weit oben. Tatsächlich ist es ein bisschen wie bei Cinderella, wenn man an diesem Abend dann plötzlich selbst in der Oper steht: Rosengestecke und bunte Lichter im Saal, weiß gedeckte Tische, an denen Menschen in edlen Ballroben und Smokings Platz nehmen. Mag die Semperoper auch vielleicht nicht der größte Ballsaal Deutschlands sein, wie von den Veranstaltern keck behauptet, ist sie doch zweifelsohne einer der prächtigsten und schönsten auf der Welt.

Die Ränge in warme Regenbogenfarben getaucht, die Tische mit roten Rosen geschmückt, verströmt das Haus in der Ballnacht jene Art Magie, die ein paar Stunden lang alles ringsum vergessen lässt. Der 13. Opernball im 21. Jahrhundert stand am Freitag unter dem Motto „Magisches Dresden – Der Ball bringt Glück“ und wurde wie ein kleines Jubiläum zelebriert: mit Feuerwerk und einer großen 13 über dem Dach des Hauses, während drinnen ein paar Schornsteinfeger von der Decke schwebten. Wie jedes Jahr seit 2006 warf das Volk vor der Oper und den TV-Bildschirmen schunkelnd neugierige Blicke zum roten Teppich, bevor drinnen in einer langen Zeremonie die St. Georgsorden verteilt wurden.

Doch bietet sich den Glücklichen, die zum ersten Mal an einem Tisch drinnen Platz nehmen dürfen, ein anderer Eindruck, als das Volksfest draußen und die Bilder im Fernsehen meist suggerieren. Anders als in der promifokussierten Berichterstattung von überdrehten MDR-Moderatorinnen, rückt der Starrummel, den die Presse um eine Handvoll TV-Sternchen meist schon Tage zuvor anrührt, hier schnell in den Hintergrund. Zwar sieht man ab und zu auch mal ein bekanntes Gesicht in den Reihen aufblitzen, doch ganz egal, wer sich auf den Bildschirmen gerade um die Mirkos am roten Teppich drängt, der Zauber der Ballnacht lädt die Gäste in der Oper in erster Linie zum Genießen, netten Gesprächen mit dem Tischnachbarn und natürlich zum Tanzen ein.

Selbst das zweistündige Programm mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Dimtri Jurowski und hochkarätigen Musikern wie der Sopranistin Diana Damrau, dem Pianisten Denis Matsuev und André Rieu als stimmungsvollen Mitternachts-Act erscheinen in den bunten Eindrücken beinahe nebensächlich. Unser Ballabend in der Semperoper jedenfalls ist lustig und bunt, steckt voller netter Begegnungen, bleibt dabei aber angenehm bodenständig.

Es ist eine edle Party, die – von den exorbitanten Kartenpreisen abgesehen – sich wie ein Fest für alle anfühlt. Ein Abend, an dem man sich einmal verzaubern lassen darf, wie Cinderella, die in ihr schönes Kleid schlüpft, um eine unvergessliche Nacht in einer ihr fremden Welt zu erleben. Wer den Blick aufmerksam über die Reihen schweifen lässt, erkennt schnell, dass das im Motto beschworene „magische Dresden“ eben nicht aus Promi-Glimmer und Starallüren besteht, sondern vielmehr ein Lebensgefühl beschreibt, das hier seit 13 Jahren wieder zu einer ebenso glanzvollen wie exklusiven Tradition geworden ist.

Bei diesem Fest der schönen Momente amüsieren sich der Dresdens Oberbürgermeister und seine Frau so ausgelassen wie der Rest der Besucher auf dem Parkett. Die Preisträger, Laudatoren und Moderatoren sind ohnehin längst schon verschwunden, als nach Mitternacht in den vielen Sälen in der Oper so richtig Stimmung aufkommt. Natürlich gibt es hier und da ein bisschen Promiklatsch, darf man für teures Geld in den Foyers strahlende Erinnerungsfotos schießen und als Andenken mitnehmen. Ein bisschen Merchandising muss schon erlaubt sein – es wird ja niemand gezwungen mitzumachen. Was am Ende der rauschenden Ballnacht sonst noch bleibt, sind unzählige bunte Handybilder, traumhafte Erinnerungen und schmerzende Füße im Cinderella-Schuh.

Elbmargarita dankt der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen für die freundliche Einladung zum 13. SemperOpernball!

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