Auf historischen Instrumenten verleiht die Capella de la Torre der Musik der Renaissance neues Leben – ein Interview

Die Capella de la Torre hat sich seit über zehn Jahren mit der Interpretation von Musik der Renaissance auf historischem Instrumentarium einen Namen gemacht. Das Ensemble (Foto: Andreas Greiner-Napp) widmet sich am 13. Mai, 18 Uhr in Weinböhla mit einem Programm zum Lutherjahr, Tanz und historischen Kostümen den Facetten eines Tages im Leben des großen Reformators. Im Interview verraten die Musiker, was die Zuhörer erwartet und warum Luther auch die Musik ein Stück weit reformierte.

Das Jahr 2017 steht ganz im Zeichen von Martin Luther, dem sich die Capella de la Torre auch in ihrem aktuellen Konzert-Programm widmet. Was verbindet ihr mit Martin Luther?

Zweifellos hat der Reformator hat die Musik maßgeblich beeinflusst und verändert. Mit ihm verbindet uns seine lebenslange Liebe zur Musik. Er sang schon als Kind Kirchenmusik in der Lateinschule, später dann als Student. Durch Luther gelangte auch Musik nach Deutschland, die sonst hier vermutlich nie gespielt worden wäre. Somit eröffnet sich für uns ein breites Repertoire, das auch in Mitteldeutschland musiziert wurde. Die Stadtpfeifereien und Kantoreien waren für ihre Leistungsstärke berühmt.

Inwiefern hat Luther aus eurer Sicht auch Einfluss auf die Musik der Zeit gehabt?

Er hat lateinische Gregorianik ins Deutsche übersetzt. Seine Texte verbreiteten und verbreiten sich noch heute über Musik. Jeder singt und kennt Luthers Lieder. Er liebte jedoch auch katholische Musik, besonders Messen von Josquin Desprez.

Ihr spielt traditionell auf historischen Instrumenten. Welche neuen Welten eröffnen sich dadurch für euch und die Zuhörer?

Alte Musik ist auch neue Musik. Wir musizieren historisch informiert, aber immer für das Publikum von heute. Die Devise ist also: So viele Quellen lesen und kennen, wie es nur geht und dann doch frei sein auf der Bühne. Alte Musik ist auch heute noch aktuell und lässt Publikumsaugen leuchten.

Das Konzert in Weinböhla ist mit dem Titel „Luther – ein Fest“ überschrieben. Neben Musik soll es auch Tanz und Wein geben – und das Ganze dann in der Kirche und dem Zentralgasthof in Weinböhla. Wie darf man sich das genau vorstellen?

Verschieden Facetten eines Tages im Leben des Reformators, nämlich des Hochzeitstages, werden beleuchtet. Wir beginnen mit geistlicher Musik in der Kirche, wie sie seinerzeit während des Gottesdienstes erklungen sein könnte. Es folgt weltliche Tanzmusik zum Fest, ergänzt durch die wunderbaren Renaissance-Tänzer von Les Apricot in prachtvollen Kostümen. Abgerundet wird der Abend mit Musik, wie sie bei Tisch aufgeführt wurde. Alle sind herzlich eingeladen

Konzerttipp: Capella de la Torre „Luther – ein Fest“, am 13.5., 18 Uhr in der Kirche und Zentralgasthof Weinböhla

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