„Die Gebrüder Grimm – am Anfang aller Märchen“ am Boulevardtheater Dresden

Wir hätten Rotkäppchen, Frau Holle oder Hänsel und Gretel ohne sie niemals kennengelernt: Die „Gebrüder Grimm“ haben die Märchen aufgeschrieben und für uns bewahrt. Doch wer sind Jacob und Wilhelm Grimm eigentlich? Wann haben sie gelebt, wo kommen sie her? Die beiden hatten eine schöne Freundin namens Ruth und eine Stiefmutter, die Bürgermeisterin Knolle. Und sie hatten viele Freunde, zum Beispiel Heinrich, den Oberörksenknörks. Den was? Ja, den Oberörksenknörks! Er tanzt im neuen Familienstück am Boulevardtheater zusammen mit Ruth und den Grimms über die Bühne.


Das Buch von Kenny Friedemann entführt die Besucher zum „Anfang aller Märchen“ (Fotos: Robert Jentzsch). Der gute Müller Käppler wird von der ollen Knolle des Lügens bezichtigt und in den Hungerturm verfrachtet. Das alles nur, weil er offene Augen und Ohren für die Wunder dieser Welt hat. Seine Tochter Ruth setzt mit Hilfe der beiden Grimm-Brüder alles daran, den Vater zu befreien. Die Märchen sind wahr, das gilt es zu beweisen! Dass dabei allerhand phantastischer Stoff für unvergessliche Geschichten abfällt, liegt auf der Hand.

Die Inszenierung von Olaf Becker beschwört zauberhafte Welten herauf und lässt das Reich der Phantasie für zwei Stunden Wirklichkeit werden. Den Kindern serviert er mit der Bühnenbildnerin Marlies Knoblauch eine Märchenmelange, in der die zwei Grimms höchstselbst zu den Protagonisten werden. Für die Erwachsenen gibt es kleine politische Anspielungen wie den alten Zauberspruch „Wir schaffen das!“ Keine Frage, dass hier auch eine sprechende Katze, ein Hase und der Froschkönig zu quirligen Helden werden. Nicht zu vergessen, eine ganze Horde Örksenknörkse. Die sind es nämlich, die kindliche Fröhlichkeit und den Sinn für das Magische im Menschen wecken.

Mit Hilfe der kleinen Gesellen wird selbst die olle Knolle bald zur vergnügten Zeitgenossin, dass der polternde König sofort die Flucht ergreift. Stand im Programmheft etwa, dass Volkmar Leif Gilbert (Jacob), Jonathan Heck (Wilhelm), Stefanie Bock (Ruth), Andreas Köhler (Müller), Katharina Eirich (Bürgermeisterin) und Christian Ludwig (Oberörksenknörks) auf der Bühne stehen? Kann ja nicht sein! Das Märchen ist doch wahr. So wahr wie „Hänsel und Gretel“ und „Rotkäppchen“, wie „Schneewittchen“ oder „Frau Holle“. Das weiß doch nun wirklich jedes Kind! Deswegen beginnen ja alle Märchen mit den Worten „Es war einmal …“

… und wenn sie nicht gestorben sind, tanzen sie noch immer – und immer und immer wieder über die Bühne am Boulevardtheater. Dann singen sie mit den Kindern zu den beschwingten Arrangements von Andreas Goldmann und machen die Gebrüder Grimm endgültig unsterblich mit dieser wunderbaren Hommage an die Welt der Märchenbücher, in der aus Papier und Tinte ganz lebendige Wesen entstehen.

„Gebrüder Grimm – am Anfang aller Märchen“, Boulevardtheater Dresden, wieder am: 9.12., 10.12., 11.12., 15.12., 16.12., 17.12., 22.12. bis 29.12.

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