Romantische Impressionen von der Bastei in der Sächsischen Schweiz

Ein kühler Januartag. Die Bäume am Rande der imposanten Felsformationen in der Sächsischen Schweiz ragen kahl in die Landschaft. Im Tal fließt die Elbe träge gen Norden, liegt wie ein schmaler Spiegel zwischen den steil aufragenden Steinwänden.

Es ist still im Tal, selbst die Dampfer halten Winterschlaf. Doch oben auf der Bastei drängen sich die Menschen auf der halb gesperrten Aussichtsplattform. Ein Blick ins Land lässt den Trubel jedoch schnell vergessen und bringt uns der Ewigkeit ein Stück näher.

Das Elbsandsteingebirge ist DIE Landschaft der Romantiker. Die Maler der Dresdner Kunstakademie Adrian Zingg und Anton Graff verliehen ihr den Namen „Sächsische Schweiz“. Caspar David Friedrich, Ludwig Richter oder Johann Christian Clausen Dahl fanden hier auf langen Wanderungen Inspiration und trugen die malerische Landschaft in ihren Werken vom Elbtal hinaus in die Welt.

An Faszination hat das Gebirge vor den Toren von Dresden bis heute nichts eingebüßt. Das berühmte Panorama von der Bastei hat etwas Erhabenes, über Basteibrücke und Felsenburg wandelt man wie durch eine wahr gewordene Märchenlandschaft. Es ist, als lernten die Gedanken hier fliegen – auf eine Reise, die uns hinaus aus dem Alltag führt.

Diese gebirgigwaldige Gegend ist ein Paradies für Landschaftsmaler; jeder Tritt ist romantisch … Bald werde ich mit allen Malergeschäften in diese Gegend hinziehen, um nach der Natur zu malen.“ (Conrad Gessner, 1884)

Doch nicht nur die Maler, auch die Komponisten Carl-Maria von Weber und Richard Wagner pilgerten in die Sächsische Schweiz. Wagner schrieb in dem kleinen Örtchen Graupa, gleich bei Pirna, seine Oper „Lohengrin“, wie man im Lohengrinhaus noch sehen kann. Der dänische Dichter Hans Christian Andersen schöpfte ebenfalls in der Mystik der Landschaft Inspiration für seine Märchenwelten.

Obwohl die Landschaft winterlich kahl und neblig ist an diesem kühlen Januartag, beim Blick in tiefe Felsspalten, beim Spaziergang über moosige Waldwege und über schmale Stiegen, hört man sie fast rufen, die Kobolde und Berggeister. Tief unten im Tal, da wo die Felsenbühne Rathen sich in den Wehlgrund schmiegt, sieht man im Geiste Märchenfiguren tanzen – und versteht plötzlich, warum die Romantik zwischen bizarren Felsen und grünen Baumwipfeln immer lebendig bleiben wird …

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